Keine Büttenabende, Kinderfasching und Umzug

Verantwortliche sagen Ganderkeseer Fasching für 2021 ab

Die Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) hat die Faschingssaison 2021 komplett abgesagt. „Ein reduzierter Fasching unter Hygieneauflagen ist für uns alle nicht denkbar“, heißt es in einer Mitteilung.
19.08.2020, 16:06
Lesedauer: 2 Min
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Verantwortliche sagen Ganderkeseer Fasching für 2021 ab
Von Jochen Brünner
Verantwortliche sagen Ganderkeseer Fasching für 2021 ab

Diese Bilder wird es 2021 nicht geben. Die Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine hat die komplette Faschingssaison 2020/2021 inklusive Büttenabende, Kinderfasching und Umzug abgesagt.

INGO MöLLERS

Jens Spahn, Gesundheitsminister und Ottensteiner Kinderprinz von 1992, hat am Dienstag ausgesprochen, was auch die Aktiven der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine bereits seit einiger Zeit befürchtet haben. In der Telefonkonferenz des Bundestages stellte er die Faschings- und Karnevalsveranstaltungen der kommenden Session stark infrage, was die Verantwortlichen vor Ort nun – früher als eigentlich geplant – veranlasst hat, die Faschingssaison 2020/2021 komplett abzusagen.

"Der Fasching mit seinen Büttenabenden, dem Kinderfasching und dem Hauptwochenende wird im Jahr 2021 nicht stattfinden", teilte GGV-Sprecher Timo Vetter am Mittwochmittag mit. "Ein reduzierter Fasching unter Hygieneauflagen ist für uns alle nicht denkbar. Auch ist die finanzielle Lage unseres Vereins bekanntermaßen angespannt. Neu sei allerdings, dass der GGV nicht nur das Wetter am Haupttag, sondern auch ein Virus einen Strich durch die Rechnung machen könne.

„Selbst bei optimistisch erwarteten Lockerungen sind wir gefühlt noch weit von einem Fasching entfernt, wie wir ihn kennen. Wir wollen keinen Fasching um jeden Preis. Die Gesundheit geht selbstverständlich vor. Auch wollen wir nicht in die Fußstapfen von Heinsberg treten“, erklärte die GGV weiter. Man wisse nicht, wie die Corona-Situation zu Beginn des Jahres 2021 sein werde. „Ein Fasching wie unserer benötigt aber einen großen Planungsvorlauf. Büttenabend- und Umzugsgruppen müssen planen, bauen, üben“, macht Vetter deutlich.

„Natürlich bin ich enttäuscht, gleich mit einer Absage in meine Amtszeit zu starten“, kommentiert der neue GGV-Präsident Thomas Tesch die Entwicklung. „Aber auch wenn das Herz in eine andere Richtung weist: Bevor wir keinen Impfstoff haben, kann nur die Vernunft siegen.“ In diesem Sinne hoffe er, dass der Fasching in der Session 2021/2022 wieder richtig durchstarten kann.

Auch Kirstin Rohlfs vom Regieteam der Büttenabende steht hinter der Absage: „Das Präsidium hat uns in die Entscheidung mit einbezogen, weshalb das für uns jetzt nicht überraschend kommt.“ Auch für sie sei es unvorstellbar, „die Garden mit 1,50 Meter Abstand tanzen zu lassen. Und wir wollen auch nicht schuld sein, wenn der Fasching ganz Ganderkesee lahmlegt“. Schade sei es vor allem um jene geplanten Programmpunkte, die sich ganz konkret auf das Jubiläumsjahr beziehen würden und nicht einfach verschoben werden könnten.

Nach Ansicht Vetters ist Fasching aber auch ein bisschen wie Weihnachten: „Selbst wenn die Familie nicht zu Besuch kommt und es auch keine Geschenke gibt, es bleibt trotz allem Weihnachten. Egal, wie sich die Pandemie entwickelt, am 11.11. soll die 70. Faschingssession trotzdem beginnen.“ Wie die GGV die Auftaktveranstaltung gestaltet, ob es neue Prinzenpaare geben wird, ob sie im kleinen Rahmen oder sogar nur als Livestream stattfindet, all diese Entscheidungen behält sich das Präsidium zurzeit noch vor.

Und auch Kirstin Rohlfs lässt durchblicken, „dass es da trotz allem noch ein paar Ideen in der Schublade gibt. Man sollte jetzt nicht komplett aufhören zu hoffen.“ Wobei es auch gelte, die neuen Verordnungen der Niedersächsischen Landesregierung abzuwarten. Über das weitere Vorgehen will die GGV Anfang September auf einer Festausschusssitzung beraten.

„Ganderkesee ist und bleibt eine Narrenhochburg. Wir sind uns sicher, dass es in der örtlichen Gastronomie Faschingsveranstaltungen im kleineren Rahmen geben wird, sollte es die gesundheitliche und gesetzliche Situation erlauben. Darauf freuen wir uns“, betont Vetter.

Insgesamt ist es bereits das dritte Mal in der 70-jährigen Geschichte des Ganderkeseer Faschings, dass die Verantwortlichen eine Saison abgesagt haben. 1991 war der Golfkrieg für den Ausfall verantwortlich, 1962 die schwere Sturmflut.

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