Freie Internationalen Sparkasse Sparkasse Bremen verkauft Privatbank in Luxemburg

Die luxemburgische Freie Internationalen Sparkasse, Tochter der Sparkasse Bremen, wurde an den österreichischen Unternehmer Alexander Schütz verkauft. Der neue Eigentümer ist Aufsichtsrat der Deutschen Bank.
27.08.2020, 05:00
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Sparkasse Bremen verkauft Privatbank in Luxemburg
Von Lisa Schröder

„Stark. Fair. Hanseatisch“ – das ist der Slogan der Sparkasse Bremen. Tatsächlich war das Unternehmen von der Weser bis vor Kurzem aber auch ein bisschen luxemburgisch. Nur die wenigsten dürften wissen, dass die Sparkasse Bremen Verwandtschaft in Luxemburg hatte. Denn dort befand sich mit der Freien Internationalen Sparkasse (FIS) eine Tochter: spezialisiert auf Kunden im institutionellen Bereich und auf die Vermögensverwaltung für Privatkunden und Family Offices. Die Anmutung der Homepage ist entsprechend. „Exzellenz aus gutem Haus“ lautet hier der Slogan – eine Anspielung auf die Wurzeln bei der Sparkasse Bremen.

Die Privatbank ist nun jedoch komplett an den österreichischen Unternehmer Alexander Schütz verkauft worden. Das gaben die Sparkasse und der Käufer gemeinsam bekannt. „Die Freie Internationale Sparkasse S.A. ist am luxemburgischen Markt sehr erfolgreich etabliert. Im Rahmen der Fokussierung auf unser Kerngeschäft am Standort Bremen haben wir uns dennoch für den Verkauf unserer Privatbank entschieden“, kommentierte Vorstand Thomas Fürst die Entscheidung.

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Schütz erwirbt die Anteile der Mitteilung zufolge über sein Family Office und steigt mit dem Kauf in die Geschäftsbereiche Private Banking und Wealth Management ein. Er will aus der FIS eine Unternehmerbank aufbauen und sich dabei vorwiegend auf die Märkte in Luxemburg, Deutschland und Österreich konzentrieren. „Wir sehen eine Marktlücke in der umfassenden Betreuung von Unternehmern in allen ihren Belangen: von der Finanzierung des Unternehmens bis zum Vermögensmanagement des Eigentümers“, sagte Schütz dem „Handelsblatt“.

Wie teuer die Bank für ihn ausfiel? Die Vertragspartner haben Stillschweigen über den Preis vereinbart. Die Übernahme, so gibt es Schütz gegenüber dem „Handelsblatt“ an, sei mit den Bankaufsehern und der Deutschen Bank abgestimmt. Warum das nötig ist, erklärt die Position, die Schütz im Frankfurter Konzern inne hat. Schütz ist nicht allein Gründer des Vermögensverwaltungsunternehmens C-Quadrat, er sitzt außerdem im Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Noch bis 2023 ist er gewählt. Das Aufsichtsratspräsidium des Konzerns sah aber keine Einwände gegen den Kauf „im Sinne von Unvereinbarkeiten“ mit der Aufgabe, die Schütz im Kontrollgremium ausübt, zitiert der Bericht einen Sprecher der Deutschen Bank.

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Ursprünglich war die FIS eine Niederlassung der Sparkasse Bremen in Luxemburg. Heute ist die Privatbank als eigenständiges Kreditinstitut tätig und verzeichnet eine Bilanzsumme von fast 40 Millionen Euro (2019). Zum Vergleich: Die Bilanzsumme der Sparkasse Bremen betrug zuletzt mehr als zwölf Milliarden Euro. Die Bank will ein Partner der einstigen Tochter bleiben: Es soll im Zuge des Verkaufs eine intensive Kooperation vereinbart worden sein.

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Zur Sache

Neues Kundenzentrum

Die Sparkasse Bremen zieht in diesem Jahr in den Technologiepark. Eine Folge: Das Kundenzentrum am Brill schließt. Der Standort in der Bahnhofstraße soll nun aber künftig als das neue Kundenzentrum fungieren, um im Innenstadtbereich weiterhin umfangreichen Service anzubieten – auch weitere Schließfachanlagen als Ersatz für die Safes am Brill.

Seit vergangenem Dezember wird der Standort dafür modernisiert und erweitert. Ab dem 21. September sollen in der Bahnhofstraße alle Angebote zur Verfügung stehen, auch persönliche Beratung zu Immobilien, zum Vermögen oder zu Versicherungen. Alle Beraterinnen und Berater, die bisher in der Kundenhalle am Brill arbeiteten, werden hier ebenfalls im Einsatz sein.

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