Papenburger Meyer-Werft Brennstart für LNG-Kreuzfahrtschiff

Die Papenburger Meyer-Werft baut das nächste LNG-Kreuzfahrtschiff: In dieser Woche war der traditionelle Brennstart für die "Silver Nova", die für die Kreuzfahrtreederei Silversea fahren wird.
02.12.2021, 16:40
Lesedauer: 2 Min
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Brennstart für LNG-Kreuzfahrtschiff
Von Peter Hanuschke

Die Papenburger Meyer-Werft gehört seit Jahrzehnten zu den weltweit führenden Schiffbauunternehmen im Kreuzfahrtbereich. Maßstäbe will das Unternehmen nicht nur beim Design und der Ausstattung der Schiffe setzen, sondern auch bei innovativen Antriebssystemen. So hatte die Werft Ende 2018 mit der "Aida Nova" das weltweit erste Kreuzfahrtschiff ausgeliefert, das vollständig mit LNG angetrieben wird. Verflüssigtes Erdgas (Liquefied Natural Gas) gilt derzeit als eine der umweltfreundlichsten Antriebsarten. Einen LNG-Antrieb wird es unter anderem auch für das jüngste Neubauprojekt geben, für das in dieser Woche der traditionelle Brennstart stattfand.

Das Kreuzfahrtschiff mit dem Namen "Silver Nova" wird für die Reederei Silversea gebaut, die zur Royal Caribbean Group gehört. Fertigstellung für das für 600 Gäste ausgelegte Typschiffs der sogenannten Evolution Klasse ist für 2023 vorgesehen. 2024 soll noch ein Nachbau folgen.

Die Vorverträge hatten Silversea Cruises und die Meyer-Werft bereits 2018 unterzeichnet, also weit vor der Corona-Krise, in der die Neubestellungen von Kreuzfahrtschiffen nahezu gegen null gingen. Eine Ausnahme machte die japanische Reederei NYK, die zu den weltweit größten in der Handelsschifffahrt zählt, aber auch in der Kreuzfahrtbranche tätig ist: Sie bestellte im Frühjahr einen etwa 229 Metern langen Neubau  - Auftragnehmer ist die Meyer-Werft, die das Schiff auch mit LNG-Antrieb ausstatten wird und 2025 abliefern will.

Außer dass der aktuelle Auftrag für das Luxussegment vorgesehen ist, macht die Meyer-Werft keine Angaben über die Schiffsmaße und das Design. Dafür stellt das Unternehmen die Antriebstechnologie in den Vordergrund: eine Kombination von Brennstoffzellen- und Batterietechnologie sowie die überwiegend mit LNG angetriebenen Dual Fuel-Motoren.

Das vier Megawatt starke Brennstoffzellensystem wird ergänzend zu den LNG-Maschinen laut Meyer-Werft als erste große Installation dieser Art in der Kreuzfahrtbranche für die Stromversorgung des Schiffes eingesetzt und den gesamten Hotelbetrieb versorgen. „Zu unserer Strategie gehört es auch, den Schiffbau zur Klimaneutralität zu bringen", sagt Malte Poelmann, Chief Technology Officer der Meyer-Gruppe. "Wir sind in den vergangenen Jahren dabei schon die ersten Schritte gegangen und machen nun bei diesem Projekt nochmals einen Sprung zu einem kleineren CO2-Fußabdruck.“

Schon heute liege der Neubau beim sogenannten Energy Efficiency Design Index 25 Prozent über den Vorgaben der International Maritime Organization (IMO), so Thomas Weigend, Geschäftsführer der Meyer-Werft. „Bei diesem neuartigen Schiffskonzept kommt unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeit aus den vergangenen Jahren zusammen. Und natürlich arbeiten wir schon an den Innovationen von morgen für unterschiedliche Schiffstypen.“

Für Geschäftsführer Bernard Meyer ist der Baubeginn aus zweierlei Gründen besonders: Zum einen werde die lange Partnerschaft mit der Royal Caribbean Group fortgesetzt, und zum anderen entstehe auf der Meyer-Werft zum ersten Mal ein Schiff für Silversea Cruises.

Die neueste Schiffsklasse von Silversea sei ein bedeutender Schritt vorwärts in das Engagement für nachhaltiges Schiffsdesign und den Weg zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks, sagte Richard Fain, Vorstandsvorsitzender der Royal Caribbean Group, dem Schiffsreisenmagazin "An Bord". Zur Gruppe gehört neben Silversea Cruises, Celebrity Cruises und Royal Caribbean International auch eine 50-prozentige Beteiligung an einem Hamburger Joint Venture, das die beiden Marken Tui Cruises und Hapag-Lloyd Cruises betreibt.

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