Neues Projekt in Worpswede Kunstcamp für Jugendliche

Vom 15. bis 17. Mai soll kunstinteressierten jungen Leuten ab 18 Jahren die Möglichkeit geboten werden, Worpswede kennenzulernen. Sie werden kostenlos untergebracht und bekommen Künstler als Paten an die Seite.
24.02.2020, 08:00
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Von Cornelia Hagenah

Worpswede. Gut gelaunt und voller Elan haben sich die engagierten Frauen in den Räumen der Kunstschule „Paula – Lebendiger Galerieraum“ versammelt. In den Räumen im Alten Worpsweder Rathaus, wo sonst Kunstkurse und Programme altersübergreifend stattfinden, trifft sich die Arbeitsgruppe, die sich im Rahmen des Gemeindeentwicklungsprozesses 2030 gebildet hat und die jetzt kurz vor der Umsetzung ihres Projektes in die letzte Phase der Vorbereitung geht. Neben der Kulturbeauftragten der Gemeinde, Klaudia Krohn, und der künstlerischen Leiterin des Hauses, Sara Schwienbacher, sind auch Imke Lorenzen, Ursula Bea-Kessler und Helga Thölking anwesend. Ulli Zipp und Hannelore Caspar fehlen an diesem Tag, gehören aber auch zu dem Team der Engagierten, die jetzt ein Projekt für Jugendliche und junge Erwachsene ins Leben rufen wollen.

Unter dem Motto „Weiter_kommen“ soll an drei Tagen vom 15. bis 17. Mai jungen Leuten ab 18 Jahren die Möglichkeit geboten werden, Worpswede einmal von einer anderen Seite kennenzulernen. Junge Leute aus ganz Niedersachsen haben dann die Möglichkeit, einen konkreten Einblick in den Berufsalltag von Künstlern des Ortes zu erhalten. Geplant sind Begegnungen und der direkte Austausch mit zehn bildenden Künstlern des Ortes, Besuche in den Ateliers und eine eigene kreative Auseinandersetzung, um Neues auszuprobieren. Die jungen Leute, die sich aus dem gesamten Bundesland für das Projekt anmelden können, sollen kostenfrei in Gastfamilien untergebracht sein und auch für die Verpflegung soll gesorgt sein, so die Organisatoren, die seit knapp eineinhalb Jahren mit der Ausarbeitung des Konzeptes beschäftigt sind. "Jetzt treffen wir uns ungefähr zwei Mal im Monat“ erläutert Imke Lorenzen.

Gebildet habe sich die Gruppe im Rahmen des Gemeindeentwicklungsprozesses 2030, in dem es verschiedene Handlungsfelder mit Bürgerbeteiligung gibt, wie Klaudia Krohn erläutert. Aus dem Handlungsfeld Kunst, Kultur, Touristik sei dann eine ehrenamtliche Arbeitsgemeinschaft entstanden, die den Fokus auf junge Kunst richtete. Innerhalb der Treffen kristallisierten sich verschiedene Fragestellungen heraus. „Wie erreicht man junge Menschen und wie kann man junge Leute für Worpswede begeistern oder überhaupt aufmerksam machen?“ fragte sich die Gruppe und entwickelte im Laufe der Zeit das Konzept des Kunstcamps. „Es lief recht schnell auf ein Kunstcamp hinaus“, meint Ursula Bea-Kessler, denn die Mitglieder der Gruppe mussten auch ihre eigenen Kompetenzen berücksichtigen. Es sei ja alles ehrenamtlich, so die in Heudorf lebende Malerin Bea-Kessler. Sie freut sich jetzt schon auf die Begegnung mit jungen Menschen.

Der direkte Austausch mit jungen Leuten steht für alle Beteiligten im Vordergrund. Sie möchten, dass Jugendliche den Künstlerort auch einmal aus einer anderen Perspektive kennenlernen. Nicht als Tourist, sondern mal „reinschnuppern“, wie Bea-Kessler bemerkt. Und Schwienbacher ergänzt, dass es ja auch um die Vielfalt des Dorfes geht, nicht nur wie Künstler arbeiten, sondern auch, wie sie hier leben. Es solle ein Erlebnis sein, nicht nur im Museum Bilder anschzuschauen, sondern auch selber mitzugestalten.

Mithilfe der Künstler, die als Paten gewonnen werden konnten, soll eine Brücke geschlagen werden, Türen geöffnet werden, um direkte Einblicke und auch einen Austausch zwischen jungen Leuten von außerhalb zu Einheimischen zu gewährleisten. Unterstützer hat die Gruppe nicht nur von den Kunstpaten, die mit den jungen Menschen in ihren Ateliers unter dem Motto „Weiter_kommen“ Ideen entwickeln wollen, sondern auch bei Gastfamilien, den Landfrauen Worpswede, die für die Verpflegung sorgen werden, aber auch von der Gemeinde, der Stiftung Worpswede und dem niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Jetzt gilt es, die jungen Leute für die Sache zu begeistern. Anmelden kann sich jeder der kunstinteressiert, neugierig und über 18 Jahre alt ist und aus Niedersachsen kommt. Da die Anmeldungen noch etwas zurückhaltend kommen, hat die Gruppe die Anmeldefrist bis zum 15. März verlängert. Zudem werden Flyer über das Projekt in verschiedenen Schulen in der Region verteilt. Auch per Whatsapp schicken die Organisatoren die Informationen über das Projekt „Weiter_kommen“ an Freunde weiter. So hoffen die Organisatoren möglichst viele Jugendliche auf das Projekt vom 15. bis 17. Mai aufmerksam zu machen.


Interessierte für das Kunstcamp können sich per Mail an paula.lebendiger-galerieraum@web.de oder telefonisch unter 04792/ 95 12 91 anmelden.

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