Studie zur wirtschaftlichen Zufriedenheit

Niedersachsen sind optimistischer als Bremer

Bremen. Die Norddeutschen schauen mit sorgenvollerem Blick ins Jahr 2012 als sie es noch zum vergangenen Jahreswechsel getan haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie. In Niedersachsen sind die Menschen optimistischer als in Bremen.
21.12.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Sebastian Manz
Niedersachsen sind optimistischer als Bremer

61 Prozent der Norddeutschen sind optimistisch, was die Sicherheit ihres eigenen Arbeitsplatzes angeht.

dpa

Bremen. Die Norddeutschen schauen mit sorgenvollerem Blick ins Jahr 2012 als sie es noch zum vergangenen Jahreswechsel taten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Allianz Deutschland AG und der Universität Hohenheim, für die bundesweit rund 1500 Menschen befragt wurden. Demnach sank die Zuversicht für die wirtschaftliche Zukunft der Republik bei den Menschen im Norden im Vorjahresvergleich zweistellig von 31 Prozent auf 19 Prozent.

Norddeutschland rutscht damit im bundesweiten Vergleich der Regionen auf den letzten Platz - gemeinsam mit den Neuen Bundesländern. Allerdings bildet Niedersachsen eine Ausnahme. Dort sind die Menschen deutlich optimistischer als in Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg. "Der zu erwartende Rückgang der Exportzahlen und das abgeschwächte Wirtschaftswachstum lassen die Menschen in Norddeutschland skeptischer in die Zukunft blicken als vor einem Jahr", sagt Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim. Die mit der Euro-Krise einhergehende Unsicherheit überschatte alle positiven Entwicklungen. „Die Aussichten auf ein gutes Jahr 2012 werden durch das flaue Gefühl angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage deutlich getrübt“, sagt der Kommunikationswissenschaftler.

Nach anderen gesellschaftlichen Feldern befragt, sind die Norddeutschen deutlich optimistischer. Auffallend ist etwa, dass deutlich mehr Befragte die Qualität der Schulen und Universitäten positiv beurteilen. Kein anderer Gesellschaftsbereich wird zuversichtlicher wahrgenommen. Auch die Zuversicht für das persönliche Leben steigt um drei Prozentpunkte auf 62 Prozent. Für die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes sind 61 Prozent der Menschen im Norden zuversichtlich. Das entspricht einem Zuwachs um acht Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. "Die Menschen in Norddeutschland nehmen die Euro-Krise zwar wahr, im persönlichen Leben ist sie aber noch nicht angekommen", glaubt Brettschneider. Vor allem die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und der Aufwärtstrend der Konjunktur im Norden stimmten die Menschen für ihr eigenes Leben im künftigen Jahr zuversichtlich. Zudem sinke die Zahl der Erwerbslosen in der Region. "Gerade in Krisenzeiten stärkt eine niedrige Arbeitslosenquote das Vertrauen der Menschen in die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes." Diese Interpretation stützt auch die norddeutsche Wahrnehmung der persönlichen finanziellen Lage. Denn 62 Prozent der Befragten gehen von einer für das kommende Jahr finanziell gesicherten Zukunft aus.

Das Marktforschungsinstitut GFK präsentierte am Dienstag Zahlen, die das Ergebnis der Allianz-Studie bestätigen. Der Konsumklima-Index der Nürnberger Wirtschaftswissenschaftler erreichte nach 5,4 Punkten im November 5,6 Punkte im Dezember. Von diesem Wert gehen die Konsumforscher auch für Januar aus. Der private Konsum werde damit seiner Rolle als wichtige Stütze für die Konjunktur gerecht, stellen die Forscher fest.

Auch der von der GFK gemessene Konjunkturindikator trotzt den Rezessionsängsten. Die Verbraucher nähmen die nach wie vor sehr guten konjunkturellen Rahmenbedingungen offensichtlich stärker wahr als in den vergangenen Monaten, erklärten die Forscher. Entsprechend legte die Einkommenserwartung zu: Wesentliche Einflussgröße seien die Beschäftigungsaussichten, erklärte die GFK - und die seien erfreulich. Von dieser Zuversicht könne die Anschaffungsneigung derzeit zwar nicht profitieren. Sie liege aber immer noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau: Die Kauflust sei stark ausgeprägt. Die Verbraucher würden weiterhin werthaltige Anschaffungen machen, statt ihr Geld zu den historisch mickrigen Zinsen anzulegen.

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