Neuer Bremer Umweltsatellit Umweltbeobachter aus Bremen

Der "Umweltbeobachter" Enmap hat alle Tests bestanden. Der Satellit vom Bremer Unternehmen OHB soll im April starten und von 650 Kilometern Höhe aus wichtige Umweltdaten aus Boden und Wasser sammeln.
17.12.2021, 19:15
Lesedauer: 1 Min
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Umweltbeobachter aus Bremen
Von Peter Hanuschke

Wie ist der Zustand des globalen Ökosystems auf der Landoberfläche, und wie verändert es sich? Auf diese und andere Fragen soll der Hyperspektralsatellit Enmap (Environmental Mapping and Analysis Program) aus dem Hause des Bremer Raumfahrtunternehmens OHB Antworten mit neuartigen Datensätzen liefern. Im April soll der 980 Kilogramm schwere "Umweltbeobachter" mit einer Falcon-9-Rakete von Space X zu seiner sonnensynchronen Erdumlaufbahn in rund 650 Kilometer Höhe aufbrechen. Derzeit wird der Satellit auf die Abreise in der Bremer OHB-Firmenzentrale vorbereitet. Zuvor wurde Enmap im bayerischen Ottobrunn im Luft- und Raumfahrttestzentrum IABG erfolgreich zahlreichen Checks unterzogen - etwa dem Thermalvakuumtest, bei dem der Satellit sich in heißer und eiskalter Umgebung bewähren musste.

"Mit Enmap starten wir in eine völlig neue Ära der Erdbeobachtung", sagt Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB System AG. "Hyperspektraldaten werden eine Fülle neuartiger Erdbeobachtungsdaten generieren, die für die so wichtigen Klimaschutzanstrengungen und Nachhaltigkeitsziele von immenser Bedeutung sind. Daher wird auch die europäische Copernicus-Mission CHIME, die ebenfalls mit einer Hyperspektral-Nutzlast aus dem Hause OHB ausgestattet wird, bei den europäischen Wissenschaftlern so sehnsüchtig erwartet."

Das am OHB-Raumfahrtzentrum "Optik und Wissenschaft" in Oberpfaffenhofen entwickelte Enmap-Instrument wird nach Angaben des Bremer Unternehmens aus dem Weltraum die von der Erdoberfläche reflektierte Sonnenstrahlung analysieren. Die Aufnahmen von Enmap sollen Antworten auf Fragen wie diese geben: Wie verschmutzt ist das Gewässer? Welche Mineralien oder Schadstoffe sind hier im Boden? Was wächst dort, und wie steht es um die Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen? Wie wirkt sich der Klimawandel auf die unterschiedlichsten Ökosysteme aus?

Gebaut und entwickelt wurde der Satellit bei OHB im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.

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