Bündnis Familienfreundliches Grasberg

Netzwerker am Pfandautomaten

Das Grasberger Bündnis für Familie sammelt mit der Aktion „Mäuse für Schlaumäuse“ Spenden für Kinder und Jugendliche - vor allem in Form von Pfandbons.
08.10.2017, 18:48
Lesedauer: 2 Min
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Netzwerker am Pfandautomaten
Von Undine Zeidler
Netzwerker am Pfandautomaten

Grasberg Spendenübergabe Edeka an Bündnis für Familie / Mäuse für Schlaumäuse v.l. Daniela Radtke Hauke Vahlenkamp Diakonin Kerstin Tönjes Heike Böschen (Edeka)

Hans-Henning Hasselberg

Grasberg. „Unser Dorf ist ein Netzwerk und wir fangen unsere Kinder auf, so gut wir können“, sagt Kerstin Tönjes vom Grasberger Bündnis für Familie über dessen Aktion „Mäuse für Schlaumäuse“. An diesem Netz knüpfen viele Grasberger mit. Mal geben sie 25 Cent, mal sind es 30 Cent oder fünf Euro. Diese Beträge stehen auf den Pfandbons, die sie bei Edeka in der Wörpedorfer Straße in die Box zwischen den zwei Leergutautomaten stecken. Das mag alleine wenig erscheinen. Aber in ihrer Summe mausern sich die Pfandspenden zum Hauptsponsoren der „Mäuse für Schlaumäuse“, so Tönjes. Im vergangenen Jahr kamen 1286 Euro zusammen. In diesem Jahr sind es bisher 1028,79 Euro. Gemeinsam mit Kindern des Kindergartens Seehausen nahm sie von Supermarktbetreiberin Heike Böschen diese Spende in Empfang.

„Mäuse für Schlaumäuse“ soll Kindern da helfen, wo es kein anderer mehr tut. Schulbücher, Geld für die Klassenfahrt oder den Zuschuss für Musikinstrument oder Instrumentenleihe bezahlt das Grasberger Bündnis für Familie durch diese Aktion. Dass es diese Hilfe braucht, daran lässt Tönjes keine Zweifel. „Das Bildungspaket des Staates reicht hinten und vorn nicht“, sagt sie. „Wir haben im Moment viele Kinder, die das in Anspruch nehmen.“ 20 Vergaben waren es schon in diesem Jahr. Manchmal fehlten neun Euro für eine Fahrt in den Heidepark, manchmal waren es 170 Euro für die Klassenfahrt.

Wer die „Mäuse für Schlaumäuse“ anfragt, muss es zuvor mit alle anderen Fördermöglichkeiten probiert haben, etwa beim Landkreis, Schulvereine oder eben beim Bildungspaket. Trotzdem versichert Tönjes, handhaben die Verantwortlichen ihre Hilfen „sehr unbürokratisch“. Es müsse eben nur deutlich sein, dass den Familien dieses Geld auch wirklich fehle. Teilweise sorgen sie und ihre Mitstreiter auch für Sachspenden, immer der Devise folgend: „Damit es so ankommt, wie es gebraucht wird.“ Dies kann beispielsweise das Geld für einen Theaterbesuch sein, für einen Schul-Taschenrechner oder Förderungen im sportlichen und musikalischen Bereich.

Darin zeigt sich der übergreifende Ansatz der „Mäuse für Schlaumäuse“. Dieser habe Heike Böschen auch bewogen, dem Bündnis für Familie diese Pfandspendenbox anzubieten. Seit dem Jahr 2011 sammelt der Supermarkt damit Kleingeld für die Kleinen des Ortes. Und ihr sei aufgefallen, dass es besonders ältere Menschen seien, die auf diese Weise die Kinder der Gemeinde unterstützen. In diesem Jahr werde die Gesamtsumme voraussichtlich noch höher ausfallen als im Vorjahr, kündigt Kerstin Tönjes hoffnungsfroh an. Weitere Informationen unter „Familienfreundliches Grasberg“ auf www.grasberg.de.

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