Zahlen für 2021 Weniger Wohnungsbau in der Seestadt

In der Stadt Bremen gab es 2021 ein Plus bei den fertiggestellten Wohneinheiten, in Bremerhaven ging die Zahl im Vergleich zum Vorjahr dagegen zurück. Die CDU kritisiert derweil, dass eine Strategie fehlt.
13.05.2022, 12:05
Lesedauer: 2 Min
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Weniger Wohnungsbau in der Seestadt
Von Peter Hanuschke

Genau 1.703 Wohnungen wurden nach Angaben des Statistischen Landesamts Bremen im vergangenen Jahr hier fertiggestellt. Davon wurden 1.604 Wohnungen in der Stadt Bremen errichtet – das entspricht einem Plus von 54 gegenüber dem Vorjahr – und 99 in Bremerhaven, was ein Minus von 196 bedeutet. "Baugenehmigungen wurden für 2.332 Wohnungen erteilt, das sind 273 Genehmigungen mehr als 2020", so das Statistische Landesamt. Zwischen Baugenehmigung und -fertigstellung würden durchschnittlich etwa zwei Jahre vergehen. In der Stadt Bremen wurden laut der Statistikbehörde 2.082 Wohneinheiten genehmigt, ein Plus von 256; und in Bremerhaven wurde mit 250 Genehmigungen das Vorjahresniveau um 17 Wohneinheiten leicht überschritten.

Die Angaben beziehen sich auf Wohnungen im Neubau und auf Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden. Der Großteil der Baugenehmigungen und -fertigstellungen wurde für Neubauten erteilt, lediglich 66 der 1.703 im Jahr 2021 fertiggestellten Wohnungen entstanden durch Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden; 92 der fertiggestellten Wohnungen entstanden in Nichtwohngebäuden.

Bezahlbarer Wohnraum sei für Bremen und Bremerhaven immens wichtig, sagte Bausenatorin Maike Schaefer (Grüne) zu den Zahlen. Man sei auf einem guten Weg, die im Koalitionsvertrag vereinbarten Voraussetzungen für 10.000 Wohneinheiten in dieser Legislaturperiode als Grundstein zu schaffen. Dennoch gebe es große Herausforderungen, "da die Preise in der Baubranche stark ansteigen. Dem versuchen wir insbesondere mit den städtischen Wohnungsbaugesellschaften wie etwa der Gewoba entgegenzuarbeiten“.

Kritik kommt unterdessen von der Opposition: "Die Sektkorkenstimmung von Frau Dr. Schaefer kann ich nicht nachvollziehen", sagte Silvia Neumeyer, CDU-Fraktionssprecherin für Bau, auf Nachfrage des WESER-KURIER. Auch das zweite Jahr in Folge baue Bremen weniger Wohnungen. Das Ergebnis stehe sinnbildlich für das ambitionslose Vorhaben des Senats, die Voraussetzungen für 10.000 Wohnungen zu schaffen, ohne zu erklären, was das eigentlich bedeute. Weiterhin ungeklärt sei, "wie wir die teuer eingekaufte Brebau strategisch für den Wohnungsbau nutzen wollen". Baulücken und Aufstockungen, wie so oft von Beiräten gefordert, scheiterten am politischen Willen des rot-rot-grünen Senats. "Wir müssen Wohnraum für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stellen, um weitere Abwanderungen ins niedersächsische Umland zu verhindern. Wir müssen auch endlich die Gewoba stärker in den Wohnungsbau einbinden." Ohne die privaten Investoren seien Bremens Zahlen noch schlechter.

"In den vergangenen fünf Jahren wurden im Land Bremen 11.903 Bauanträge genehmigt und 9674 Wohnungen fertiggestellt", heißt es aus dem Bauressort. Im Programm „Wohnungsbauperspektiven 2020-2023plus“ des Bauressorts seien zudem stadtbremische Potenzialflächen für 11.036 Wohneinheiten identifiziert worden.

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