Kommunalwahlen

Lilienthal vor Stichwahl - Klare Sachen in Worpswede und Grasberg

Die ersten Ergebnisse des Wahltages stehen fest. Im Rennen um das Rathaus steht Lilienthal eine Stichwahl bevor. Klare Verhältnisse gibt es dagegen in Worpswede und Grasberg.
13.09.2021, 00:32
Lesedauer: 4 Min
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Von André Fesser Lutz Rode Johannes Heeg Lars Fischer Petra Scheller

Bei den Kommunalwahlen stehen die ersten Ergebnisse fest: Demnach steht Lilienthal eine Stichwahl um den Bürgermeisterposten bevor. Nach Auszählung aller Wahlbezirke landete Amtsinhaber Kristian Tangermann (CDU) mit 44,64 Prozent auf Platz 1. Zweiter wurde Kim Fürwentsches von Bündnis 90/Die Grünen, der 21,16 Prozent der Stimmen erzielte. Dahinter landeten SPD-Kandidatin Evelin Wöstenkühler (19,62), Querdenker Claus Tietjen (6,62), der Linke Andreas Strassemeier (5,41) und FDP-Kandidat Henry Balzer (2,5). Somit werden Kristian Tangermann und Kim Fürwentsches am 26. September zu einer Stichwahl antreten. An diesem Tag stehen auch die Wahlen zum Deutschen Bundestag an.

Klare Sache in Worpswede

Auch bei seiner fünften Kandidatur kann Worpswedes amtierender Bürgermeister Stefan Schwenke einen Sieg für sich verbuchen. Der parteilose Jurist setzte sich überraschend klar gegen seinen Herausforderer Jochen Semken von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) durch: Mit 65,1 Prozent behauptet sich der 57-Jährige klar vor Semken, der 34,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Dicht beieinander lagen die beiden Bewerber lediglich im Ortskern, wo Schwenke zum Teil nur knapp die Nase vorn hatte. Umso deutlicher triumphierte er in den Außendörfern, wo er durchweg über zwei Drittel der Stimmen bekam. Letztendlich gewann er in allen 14 Wahllokalen ebenso wie bei den rund 2500 Briefwählern. Insgesamt gab es 8286 Wahlberechtigte. Die Wahlbeteiligung lag in Worpswede bei 66,3 Prozent.

Schorfmann holt in Grasberg 82 Prozent

Auch Marion Schorfmann ist als Bürgermeisterin von Grasberg wiedergewählt. Mit 82,26 Prozent Ja-Stimmen und 17,74 Prozent Nein-Stimmen erhält die Tüschendorferin die absolute Mehrheit. Etwas weniger als bei ihrer vergangenen Wahl im Jahr 2013. Damals hatte die Christdemokratin noch 90,78 Prozent Zustimmung erhalten. Schorfmann kommentiert das so. „Wir haben vor der Wahl schwierige Entscheidungen getroffen – wir haben das nicht auf die lange Bank geschoben“, sagt die amtierende Bürgermeisterin. Sie meint damit die umstrittene Baumfäll-Aktion am Wiesendamm, die Diskussion um die Schulbusstrecke, die Pläne für das Gewerbegebiet – Entscheidungsprozesse, bei denen es Kritik hagelte. In diesem Zusammenhang sei sie mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. „Ich bin sehr glücklich über die große Zustimmung“, sagt sie kurz nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses.  Es sei starker Rückenwind in Zeiten wegweisender Reformen. Die Wahlbeteiligung lag bei 64 Prozent.

Rat in Grasberg steht

Unter den fünf Parteien, die in Grasberg zur Gemeindewahl antraten, lag die CDU am Ende der Auszählungen mit rund 59 Prozent der Stimmen klar vorne. Die Grünen konnten ein Ergebnis von gut 20 Prozent einfahren, die SPD holte 15 Prozent der Stimmen der Wählerinnen und Wähler ein. Die Freidemokraten, die nach langer Zeit wieder einen Kandidaten zur Wahl stellten, kamen am Ende der Stimmenauszählung auf rund drei Prozent. Die Basis-Partei, die sich im Juni 2020 in Erwiderung zu den Corona-Beschränkungen gegründet hatte, lag ebenfalls bei einem Anteil von rund drei Prozent.

