Kunst im Park Farbsinfonie neben Erdbeergenuss

Kunst im Park hat am Pfingstwochenende viele Interessierte in den Kurpark von Bruchhausen-Vilsen gelockt. Dort konnte mit allen Sinnen genossen werden.
06.06.2022, 18:06
Lesedauer: 2 Min
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Von Bärbel Rädisch / RÄD

Bruchhausen-Vilsen. Mit allen Sinnen konnte am Pfingstwochenende im Kurpark von Vilsen geschwelgt werden. Das ging bei der Veranstaltung Kunst im Park beim Betrachten von figürlichen oder abstrakten Malereien, Landschaften, Stillleben, Menschen- und Tierportraits, dargestellt in Acryl, in Pastellkreide, Aquarell oder Öl, auf Leinwand und MDF. An anderer Stelle verfremdete trafen Interessierte aus Schwarz-Weiß-Fotografien, Skulpturen aus Holz, Stein und Bronze, Video-Aufnahmen auf Kunstglas gebannt. Anfassen erlaubt, auch Streicheln mit den Fingerspitzen, um grob gehauene Strukturen zu erforschen oder glatte Rundungen.

Fragen an die Kunstschaffenden beantworteten diese mit Ausdauer geduldig. Saxofonklänge von Vanessa Delekat schmeichelten sich ins Ohr, und das Duo Akustik Rock Albers offerierte Rockmusik vergangener Jahre. Leib und Seele wurden zusammengehalten von Köstlichkeiten für den Gaumen aus Deubelsküche. Der Künstlerteller mit gemischten Vorspeisen war auch eine Farbsinfonie neben Erdbeergenuss im Bowlenglas.

15 Kunstschaffende von Nah und Fern waren der Einladung des Kunst- und Kulturvereins unter erstmaliger Mitarbeit der Lübecker Agentur Home & Garden Event GmbH gefolgt, sich zum Thema „Licht und Schatten“ mit ihren Werken zu präsentieren. Da traf die in Venezuela geborene Sonia Riera-Apel mit ihren kleinformatigen Bildern, die sie „Penumbras“ nennt, den Nagel auf den Kopf. Das Wort bedeutet auf Spanisch Licht und Schatten. Besonders ist ihre Technik, ihre Objekte – ein Gesicht, eine Tasse, zwei Äpfel, ein Katzenkopf – aus schwarzem Vinylgrund hervortreten zu lassen als Negativ, das sie von Beginn an im Auge hat. Sie sagt: „Ich möchte meine Hände mit all dem tränken und es auf meine Werke übertragen, damit jedes Mal, wenn jemand sie betrachtet, das Gefühl entsteht, dass Kunst geboren wurde, um uns mit dem zu erfüllen, was nicht zu sehen ist.“

Fotos im Entwicklungsprozess im Labor zu unterbrechen, sei danach erneut dem Licht auszusetzen, um Rätselhaftes, Verfremdetes zu erzielen und den Kern eines Ausdrucks zu variieren – das ist das Bestreben der Fotokünstlerin Barbara Hasenmüller. Sie war aus der Nähe von Stuttgart angereist. Beim Wachendorfer René Rameil erfuhren die im Tiefdruckverfahren hergestellten Werke in vielen Arbeitsschritten durch Ätzungen auf der Kupferplatte Veränderungen von hell zu dunkel. Dies ließ ihn mit dem Thema Licht und Schatten spielen.

Die schwarzweißen/blauschwarzen Zwittertiere, die Anna und Michael Rofka passgenau Zebravögel nennen, dürften für Unterschiedlichkeit stehen im übertragenen Sinn. Sie ist in Sewerodonezk geboren, das derzeit im Krieg nur Schattenseiten erlebt, und kam 2013 aus der Ukraine nach Deutschland. Das Duo lebt in Laatzen.

Gerold Jepsen aus Schwaförden malt erst seit dem Rentenalter. Vielfarbig sind seine Tierdarstelllungen, von Licht überflutet. „Ich male nichts Dunkles, sondern nur, was mir Freude macht“, sagt er und zeigt auf ein Dackelportrait mit kunterbunten Ohren. Verhalten in der Farbigkeit hingegen sind die abstrakten Darstellungen in Öl von Sabine Helsper-Müller. Vier Preise zwischen 500 und 1000 Euro, gestiftet von der Avacon Netz GmbH, der Kreissparkasse Syke und dem Pflege- und Therapiezentrum Retzen, erhielten: Sonia Riera-Apel, Barbara Hasenmüller und Ronald Hoppe sowie Michael Rofka.

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