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NordLB erhöht die Kontogebühren

Ab April wird die NordLB mehr Geld für ihre Konten und Depots verlangen. Die Kunden sollen entsprechend ihres Nutzungsverhalten aus verschiedenene Modellen das Angebot erhalten, das am besten für sie passt
17.01.2019, 05:30
Lesedauer: 3 Min
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NordLB erhöht die Kontogebühren
Von Florian Schwiegershausen

Die NordLB wird die Gebühren für das Girokonto und das Aktiendepot zum 1. April 2019 erhöhen. Damit zieht das Geldinstitut gegenüber Mitbewerbern nach, die bereits im vergangenen Jahr in Bremen und umzu die Kontoführungsgebühren erhöht hatten. „Wir werden hier auf dem Bremer Markt nicht die Günstigsten, aber auch nicht die Teuersten sein“, sagte Klaus Gebhardt, Leiter des Bereichs Privat- und Geschäftskunden bei der NordLB.

Bei jedem Kunden habe die NordLB genau analysiert, für welchen neuen Kontentyp er infrage komme und ebenso für welches Aktiendepot. Seinem Nutzungsverhalten entsprechend erhalte der Kunde ein Umstellungsangebot und werde in diesen Tagen umfassend in einem mehrseitigen Brief über die Gebührenänderung informiert. Ebenso seien die Mitarbeiter für die Umstellung entsprechend geschult worden. Nun gehe es darum, dass sich die Kunden bis zum 31. März entscheiden, welche Kontovariante und welche Depotvariante sie in Zukunft haben möchten.

NordLb reiht sich in die Mitte ein

So wird das Konto, das bis auf die Zusendung der Kontoauszüge alles inklusive hat, ab April neun Euro pro Monat kosten. Dazu gibt es zwei günstigere Varianten: Giroaktivplus kostet 2,50 Euro im Monat und Giroaktiv 1,50 im Monat – bei letzterem fällt bei einem Gehaltseingang ab 1500 Euro die Grundgebühr weg. Allerdings wird bei diesen beiden Kontovarianten jede Buchung mit Gebühren ab 15 Cent oder 20 Cent aufwärts berechnet – je nach Kontenmodell. Damit kostet das Inklusivkonto im Monat einen Euro mehr als ein vergleichbares Konto bei der Sparkasse Bremen, die zwei anderen Varianten sind aber günstiger als das Einzelpreis-Konto bei der Sparkasse. Das kostet vier Euro pro Monat, für jede Buchung fallen 20 Cent an.

Damit reiht sich die NordLB in der Tat in die Mitte ein, was die Kontogebühren bei den Präsenzbanken mit Filialen in Bremen und umzu angeht. Die meisten von ihnen bieten ein kostenloses Online-Girokonto an, bei dem der Kunde sämtliche Überweisungen allerdings nur über das Internet macht. Momentan gehört zu den günstigsten Inklusivvarianten der Präsenz-Banken das kostenlose Girokonto der Commerzbank, bei dem man Überweisungen kostenlos auch in den Filialen am Automaten erledigen kann.

Schecks oder Überweisungen, bei denen man in der Bank einen Beleg abgibt, kosten hier allerdings pro Vorgang 1,50 Euro. Am oberen Ende befindet sich derzeit beispielsweise die Sparkasse Rotenburg Osterholz mit einem Komplett-Girokonto für 9,90 Euro pro Monat. Das beinhaltet allerdings auch die Kosten für eine Kreditkarte. Ebenso verlangt die Bremische Volksbank für ihre Komplettvariante „Komfort“ 9,90 Euro pro Monat, aber ohne Kreditkarte. Die Deutsche Bank berechnet derzeit für ihr Bestkonto 11,90 Euro im Monat. Das beinhaltet bis zu zwei goldene Kreditkarten, die wiederum diverse Reiseversicherungen mit sich bringen.

Als Grund für die Erhöhung nannte Gebhardt: „Den Banken sind die Erträge auf der Passivseite durch die langanhaltende Niedrigzinsphase weggefallen. Wir reden hier seit geraumer Zeit über Negativzinsen.“ Die Bank weist außerdem darauf hin, dass es seit zehn Jahren keine Veränderung der Gebühren gegeben habe.

Auf der Suche nach Investoren

Die Konzepte für die Erhöhung der Gebühren gab es bei der Bremer Landesbank (BLB) bereits schon seit vier Jahren. Doch Vorrang hatte in den vergangenen Jahren die technische Integration der BLB in die NordLB. „Da machte es für uns keinen Sinn, wir mussten uns und die Bank erst mal sortieren“, sagte Gebhardt. Deshalb wollte man lieber auf den Zeitpunkt warten, wenn man so weit ist, um die Kunden und die Medien vernünftig über die Gebührenerhöhung zu informieren. Denn Ziel sei es, keinen Kunden zu verlieren. „Wir glauben, dass wir damit am Markt gut bestehen können, weil wir uns dabei am Markt auch orientiert haben“, sagte Gebhardt. „Wir sind unseren Preis wert in der Beratung, und so wollen wir das auch an unsere Kunden kommunizieren.“ Die aktuelle Lage der Bank sei nicht der Grund für die neuen Preise und Leistungen. Momentan ist die NordLB auf der Suche nach Investoren.

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