Zu wenig Personal

Wohngeldstelle in Bremerhaven überlastet

In der Wohngeldstelle in Bremerhaven haben sich rund 400 Anträge angestaut. Deshalb fallen ab Montag, 17. September die Sprechstunden aus, um die Lage wieder in den Griff zu bekommen.
11.09.2018, 20:02
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Wohngeldstelle in Bremerhaven überlastet
Von Nina Willborn
Wohngeldstelle in Bremerhaven überlastet
Bodo Marks/dpa

Rund 400 Anträge haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten in der Wohngeldstelle in Bremerhaven angestaut. Hinzu kommt eine angespannte Personallage: Durch Urlaub, akute und langfristige Erkrankungen waren im August nur noch vier von acht Sachbearbeitern im Dienst. „Sowohl für die Bürger als auch für die Sachbearbeiter ist die Situation eine Zumutung“, sagt Bremerhaven-Sprecher Volker Heigenmooser.

Damit die Mitarbeiter die Lage wieder in den Griff bekommen und Zeit haben, den Aktenberg abzuarbeiten, fallen ab Montag, 17. September, bis voraussichtlich Anfang Oktober die Sprechstunden der Wohngeldstelle aus. Die Mitarbeiter bleiben aber telefonisch und per E-Mail erreichbar. Heigenmooser: „Ich gehe davon aus, dass wir Anfang Oktober wieder normale Barbeitungszeiten von rund vier Wochen haben.“

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Neben der Krankheitsfälle auch ein Grund für die Überlastung ist laut dem Stadtsprecher, dass sich nach einer Gesetzesänderung im Jahr 2016 zwar die Zahl der Menschen erhöht hat, die einen Anspruch auf Wohngeld haben – etwa 1200 sind es aktuell in Bremerhaven – nicht aber das Personal. Das soll nun nachgeholt werden. „Im nächsten Personalausschuss soll meines Wissens nach eine zusätzliche Stelle genehmigt werden“, sagt Heigenmooser. Der tagt am 18. September.

Kritik an der Not-Schließung kommt von den Linken. „Eine Schließung der Wohngeldstelle ist unzumutbar. Eine solche Kapitulation der öffentlichen Verwaltung darf es nicht geben“, sagt der Bremerhavener Abgeordnete Nelson Janßen. Claudia Bernhardt, wohnungspolitische Sprecherin der Fraktion, fordert eine festgelegte zeitliche Obergrenze für die Bearbeitung von Anträgen.

„Die Bearbeitungsrückstände bei den Wohngeldstellen sind eine Katastrophe mit Ansage. Der Senat hat es versäumt, nach der Gesetzesänderung auf Bundesebene dafür zu sorgen, dass bei den kommunalen Stellen das Personal aufgestockt wird. Auch in der Stadt Bremen warten immer noch Menschen ein halbes Jahr auf ihren Bescheid“, sagt sie.

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