Gemeinderat Bru-Vi Keine Einwände gegen Sporthalle

Der TSV Süstedt möchte mehr Raum für Trainingsmöglichkeiten schaffen und beabsichtigt, eine Sporthalle zu bauen. Der Gemeinderat hat dafür den B-Plan nun einstimmig beschlossen.
02.06.2022, 16:11
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Keine Einwände gegen Sporthalle
Von Ivonne Wolfgramm

Bruchhausen-Vilsen. Ein Ort, an dem Übungsleiter und Vereinsmitglieder trainieren können – und das auch noch barrierefrei mit genügend Platz: Das wünscht sich der TSV Süstedt. Seit gut anderthalb Jahren plant der Sportverein daher, in direkter Nachbarschaft zu seinem Sportplatz eine neue Halle zu bauen. Ein Unterfangen, das Ausdauer benötigt. Nun aber ist der nächste Schritt geschafft, denn der Rat des Fleckens Bruchhausen-Vilsen hat am Mittwochabend den Bebauungsplan einstimmig auf den Weg gebracht.

Sowohl der Planungsausschuss der Samtgemeinde als auch der Bauausschuss des Fleckens hatten in der vergangenen Woche die Aufstellung des B-Plans für den Bau der Sporthalle ohne große Umschweife einstimmig empfohlen. Auch der Verwaltungsausschuss, der direkt vor der Ratssitzung am Mittwoch tagte, sprach sich einstimmig dafür aus. Bereits im Januar dieses Jahres fand die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit statt, Bedenken gab es in diesem Verfahrensschritt allerdings nicht.

Auch die Ratsmitglieder hatten keine Einwände, den Aufstellungsbeschluss zu fassen. Jedoch wollte Ratsherr Bernd Schneider (Grüne) das erstellte Gutachten über die Lärmemission am geplanten Standort der Sporthalle nicht unerwähnt lassen. Als "guten Start" bezeichnete er das Ergebnis des Gutachtens, aus dem hervorgeht, dass während der Dauer der Messung nur ein einziges Mal an einem Sonntagnachmittag eine erhöhte Lärmbelästigung für die Anwohner der Straße Hinterm Sportplatz festgestellt wurde. Hierzu merkte Gemeindedirektor Bernd Bormann an: "Die Messergebnisse waren erhöht, aber noch im Rahmen für ein Mischgebiet." Als "noch besser" bezeichnete Schneider den Hinweis.

Die Entscheidung des Rats kam für den Vorsitzenden des TSV Süstedt, Oliver Stellmann, nicht überraschend. Von den Publikumsplätzen verfolgte er die Sitzung. Von Anfang an sei der Gemeinderat an der Planung beteiligt, finanzierte das Bauvorhaben des Vereins über drei Jahre mit einer Summe von insgesamt 125.000 Euro, berichtet Stellmann. "Über 20 Gruppen hat der Verein, für die Indoor-Angebote der kleinen Kurse nutzen wir einen Raum im Obergeschoss unseres Vereinsheims", sagt der Vorsitzende über die derzeitige Situation des Vereins. Zu wenig Raum sei das. Aber auch hinsichtlich der Barrierefreiheit ist der Übungsraum in Vereinsheim unpraktisch: "Der Raum ist nur über eine Treppe erreichbar. Für Gesundheits-, Reha- und Behindertensport geht das nicht."

So hatte der Verein auf seiner Mitgliederversammlung im Frühjahr 2020 bereits entschieden: Eine neue Halle muss her. 700.000 Euro kostet der Bau nach derzeitigem Stand. Eine gewaltige Summe für den Sportverein. Maximal 400.000 Euro will der TSV als Darlehen aufnehmen. Die restliche Summe setze sich aus den Zuschüssen des Fleckens, der Samtgemeinde (rund 50.000 Euro), und des Landessportbunds (rund 100.000 Euro) zusammen, zählt Stellmann auf, sowie aus Eigenkapital und Spenden. "Es ist viel Arbeit", sagt der Vorsitzende und hofft, dass spätestens im Frühjahr des kommenden Jahres mit dem Bau begonnen werden kann.

Mit dem positiven Ratsbeschluss kann nun der nächste Verfahrensschritt erfolgen: die öffentliche Auslegung mit Begründung und Umweltbericht bei gleichzeitiger Beteiligung der Träger öffentlicher Belange.

Zur Sache

Zwei weitere B-Pläne beschlossen

Neben der künftigen Sporthalle in Süstedt beschloss der Fleckenrat noch zwei weitere Bebauungspläne. Dazu gehörte der B-Plan Nr. 4 (16/57) "Sulinger Straße 54". Der Plan soll die Bebauung des nördlichen, zur Trahe gelegenen unbebauten Grundstückteils ermöglichen, nachdem die Rahmenbedingungen nun mit dem Eigentümer des Grundstücks geklärt worden sind, heißt es in der Beschlussvorlage. Mit einem Abstand von 25 Metern soll die Trahe aus Sicht des Naturschutzes von dem Bauteppich, für das ein neues Wohngebäude festgesetzt ist, geschützt werden.

Weiterhin stand auch der B-Plan Nr. 4 (16/74) "Berxer Marschbruch" auf der Tagesordnung, der sich mit dem Betriebsgelände der Firma Nord-Industriegummi GmbH & Co. KG südlich der Straße befasst. "Um dem Betrieb auch für die Zukunft eine gesicherte Entwicklung zu gewährleisten, soll das zurzeit im Außenbereich befindliche Betriebsgelände durch die Aufstellung eines B-Plans gesichert werden", ist der Beschlussvorlage zu entnehmen. Damit der Betrieb sich weiter entwickeln kann, soll der Geltungsbereich des B-Planes als Mischgebiet ausgewiesen werden, das benachbarte Wohngrundstück wird dadurch in den Plan aufgenommen. Weitere Baumöglichkeiten sollen mit der Aufstellung des B-Plans jedoch nicht erfolgen.

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