Ausstellung von Rita Wolff im MGH Brinkum

Lauter Lebensbegleiter

Die Moordeicher Künstlerin Rita Wolff hat die Porträtmalerei für sich entdeckt. Daraus entstanden ist ihre Ausstellung "Was bleibt...", die nun im Brinkumer Mehr-Generationen-Haus zu sehen ist.
30.07.2021, 16:30
Lesedauer: 3 Min
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Von Claudia Ihmels
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In ihre Ausstellung hat Rita Wolff auch einen Spiegel integriert. So kann sie selbst Teil der Ausstellung sein, aber auch jeder Besucher, der in den Spiegel schaut.

Michael Galian

Stuhr-Brinkum. Porträts der Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem einstigen Tennisspieler Boris Becker, der Schauspielerin Romy Schneider, dem früheren US-Präsidenten Barack Obama und seiner Frau und der britischen Queen Elizabeth, aber auch von Landrat Cord Bockhop und Bürgermeister Stephan Korte sind derzeit im Brinkumer Mehr-Generationen-Haus (MGH) zu sehen. Die Moordeicher Künstlerin Rita Wolff hat seit einiger Zeit die Porträtmalerei für sich entdeckt. Entstanden ist dabei die Ausstellung "Was bleibt..." mit aktuell 88 Bildern. Neben den Porträts zeigt Wolff außerdem drei abstrakte Bilder. Bis Ende September werden die Werke im MGH zu sehen sein.

Gemeinsam haben alle Dargestellten, dass sie die Künstlerin auf ihrem Lebensweg in irgendeiner Form begleitet oder beeindruckt haben. "Die Queen war etwa schon Königin, als ich geboren wurde", sagt Rita Wolff. Auch alle bisherigen deutschen Bundeskanzler hat sie gemalt. Neben diesen Porträts hängt bewusst noch eine Leinwand, auf der nur ein Fragezeichen zu sehen ist. Nach der Wahl kann Wolf dieses Bild sofort austauschen. Da sie sich im Moment viel mit der nahenden Bundestagswahl beschäftigt, hat sie bereits Bilder von allen Kanzlerkandidaten angefertigt. 

Bei einigen wenigen Bildern muss man zwei Mal hinschauen, um sie zu erkennen. Die Sängerin Lady Gaga zum Beispiel, die von Wolff ganz natürlich gemalt wurde, während sie in der Öffentlichkeit meist aufwendig gestylt auftritt. Die Sängerin Shirley Bassey trägt auf ihrem Porträt eine Maske, die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg ist zwar gut zu erkennen, wirkt aber sehr ernst und einige Jahre älter. Beim Opernsänger Luciano Pavarotti hat sich Wolf hingegen für die Darstellung einer jungen Version entschieden, dazu mit einem freundlichen Lächeln.

Bewusst hat Rita Wolff nicht nur Porträts von bekannten Persönlichkeiten gemalt, sondern auch von "Alltagsmenschen" – obwohl: "Eigentlich mag ich dieses Wort aber gar nicht", schiebt die Künstlerin hinterher. Schließlich sei jeder Mensch einzigartig und sie differenziere dabei auch nicht. Und so gibt es in der Ausstellung auch Menschen zu sehen, die im direkten Umfeld der 64-Jährigen eine bleibende Rolle gespielt haben oder es noch tun. Ihren Ehemann Klaus Torns hat sie auf einer Leinwand verewigt, ihre Schwester, sich selbst in jüngeren Jahren zusammen mit ihrem Zwillingsbruder und auch ihren Großvater Wilhelm Meyerholz. "Er war auch der letzte Bürgermeister von Seckenhausen und dort vorher lange Gemeindedirektor", erzählt Rita Wolff. 

Wer möchte, kann außerdem selbst Teil der Ausstellung werden. Denn statt eines Porträts befindet sich an einer Stelle auch ein Spiegel. Und es gibt noch eine Besonderheit: Das Porträt des früheren US-Präsidenten Donald Trump hat Rita Wolff mit einem schwarzen Tuch verhüllt. Wer möchte, kann es lüften. Nicht ganz so offensichtlich, aber auch bei einigen anderen Bildern kann man durchaus erkennen, ob die Künstlerin der dargestellten Person eher negativ oder positiv gegenübersteht. 

Gleich im Flur des Mehr-Generationen-Hauses ist zudem ihr erstes Porträt zu sehen. Es zeigt den Physiker Albert Einstein in seiner bekannten Pose mit der ausgestreckten Zunge. 2018 habe sie bei einem Aufenthalt in Worpswede das Foto in der Zeitung gesehen und gedacht, dass "den doch jeder kennt", er also einer ist, der bleibt. Danach kamen immer mehr Bilder dazu. Einige Menschen hat Rita Wolff auch bereits mehrfach gemalt. Bei Angela Merkel und dem einstigen Bundeskanzler Willy Brandt habe sie bei den ersten Ergebnissen das Gefühl gehabt, die Person noch nicht richtig "erfasst" zu haben.

Mittlerweile hängen die Bilder schon seit einiger Zeit im MGH. Da das Haus aber coronabedingt noch geschlossen war, kann die Ausstellung nun erst offiziell starten. Seit Anfang Juli treffen sich aber bereits wieder die ersten Gruppen im Haus, sodass MGH-Leiterin Daniela Gräf schon die ersten Reaktionen beobachten konnte. "Es ist hier noch nie so viel über eine Ausstellung gesprochen worden, sie bewegt die Menschen", hat Daniela Gräf beobachtet, von der es übrigens auch ein Porträt gibt. Schließlich begleitet sie Rita Wolffs Leben auch schon einige Zeit – denn "Was bleibt..." ist bereits die zweite Ausstellung der Moordeicherin im MGH.

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten des MGH montags bis freitags von 8.30 bis 17 Uhr kostenlos und ohne Anmeldung besichtigt werden. Allerdings müssen die Besucher – wie im MGH derzeit üblich – nachweisen, dass sie geimpft, getestet oder genesen sind. Das MGH befindet sich an der Bremer Straße 9 in Stuhr-Brinkum.

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