Zusammenarbeit mit Niedersachsen Mehr Qualität bei der Ausweisung von Gewerbeflächen

Die Bremer SPD-Fraktion fordert bei der Ausweisung von Gewerbeflächen mehr Qualität. Die will sie unter anderem durch notwendige digitale Standards und klimafreundliche Energieversorgung erreichen.
05.05.2021, 05:00
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Mehr Qualität bei der Ausweisung von Gewerbeflächen
Von Peter Hanuschke

Mehr Gewerbeflächen im Angebot können die Chance auf neue Unternehmensansiedlungen vergrößern. Deshalb unternimmt die SPD-Bürgerschaftsfraktion einen Vorstoß für die Ausweisung von neuen Gewerbeflächen. Ziel sei, den Bremer Wirtschafts- und Industriestandort zu sichern und neue Beschäftigungseffekte zu erzielen. Um die Pläne ganz umzusetzen, wäre Bremen aber auf niedersächsische Kooperationshilfe angewiesen.

Bremen sei wirtschaftlich eng mit dem niedersächsischen Umland verflochten, was eine noch stärkere Zusammenarbeit und insbesondere die gemeinsame Nutzung von Flächen in Form von interkommunalen Gewerbegebieten erforderlich mache, so Volker Stahmann, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, am Dienstag bei der Vorstellung des Konzepts. Es soll im Rahmen der Fortschreibung des Gewerbeentwicklungsprogramms 2030 eingebracht werden. Stahmann: "Wir stehen weiterhin zu unserem Entwicklungsprojekt mit Achim – ja, mehr noch: Wir wollen die Zusammenarbeit mit Niedersachsen ausbauen, um Beschäftigung bei uns in Bremen für die Zukunft grundlegend zu sichern und zu schaffen.“

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„Für uns haben Wirtschaft und Arbeitsplätze oberste Priorität", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Mustafa Güngör. Angesichts des Klimawandels, der Digitalisierung und nun auch der Corona-Pandemie sei es mehr denn je geboten, den Strukturwandel in Bremen und Bremerhaven beherzt anzupacken. Die Stärken Bremens zeigten sich nach wie vor in der Produktion und Logistik sowie in der Dienstleistungsbranche, so Güngör. Für sie gelte es, optimale Voraussetzungen zu schaffen – und dies möglichst vorausschauend: „Wir können nicht erst Gebiete erschließen, wenn Anfragen von Unternehmen vorliegen. Deshalb brauchen wir eine ausreichend große Verfügungsreserve.“

Einfach nur quantitativ neue Flächen auszuweisen, sei nicht ausreichend und erfülle nicht die Anforderungen, so Stahmann. Vielmehr müsse es um die qualitative Ausstattung der Flächen gehen: um eine moderne digitale Infrastruktur, eine umfassende Verkehrsanbindung – vom Rad bis zum öffentlichen Nahverkehr – sowie klimafreundliche Energieversorgung und klimaschützende Baustandards.

Vorrangig betrachtet die SPD bei ihren Plänen Nachverdichtungen und die Nutzung von Bestandsgebieten. Wobei auch neue Flächen erschlossen werden sollen. „Wir
sprechen uns ausdrücklich dafür aus, den Technologiepark in Richtung
Schwachhausen/Horn durch Nutzung der ‚Horner Spange‘ – das Dreieck südlich
der Bahnstrecke, in dem nicht von Kleingärten besetzten Gebiet an der
Verlängerung der Hermann-Henrich-Meier-Allee – zu erweitern“, so der SPD-Abgeordnete. Auch die Prüfung weiterer Flächenentwicklungen in der Umgebung des Flughafens müsse umgehend erfolgen, wie dies schon in der Koalitionsvereinbarung festgelegt worden sei. „Angesichts einer durchschnittlichen Vermarktung von über 30 Hektar im Jahr wollen wir verkaufsfähige Gewerbeflächen im Umfang von 100 Hektar vorhalten.“

In welchem Umfang die SPD-Vorschläge umgesetzt werden, könne man jetzt noch nicht sagen, so Andreas Reißig, Sprecher der Bürgerschaftsfraktion. Das Gewerbeentwicklungsprogramm sei ein fortlaufender Prozess, der immer innerhalb der Koalition finalisiert werde.

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