AfD-Chef

Gauland räumt ein: "Vogelschiss"-Äußerung war "politisch unklug"

Nach heftiger Kritik versucht der AfD-Chef seine Äußerung vom historischen "Vogelschiss" der Nazizeit geradezurücken. Und stellt schon wieder einen fragwürdigen Vergleich an.
09.06.2018, 18:43
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AfD-Chef Alexander Gauland hat seine relativierende Äußerung über die Nazi-Zeit als "missdeutbar und damit politisch unklug" bezeichnet. "Ich habe nichts bagatellisieren, sondern die moralische Verkommenheit von Hitler und seinen Spießgesellen ausdrücken wollen", sagte Gauland am Samstag in Nürnberg. Er trat dort beim Parteitag der bayerischen AfD auf und sagte in seiner Rede, wegen des NS-Regimes habe es 50 Millionen Tote und darunter sechs Millionen ermordete Juden gegeben - dies "kann mit dem von mir verwendeten Begriff nicht angemessen ausgedrückt werden". Er fügte hinzu: "Und deshalb war der Begriff eben eine Dummheit."

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Der AfD-Fraktionschef im Bundestag hatte beim Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative im thüringischen Seebach gesagt: "Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte." Der Satz fiel nach einem Bekenntnis zur Verantwortung der Deutschen für den Nationalsozialismus mit Millionen ermordeten Juden und Millionen Kriegstoten.

In Nürnberg kritisierte Gauland ferner Kanzlerin Angela Merkel (CDU) heftig für ihre Flüchtlingspolitik und bezeichnete sie als "verhängnisvollste Figur der deutschen Nachkriegsgeschichte". Er stufte ihr Wirken damit schlimmer ein als etwa das der DDR-Machthaber Walter Ulbricht und Erich Honecker, die für Mauerbau und Menschenrechtsverletzungen die politische Verantwortung trugen. (dpa)

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