Tarifkonflikt der Geldtransportbranche

Streik beendet: Geldautomaten werden wieder gefüllt

Nach 14 Stunden Verhandlungsmarathon haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft auf einen neuen Tarifvertrag für die Mitarbeiter der Geld- und Werttransportbranche geeinigt.
04.01.2019, 16:15
Lesedauer: 2 Min
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Streik beendet: Geldautomaten werden wieder gefüllt
Von Florian Schwiegershausen
Streik beendet: Geldautomaten werden wieder gefüllt

50 streikende Mitarbeiter der Geld- und Wertbranche demonstrieren auf dem Weg zum Bremer Marktplatz für mehr Lohn.

Verdi

Im Tarifkonflikt zwischen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und den Arbeitgebern der Geld- und Wert-Branche haben sich beide Seiten am Freitag auf ein Ergebnis für die bundesweit etwa 12 000 Beschäftigten der Branche geeinigt. Nach einem 14-stündigen Verhandlungsmarathon konnten sich beide Seiten auf den neuen Tarifvertrag festlegen. Der sieht eine Anhebung der Entgelte in zwei Stufen zwischen 7,7 und 17,1 Prozent vor.

Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes sagte: „Das ist ein hervorragendes Ergebnis. Die hohe Beteiligung der Beschäftigten an den Warnstreiks zum Jahresauftakt hat dies möglich gemacht.“ Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Geld- und Wertdienste (BDGW), Harald Olschok sagte: "Mit diesen Erhöhungen gehen wir weit über die Schmerzgrenze hinaus. Im Interesse unserer Kunden aus dem Handel und den Banken und letztlich der Verbraucherinnen und Verbraucher wollten wir jedoch ein schnelles Ende der dreitägigen Warnstreiks." Er wies auch darauf hin, dass die Preise für das Bargeldhandling nun deutlich steigen würden.

Am Freitagmittag hatten auf dem Bremer Marktplatz nochmals 50 Beschäftigte der Unternehmen Ziemann und Prosegur mit einer Demonstration lautstark auf ihren Streik aufmerksam gemacht. „Ohne dieses Engagement der Kollegen wäre das Ergebnis nie erreicht worden“, sagte der Bremer Verdi-Gewerkschaftssekretär Herbert Behrens, „die Kollegen haben sich mit dem dreitägigem Streik Respekt verschafft in der Auseinandersetzung um faire Bedingungen in ihrer Branche.“

Noch vor Bekanntwerden des Ergebnisses hatte die Landessparkasse zu Oldenburg vorsorglich ihren Kunden empfohlen, beim Einkauf die Möglichkeit des bargeldlosen Zahlens stärker zu nutzen. Denn in Anbetracht des dritten Streiktags am Stück könne es an Geldautomaten in Einzelfällen zu Störungen kommen. Damit sollte es am Sonnabend vorbei sein, wenn die Beschäftigten ihre Arbeit wieder aufgenommen haben.

Zum 1. Februar steigt der Stundenlohn für Geldtransportfahrer in Bremen von 15,01 Euro auf 15,90 Euro, für Mitarbeiter in Niedersachsen von 15,63 Euro auf 16,52 Euro und zum 1. Januar 2020 in Bremen dann auf 16,79 Euro und in Niedersachsen auf 17,41. Für Geldzähler erhöhen sich die Stundenlöhne in Bremen und Niedersachsen jeweils zum 1. Februar von 13,01 Euro auf 13,91 Euro, zum 1. Januar 2020 dann jeweils auf 14,80 Euro.

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