Gemeinderatswahlen

Kräfteverschiebung im Lilienthaler Rat

Die Gemeinderäte sind gewählt. Die großen Veränderungen blieben aus, im Lilienthaler Rat aber kommt es zu einer Kräfteverschiebung, die die kommende Ratsperiode prägen könnte.
13.09.2021, 10:26
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Petra Scheller Lutz Rode Lars Fischer
Kräfteverschiebung im Lilienthaler Rat

Die Wähler haben sich entschieden und neben Landratsämtern und Bürgermeisterbüros auch die Gemeinderäte neu besetzt.

Hauke-Christian Dittrich/dpa

Es war eine lange Wahlnacht in der Region. Während die Ergebnisse der Gemeinderatswahlen in Grasberg schon bald nach Mitternacht feststanden, wurden die Resultate aus Lilienthal erst nach 4 Uhr veröffentlicht. Ein Überblick für die Region. 

Viele Stunden wurde in Lilienthal gezählt, nachdem zunächst entschieden werden musste, wer in die Stichwahl um den Bürgermeisterposten gehen wird. Bei den Wahlen zum neuen Gemeinderat landete die CDU mit 38,1 Prozent der Stimmen vor den Grünen (23,7) und der SPD (21,8). Die Linke erzielte 6,1 Prozent, Querdenker kamen auf 5 Prozent, dahinter landeten FDP (3,3) und AfD (2).

Die SPD verlor somit knapp fünf Prozentpunkte gegenüber der letzten Wahl 2016. Die CDU konnte ihr Ergebnis von damals annähernd bestätigen (plus 0,2), die Grünen steigerten sich deutlich (plus 7,4). Die Querdenker verloren rund drei Prozentpunkte, während sich die Linke leicht verbesserte und die FDP leicht verlor.

Nach dem Auszählungsmarathon steht nun auch fest, wie sich der aus 26 Sitzen bestehende Lilienthaler Gemeinderat künftig zusammensetzen wird. Stärkste Fraktion bleibt die CDU, die auf zehn Ratssitze gekommen ist, was keine Veränderung gegenüber dem Wahlergebnis von 2016 bedeutet. Die SPD verliert einen Sitz und stellt künftig sechs Ratsleute. Gleiches gilt für Bündnis 90/Die Grünen, die sich im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren um zwei Ratssitze verbessert haben. Die Linke kommt erneut auf zwei Sitze, bei der FDP bleibt es bei einem Sitz. Federn lassen musste die Wählergruppe Lilienthaler Querdenker, die einen Ratssitz einbüßte, so dass ihr nur noch ein Ratsmandat geblieben ist.

Lesen Sie auch

Auch wenn die ganz großen Verschiebungen ausgeblieben sind, hat dies dennoch Auswirkungen auf die Mehrheitsverhältnisse. Denn anders als in der laufenden Wahlperiode kann die CDU nicht mehr darauf setzen, ihre Politik mithilfe der FDP und Unterstützung der Querdenker in bestimmten Fragen durchzusetzen - selbst dann nicht, wenn Kristian Tangermann in der anstehenden Stichwahl zum Bürgermeister gewählt werden sollte und damit über eine Stimme im Rat verfügt. Rot-Rot-Grün, die ihre Ratsarbeit zuletzt häufig aufeinander abgestimmt haben, verfügt nun über eine Einstimmenmehrheit. Offen ist, ob es im neuen Rat bei dieser Zuordnung bleibt oder Mehrheiten je nach Thema und Positionen wechseln.

Großer Verlierer bei der Gemeinderatswahl in Worpswede ist die SPD, die nur noch auf 20,2 Prozent kam, acht Prozentpunkte weniger als 2016. Erwartungsgemäß hat auch die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) Stimmen eingebüßt, sie landete am Ende bei 19,5 Prozent (2016: 24,4 Prozent), was aber nicht allein das gute Abschneiden der Grünen, die erstmals mit einer eigenen Liste  antraten und aus dem Stand auf 17 Prozent kamen, erklärt. Stärkste Partei blieb die CDU mit 36,1 Prozent, musste aber ebenso leichte Verluste hinnehmen wie die Linke (4 Prozent), während die FDP (3,1 Prozent) minimal dazu gewinnen konnte. In den neuen Gemeinderat ziehen die Grünen mit vier Sitzen ein, UWG und SPD stellen je fünf Mandatsträger, die CDU acht. Für Linke und FDP bleibt es bei je einem Sitz.

Unter den fünf Parteien, die in Grasberg zur Gemeindewahl antraten, lag die CDU am Ende der Auszählungen mit rund 59 Prozent der Stimmen klar vorne. Die Grünen konnten ein Ergebnis von gut 20 Prozent einfahren, die SPD holte 15 Prozent der Stimmen der Wählerinnen und Wähler ein. Die Freidemokraten, die nach langer Zeit wieder einen Kandidaten zur Wahl stellten, kamen am Ende der Stimmenauszählung auf rund drei Prozent. Die Basis-Partei, die sich im Juni 2020 in Erwiderung zu den Corona-Beschränkungen gegründet hatte, lag ebenfalls bei einem Anteil von rund drei Prozent.

SPD-Spitzenkandidatin Elke Schnakenberg zeigte sich noch am Wahlabend enttäuscht von dem Ergebnis ihrer Partei. Immerhin haben die Sozialdemokraten einen ihrer bislang vier Sitze im Gemeinderat verloren. Gestärkt gehen die Grünen aus der Wahl hervor. Sie gewinnen einen Sitz und werden in der kommenden Ratsperiode mit vier Sitzen vertreten sein. "Wir freuen uns riesig", kommentierte Grünen-Vertreter Jörn Schumm das Ergebnis. Die CDU verliert einen ihrer 13 Sitze an die Basis, die künftig mit einem Sitz vertreten ist, bildet aber weiterhin die stärkste Fraktion im Gemeinderat.

Die Wahlbeteiligung bei den Gemeinderatswahlen betrug 64,37 Prozent und ist damit zu den Wahlen im Jahr 2016 leicht gestiegen. Damals waren es nur 56,98 Prozent.

Details zur Wahl in Niedersachsen finden Sie auf unserer Themenseite.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+