SPD-Spitzenkandidatin Elke Schnakenberg zeigte sich noch am Wahlabend enttäuscht von dem Ergebnis ihrer Partei. Immerhin haben die Sozialdemokraten einen ihrer bislang vier Sitze im Gemeinderat verloren. Gestärkt gehen die Grünen aus der Wahl hervor. Sie gewinnen einen Sitz und werden in der kommenden Ratsperiode mit vier Sitzen vertreten sein. "Wir freuen uns riesig", kommentierte Grünen-Vertreter Jörn Schumm das Ergebnis. Die CDU verliert einen ihrer 13 Sitze an die Basis, die künftig mit einem Sitz vertreten ist, bildet aber weiterhin die stärkste Fraktion im Gemeinderat.

Die Wahlbeteiligung bei den Gemeinderatswahlen betrug 64,37 Prozent und ist damit zu den Wahlen im Jahr 2016 leicht gestiegen. Damals waren es nur 56,98 Prozent.

Prietz wird Landrat im Kreis Rotenburg

Marco Prietz aus Bremervörde wird neuer Landrat im Landkreis Rotenburg. Der 33-jährige CDU-Mann aus Bremervörde bekam 60,3 Prozent der Wählerstimmen (Stand 21.10 Uhr) und setzte sich damit gegen seine Mitbewerber Gabriele Hornhardt aus Kirchwalsede (parteilos, 24,8 Prozent) und Stefan Klingbeil aus Rotenburg (Die Linke, 14,9 Prozent) durch. Prietz wird Nachfolger von Hermann Luttmann (CDU), der nicht mehr angetreten war. Mit dem Wahlabend endete für Prietz ein Wahlkampfmarathon mit 250 Terminen, darunter Wanderungen, Radtouren, Grillabende und Betriebsbesichtigungen. "Meine Hoffnung war, dass ich ein ähnliches Ergebnis erziele wie Hermann Luttmann bei seiner letzten Wahl, als er 62 Prozent erreichte", so Prietz noch während der Auszählung. Nach dem Noch-Amtsinhaber zählte Mitbewerber Stefan Klingbeil zu den ersten Gratulanten. Auch er freute sich über sein Ergebnis: "Alles über fünf Prozent ist völlig in Ordnung." Er sei erst spät in den Wahlkampf eingestiegen.

Stichwahl in Tarmstedt

Bei der Samtgemeindebürgermeisterwahl in Tarmstedt gehen zwei Parteilose in die Stichwahl: Weder der für die CDU angetretene Markus Schwiering (38,8 Prozent) noch der Einzelbewerber Oliver Moje (33,9) erreichten die absolute Mehrheit. Aus dem Rennen sind der SPD-Kandidat Bernd Sievert (23,4 Prozent) und der Einzelbewerber Jochen Albinger (3,9 Prozent). Der noch amtierende Samtgemeindebürgermeister Frank Holle steckte in der Stadt Rotenburg eine Niederlage ein. Mit 35 Prozent (Stand 21.10 Uhr) unterlag der CDU-Bewerber dem Einzelkandidaten Torsten Oestmann (65 Prozent), den SPD und Grüne unterstützten.

Niedersachsenweit geht es um mehr als 2100 kommunale Vertretungen, also über die Kreistage der 36 Landkreise, die Räte der acht kreisfreien Städte und die Regionsversammlung in der Region Hannover. Darüber hinaus werden die Räte von 905 kreisangehörigen Gemeinden sowie 128 Samtgemeinden neu bestimmt. Auch über die Zusammensetzung von mehr als 1000 Bezirks- und Ortsräten sowie zwei Einwohnervertretungen wird entschieden. Gleichzeitig werden aber auch zahlreiche Landräte und Bürgermeister gewählt – in insgesamt 282 Kommunen.

Details zur Wahl in Niedersachsen finden Sie auf unserer Themenseite.

+++ Dieser Text wird fortlaufend aktualisiert. +++

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