Hurricane-Festival in Scheeßel ist ausverkauft: Über 350 Ordnungskräfte kommen zum Einsatz Polizei warnt vor gefälschten Tickets

Das Hurricane-Festival in Scheeßel ist ausverkauft, es gibt absolut keine Karten mehr. Das ruft die Betrüger auf den Plan, die Hardtickets fälschen, Eventim-Tickets nachdrucken oder versuchen, betrügerisch an Eintrittsbänder zu kommen.
17.06.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Polizei warnt vor gefälschten Tickets
Von Uwe Dammann

Das Hurricane-Festival in Scheeßel ist ausverkauft, es gibt absolut keine Karten mehr. Das ruft die Betrüger auf den Plan, die Hardtickets fälschen, Eventim-Tickets nachdrucken oder versuchen, betrügerisch an Eintrittsbänder zu kommen.

"Ganz sicher sind jene, die sich rechtzeitig mit einem Original-Hurricane-Ticket versorgt haben", kommentiert Rotenburgs Polizeisprecher Detlev Kaldinski die derzeitigen Betrugsaktionen mit Hurricane-Tickets in Aktionshäusern, Foren und Kleinanzeigen.

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Landkreis Rotenburg/Scheeßel. Betrugsaktionen mit Tickets gab es bisher in jedem Jahr. Aber diesmal sind bereits im Vorfeld etliche gefälschte Tickets aufgetaucht. Ganz besonders sicher wähnte sich ein 28-jähriger Betrüger aus Baden-Württemberg, der mehr als 50 Personen schädigte, indem er ihnen Festival-Tickets vorgaukelte, die er nie besaß. Seine Opfer zahlten in der Hoffnung, doch noch auf‘s Festival zu kommen. Die Polizei schätzt den Schaden auf über 10000 Euro. Auch rund um Rotenburg gibt es zahlreiche Geschädigte, die auf den Spielsüchtigen hereinfielen. Immerhin schrieb er jetzt ein E-Mail an die Betrogenen, in dem er sich zu seinen Taten bekannte und gelobte, eine Therapie anzutreten. "Ich bereue meine Taten zutiefst", schließt der Tatverdächtige sein Schreiben. Bei den ersten Festivals in diesem Jahr sind erstmals gefälschte bunte "Hardtickets" aufgefallen, die aufgrund ihrer zahlreichen Sicherheitsmerkmale als besonders fälschungssicher galten. Wegen der inzwischen hohen Werte finden sich auch da Fälscher, die diesen Aufwand auf sich nehmen. Ganz einfach fotokopiert werden Tickets, die man sich selbst zu Hause am Drucker ausdrucken kann. Besonders blauäugige Opfer kaufen dann einfach für viel Geld die Kopien, weiß ein Ermittler zu berichten.

Festival ist ausverkauft

Zuhauf sind in diesem Jahr auf Festivals bereits sogenannte Thermotickets angeboten worden, die auf gestohlenen Rohlingen des mit einem Hologramm versehenen Spezialpapiers nachgedruckt wurden. Diese Tickets sehen so echt aus, dass sie nur beim Prüfscan entdeckt werden können. Der Veranstalter des Hurricane hat bereits bekundet, dass die Tickets auch in diesem Jahr wieder gescannt und auf diese Weise geprüft werden sollen. "Mit falschen Tickets oder ergaunerten Eintrittsbändern kommt also niemand auf das Hurricane Festival", betont Kaldinski.

Fast 80 000 Musikfans werden sich am nächsten Wochenende auf dem Scheeßeler Eichenring einfinden. Erstmals wird es an allen vier Abenden PublicViewing-Veranstaltungen zur EM 2012 geben. In allen Bühnenbereichen legen Veranstalter und Polizei Wert auf größtmögliche Sicherheit, versichert der Sprecher der Polizei. Gleichwohl haben sich die "Festival-Polizisten" wieder auf alles eingestellt, ist aus der Rotenburger Polizeiinspektion zu vernehmen. "Auch in diesem Jahr stehen den Polizisten wieder geländegängige Quads zur Verfügung, um schnell vor Ort zu sein, wenn es brenzlig wird", berichtet Detlev Kaldinski. Zu Pferde, auf Mountainbikes, mit Motorrädern, im VW-Bulli oder zu Fuß sind die Ordnungshüter bereits seit Jahren auf dem Scheeßeler Hurricane Open Air anzutreffen.

Von der mobilen Wache am Eichenring-Eingang über den Polizeihubschrauber "Phönix" bis hin zur Einsatzküche im beschaulichen Ortsteil Wittkopsbostel bietet die Polizei fast alles auf, was sie hat. Mit dabei sind auch in diesem Jahr wieder Hundertschaften der Bereitschaftspolizei aus Lüneburg, Hannover und Oldenburg. Auf über 350 Einsatzkräfte kommen die Ordnungshüter im Hurricane-Einsatz.

Besonders im Fokus stehen erneut die Verhinderung von Taschendiebstählen und Diebstählen aus Zelten. Über 400 Straftaten nahm die Polizei im letzten Jahr auf, exakt das gleiche Ergebnis wie im Vorjahr. Die Polizei Rotenburg reagiert mit einem umfangreichen Präventions-, Fahndungs- und Ermittlungskonzept, um es den Ganoven so schwer wie möglich zu machen. Besonders bei der Bekämpfung der Taschendiebstähle hatten die Beamten im letzten Jahr Erfolg und konnten besonders den bandenmäßig organisierten Dieben, die zum Teil aus dem Ausland anreisen, das Leben schwer machen. Bei den Tätern handelte es sich zumeist um Südosteuropäer, die nach Alter, Aussehen und Bekleidung nicht unbedingt zum Festival passen, warnt die Polizei. Die Ermittler fordern die Festivalbesucher auf, es den Dieben ebenfalls schwer zu machen und Wertsachen nah am Körper, am besten in einer Brusttasche, aufzubewahren.

Portmonees in Gesäßtaschen werden in dem Gedränge völlig unbemerkt geklaut, hören die Fahnder immer wieder von den Anzeigeerstattern. "Wertgegenstände sollten vor allem während der Auftritte der attraktiven Bands auf keinen Fall im Zelt zurückbleiben", bittet Kaldinski.

Wer Verdächtige um die Zelte schleichen sieht, sollte sofort mit genauen Ortsangaben und einer Personenbeschreibung die Notrufnummer 110 anrufen, rät der Polizeisprecher.

Sollte es bei der Anfahrt zum Gelände zu Störungen kommen, wird die Polizei frühzeitig über Verkehrsfunk warnen und die Anreisenden informieren. Daher sollte in dem Fall bei der Anfahrt das Radio angeschaltet sein. Auch über die App des Veranstalters oder die Facebookseite der Polizeidirektion Lüneburg gibt es wenn nötig Infos.

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