Ehrung für Friedrich Humborg aus Schwanewede 40 Jahre im Kreistag Osterholz

Seit 40 Jahren gehört Friedrich Humborg aus Schwanewede dem Kreistag Osterholz an. Dafür ist er jetzt geehrt worden. Vor allem für die Sportförderung hat sich der heute 84-Jährige eingesetzt.
07.07.2021, 10:00
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40 Jahre im Kreistag Osterholz
Von Gabriela Keller

Schwanewede/Landkreis Osterholz. Seit 40 Jahren ist Friedrich Humborg aus Schwanewede im Kreistag Osterholz aktiv. Dafür ist der Christdemokrat jetzt geehrt worden. Am 3. Oktober 1976 war der heute 84-Jährige erstmals als Abgeordneter der CDU-Fraktion in den Kreistag gewählt worden und macht seitdem dort mit einer Unterbrechung in den Jahren 2006 bis 2011 ehrenamtlich Politik.

"Ich bin immer direkt gewählt worden", sagt der Landwirt. Nur bei der Kommunalwahl 2006 klappte es nicht sofort im ersten Anlauf: "Mir fehlten damals um die 100 Stimmen". Gegen Ende der damaligen Wahlperiode, am 22. Juni 2011, kam er als Nachrücker dann doch wieder in den Kreistag.

Sport, Schulwesen, Finanzen, Soziales, Bildung, Kultur, Gesundheit, Abfallwirtschaft  – in unzähligen Ausschüssen hat Friedrich Humborg im Laufe von vier Jahrzehnten mitgearbeitet. Auch im Kreisausschuss war er tätig. In der aktuellen Wahlperiode gehört er unter anderem dem Ältestenrat an, der bei eventuellen Unstimmigkeiten zwischen Fraktionen vermittelt.

Ein politischer Schwerpunkt seiner Arbeit war und ist die Sportförderung. Im Sportausschuss wirkt Friedrich Humborg, der in jüngeren Jahren in seiner Heimatgemeinde beim TV Schwanewede als Handballer und Leichtathlet aktiv war und dort inzwischen 41 Jahre den Verein leitet, seit mehr als 30 Jahren. 15 Jahre führte er den Vorsitz im Ausschuss. Der Sportausschuss habe sich unter anderem dafür eingesetzt, dass Vereine beim Bau von eigenen Sporthallen Zuschüsse erhalten haben, sagt Humborg. Auch Zuschüsse für lizenzierte Übungsleiter habe der Ausschuss durchgesetzt.

Ein wichtiges Arbeitsfeld war für den Vater von vier Kindern die Entwicklung der Schulen im Landkreis. Als Mitglied im Schulausschuss machte sich Friedrich Humborg dafür stark, dass die Waldschule in Schwanewede eine Oberstufe bekam und angehende Abiturienten in der Gemeinde damit nicht mehr den weiten Weg nach Osterholz-Scharmbeck auf sich nehmen mussten. Zudem hat sich Friedrich Humberg, der zehn Jahre auch stellvertretender Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion war, als Finanzexperte einen Namen gemacht. Neben dem Finanzausschuss, dem er mehrere Wahlperioden angehörte und von 1996 bis 2001 vorstand, war er Mitglied der interfraktionellen Arbeitsgruppe EU-Förderung.

In der jüngsten Kreistagssitzung, der letzten in der auslaufenden Wahlperiode, würdigten der Kreistagsvorsitzende Peter Schnaars und Landrat Bernd Lütjen den langjährigen Einsatz des Abgeordneten für den Landkreis Osterholz. „Du hast über all die Jahre nie deine Ziele aus dem Auge verloren und dich dafür stark gemacht – auch wenn es zur einen oder anderen Diskussion führte. Nie hast du dich vom Weg abbringen lassen und das Gemeinwohl immer im Blick gehabt", sagte Bernd Lütjen. 40 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit im Kreistag verdiene Anerkennung. Die folgte von allen Fraktionen des Kreistages, die Friedrich Humborg mit Applaus für sein jahrzehntelanges Engagement dankten. Von Schnaars und Lütjen gab es einen Präsentkorb und ein Gemälde der Meyenburger Kirche, gemalt von Wilko Jäger.

In der Geschichte des Landkreises Osterholz ist Friedrich Humborg nach Angaben der Kreisverwaltung der Abgeordnete mit der zweitlängsten Zugehörigkeit zum Kreistag. Länger als der Schwaneweder sei bislang nur der 2016 verstorbene frühere Abgeordnete Arnold Schölzel aus Ritterhude Mitglied gewesen, er habe dem Kommunalparlament 41 Jahre angehört. Für Friedrich Humborg war die jüngste Kreistagssitzung zugleich seine letzte. Der 84-Jährige wird zur Kommunalwahl im September nicht mehr für den Kreistag kandidieren. Auch in seiner Heimatgemeinde will der Schwaneweder, der für seine kommunalpolitischen Verdienste bereits 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, nach eigenen Worten kürzertreten. Zur Wahl des Gemeinderates, dem er seit 53 Jahren angehört, werde er nicht erneut antreten. "Aber für den Ortsrat werde ich noch kandidieren." Hier hat er seit 1974 ununterbrochen ein Mandat.

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