Immobilienpreise im Bremer Westen Wohnen im Westen wird teurer

Bei den Immobilienpreisen holt der Bremer Westen allmählich auf: Häuser und Wohnungen in Findorff, Walle und Gröpelingen sind deutlich teurer geworden. Das gilt sowohl für Neubauten als auch für Altbauten.
21.07.2019, 10:54
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Wohnen im Westen wird teurer
Von Detlev Scheil

Bremer Westen. Der Westen holt preislich allmählich auf: Die Preise für Immobilien sind im vergangenen Jahr wie in den anderen Stadtteilen auch in Findorff, Walle und Gröpelingen weiter gestiegen. Das gilt sowohl für Neubauten als auch für Altbauten. Der jetzt erschienene Grundstücksmarktbericht 2019 macht die Entwicklung der Preise transparent.

Deutschland gilt als Nation der Mieter. Lediglich etwa jeder zweite Deutsche hat Wohneigentum, in Bremen sind nur etwa 37 Prozent aller Wohnungen von Eigentümern bewohnt. In den südeuropäischen Ländern zum Beispiel ist der Anteil der Immobilieneigentümer erheblich höher. Die historisch niedrigen Zinsen für Immobiliendarlehen haben allerdings inzwischen hierzulande zu einem Umdenken geführt. So möchte aktuell laut Institut der deutschen Wirtschaft fast ein Drittel der Mieter unter 50 Jahren möglichst ein Eigenheim erwerben. Doch das Angebot in den Großstädten ist knapp.

Die Preise für Neubau-Eigentumswohnungen kletterten stadtweit im vergangenen Jahr um elf Prozent, nachdem sie ein Jahr zuvor um zwei Prozent gestiegen waren. So kostet eine Wohnung jetzt im Schnitt 4448 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Im Bremer Westen wurden mit Schwerpunkt Überseestadt 80 neue Wohnungen verkauft, und zwar 72 in Walle zu einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4095 Euro und acht in Findorff (4506 Euro).

Moderater geht es auf dem Markt der Gebrauchtwohnungen zu. Sie kosten im Durchschnitt aller Bremer Lagen, Ausstattungs- und Altersklassen 1886 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung sind das 132 000 Euro. Für die Stadtlage West (ohne Findorff) stieg der mittlere Preis für eine gebrauchte Eigentumswohnung um fünf Prozent auf 1370 Euro pro Quadratmeter. Im Bremer Westen wurden 229 Altbauwohnungen verkauft, und zwar 108 in Findorff, 56 in Walle und 65 in Gröpelingen. Die mittleren Quadratmeterpreise lagen zwischen 1224 Euro (Gröpelingen) und 2194 Euro (Findorff).

Reihenhäuser sind gefragt

Für neu gebaute Reihenhäuser in normalen Stadtlagen Bremens wurden im Durchschnitt 309 000 Euro bei der Variante Normaleigentum gezahlt, bei der Variante Reihenhaus als Wohnungseigentum waren es 284 000 Euro. Der mittlere Quadratmeterpreis betrug demnach 2810 Euro (Normaleigentum) beziehungsweise 2440 Euro (Wohnungseigentum). In der Gröpelinger Interhomes-Neubausiedlung Pastorenweg/Martha-Heuer-Straße sind 23 Reihenhäuser in kurzer Zeit zu Preisen zwischen rund 200 000 und 270 000 Euro verkauft worden, das entspricht einem Quadratmeterpreis von 1860 Euro.

Bei den gebrauchten Reihenhäusern lag der mittlere Preis im Bremer Westen (ohne Findorff) bei 169 000 Euro oder 1550 Euro pro Quadratmeter. Dabei schwankte der Quadratmeterpreis je nach Baujahr zwischen 1535 und 1790 Euro – das bedeutet eine erneute Verteuerung um bis zu 20 Prozent, die sich insbesondere in Walle bemerkbar machte.

Insgesamt 325 Reihenhäuser aus dem Bestand wechselten im vergangenen Jahr im Bremer Westen den Besitzer: 143 in Gröpelingen, 121 in Walle und 61 in Findorff. Dabei gilt Findorff als eine der besonders begehrten Wohnlagen in der Hansestadt, sodass der Stadtteil im Marktbericht gesondert aufgeführt wird. Die dort verkauften Reihenhäuser kosteten durchschnittlich 280 000 Euro oder 2425 Euro pro Quadratmeter. Damit blieb das Preisniveau nach starken Steigerungen in den vorausgegangenen Jahren 2018 nahezu stabil.

Der Marktwert von Doppelhaushälften entspricht weitgehend den Preisen von Reihenhäusern. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis im Bremer Westen lag bei 1285 Euro, der Hauspreis bei 173 000 Euro. Neu gebaute Doppelhaushälften wurden im Mittel für rund 2600 Euro pro Quadratmeter veräußert.

Neubauten von frei stehenden Einfamilienhäusern sind deutlich teurer. 346 000 Euro wurden in den Stadtlagen Süd, West, Ost und Nord im Durchschnitt für ein solches Eigenheim gezahlt. In bevorzugten Wohnlagen wie Schwachhausen oder Oberneuland waren es sogar 725 000 Euro.

Nur neun gebrauchte frei stehende Ein- und Zweifamilienhäuser wechselten im Bremer Westen den Besitzer: sechs in Gröpelingen zum Durchschnittspreis von 169 000 Euro, zwei in Findorff für jeweils rund eine halbe Million Euro und eines in Walle (ohne Wertangabe). Aufs Stadtgebiet bezogen wechselten im vergangenen Jahr 96 Mehrfamilienhäuser den Besitzer, davon 37 im Westen zu Preisen zwischen 440 000 und 549 000 Euro.

Weitere Informationen

Der Grundstücksmarktbericht Bremen 2019 ist gegen eine Gebühr von 60 Euro bei Geoinformation Bremen, Lloydstraße 4, Telefon 361 49 01, erhältlich oder kann per E-Mail an die Adresse gutachterausschuss@geo.bremen.de bestellt werden.

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