Projektlogistik Wie die Projektlogistik nachhaltiger werden kann

Bei der Projektlogistik geht es oft um den Transport tonnenschwerer Fracht. Aber geht das auch mit mehr Nachhaltigkeit? Darum wird es im Januar beim Fachforum der Bremischen Hafen- und Logistikvertretung gehen.
16.12.2021, 18:48
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Wie die Projektlogistik nachhaltiger werden kann
Von Peter Hanuschke

Wie können Lieferketten "grüner" werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich auch die Bremische Hafen- und Logistikvertretung (BHV) für den Bereich Projektlogistik. Im Rahmen ihres immer im Januar stattfindenden Fachforums, das wegen Corona nicht in Präsenz läuft, diskutiert die BHV gemeinsam mit Industrie- und Logistikunternehmen in einem Online-Format über die aktuelle Marktsituation der Projektlogistikbranche mit dem Themenschwerpunkt Nachhaltigkeit.
 
„Wir freuen uns auch beim kommenden Fachforum Projektlogistik wieder bedeutende Industrievertreter bei unserem nachhaltigen Marktausblick 2022 begrüßen zu können", so Patric Drewes, geschäftsfu?hrender Gesellschafter der Logistics Plus Projects GmbH und Mitglied des BHV-Präsidiums. "Unser langjährig erfolgreiches Format steht exemplarisch für die bedeutende Rolle von Bremen und Bremerhaven in der sogenannten Königsdisziplin der Logistik.“ Allerdings stünden viele Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit noch ganz am Anfang. Den Ergebnissen des letzten „BHV-Projektlogistik-Monitors nach zu urteilen, verfügen in der Branche bisher nur rund ein Drittel der Unternehmen über eine langfristig ausgelegte Nachhaltigkeitsstrategie."


 
Der Logistikprofessor Sven Hermann ergänzt: „Nachdem wir in den vergangenen Jahren vor allem über die Digitalisierung gesprochen haben, legen wir dieses Mal einen besonderen Schwerpunkt auf das immer wichtiger werdende Thema der Nachhaltigkeit" Hermann ist Mitinitiator des Fachforums sowie Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Prolog Innovation. Er stellt fest: "Die Anforderungen der Industrie, die auf die Logistikdienstleister zukommen, werden sukzessive steigen und sollten frühzeitig erkannt, nicht unterschätzt und vor allem proaktiv umgesetzt werden.“
 
Dabei geht es um das Wie. „Aktuell beschäftigen wir uns mit unterschiedlichen Ansätzen und Tools zur Erfassung von Emissionen und der Ableitung von Nachhaltigkeitsbetrachtungen entlang unserer Logistikkette", so Andreas Ulrich, der bei der SMS Group weltweit für die Logistik verantwortlich ist. "Ein ganz wesentlicher Faktor für das Voranbringen einer nachhaltigeren Projektlogistik wird letztlich in der Entwicklung von grünen Mehrwertleistungen zusammen mit unseren Dienstleistern liegen, die höhere Logistikkosten dann auch aus Sicht unserer Kunden rechtfertigen.“
 
Mit dabei wird auch Andreas Sedlatschek sein. Er ist bei der Voith-Gruppe weltweit für die Logistik verantwortlich und formuliert den Anspruch: "Von unseren Logistikdienstleistern erwarten wir insbesondere messbare Aktivitäten, die dazu beitragen, unseren globalen CO2-Fussabdruck zu reduzieren und dabei Schritt für Schritt weniger auf Maßnahmen der Kompensation und mehr auf direkten Ansätzen der CO2-Reduzierung beruhen.“

Logistikprofessor Hermann zeigt dabei auf einen Nebeneffekt und sagt: „Die größte Herausforderung für eine nachhaltigere Projektlogistik sind sicherlich nicht technische Lösungen, sondern zusätzliche Kosten, die niemand so wirklich tragen möchte." Wobei ein ständiges Streben nach mehr Effizienz in Verpackung und Transport ja schon eine grundlegende Win-Win-Paarung für mehr Nachhaltigkeit und reduzierte Aufwände darstelle. "Darüber hinaus kommt dem Gesetzgeber sicherlich eine entscheidende Rolle zu auch auf internationaler Ebene die richtigen Vorgaben und Anreize für Unternehmen zu schaffen ihre Logistikketten gemeinsam nachhaltiger zu gestalten." Das jüngste Lieferkettengesetz greife da vielleicht etwas kurz.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+