Probierstadt Verden

Mit Kreativität gegen den Leerstand

Eine Finanzspritze von 102 024 Euro soll der Stadt Verden helfen, ihre Innenstadt attraktiver zu Gestalten. Binnen drei Jahren soll unter anderem leerstehenden Geschäften neues Leben eingehaucht werden.
07.05.2020, 16:34
Lesedauer: 3 Min
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Von Marie Lührs

Die Innenstadt soll attraktiver werden. Dieser Wunsch treibt viele Verdener, aber auch Politik und Wirtschaft um. Damit das gelingt, hat sich die Stadt für das Programm „Zukunftsräume Niedersachsen“ beworben – und nun auch den Zuschlag bekommen. Verden erhält dadurch eine Finanzspritze von 102 024 Euro, um sein Projekt „Probierstadt Verden“ umzusetzen.

Bereits in diesem Sommer soll es losgehen. Aktionen wie Kunstausstellungen sollen künftig leerstehende Geschäfte beleben und so die Aufmerksamkeit auf die verfügbaren Immobilie lenken, heißt es in der Beschreibung des Projekts, das der Verwaltungsausschuss Anfang Mai absegnen musste, nachdem die Abstimmung im Rat wegen der Corona-Krise ausgefallen war. Anschließend soll ein Wettbewerb für die Pop-Up-Nutzung, eine zeitlich begrenzte Nutzung, ausgeschrieben werden. Interessenten erhalten so die Möglichkeit, ihre Geschäftsideen beziehungsweise den Markt in Verden zu erproben. Die Räume werden ihnen dafür kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Mietkosten übernimmt die Stadt.

Stader Projekt ist Vorbild

Parallel zu Ausstellungen und Pop-Up-Nutzung sollen anspruchsvolle Einzelprojekte vorangetrieben werden, die später gegebenenfalls in einer leerstehenden Immobilie umgesetzt und im Idealfall verstetigt werden sollen. Ein Beispiel hierfür ist die Entwicklung eines Co-Working-Space, Räume in denen Freiberufler, Selbstständige und Mitarbeiter unterschiedlicher Unternehmen gemeinsam arbeiten können. Eine weitere Idee ist es, ein Geschäft unter dem Namen „Marktplatz Verden“ einzurichten, in dem Anbieter, für die ein eigenes Geschäft in der Innenstadt unwirtschaftlich wäre, finanzierbare Präsentations- und Verkaufsflächen nutzen können. Für den Betrieb wäre eine Kooperation mit einem sozialen Träger denkbar, heißt es in dem Projektentwurf. Dass das funktionieren kann, zeigt ein Beispiel aus Stade. Dort können Kunsthandwerker und andere Interessierte einzelne Regalfächer in einem Geschäft anmieten, um ihre Waren feilzubieten. Das örtliche Deutsche Rote Kreuz ist dort an dem Projekt mit beteiligt. Einen Eindruck von dem Sortiment, das Kulinarisches, Kunst und Design umfasst, können sich Interessierte im Internet unter www.stader-fachmarkt.de verschaffen.

Einen ersten Eindruck vom Interesse der Verdener hat sich die Stadt bereits im Januar verschafft. Eine Arbeitsgruppe hatte die Ideen Co-Working-Space und Marktplatz ausgearbeitet. Interessierte wurden dazu aufgerufen, Kontakt mit der Stadt aufzunehmen. Zu den gemeinschaftlich nutzbaren Arbeitsplätzen meldeten sich einige Kreisverdener, erzählt Fabian Fortmann aus dem Fachbereich Stadtentwicklung. Was den anvisierten Marktplatz anging, war die Nachfrage zunächst noch gering. „Das muss sich natürlich auch noch weiter konkretisieren“, erklärt Fortmann. Nimmt das Projekt konkretere Formen an, werde auch die Nachfrage steigen. In nächster Zeit stehe ohnehin die Entwicklung von Ideen im Vordergrund. Auch Workshops für Interessierte seien angedacht.

Laut Zeitplan sollen in den kommenden Monaten erste verfügbare Flächen für den Auftakt ausgemacht werden. Im August ist der Start des Pop-Up-Wettbewerbs geplant. Im Frühjahr 2021 sollen die Pläne umgesetzt werden. Dann beginnen auch erst die Konzeption, Akquise und gegebenenfalls die Umsetzung anspruchsvollerer Projekte wie dem Co-Working-Space und dem Marktplatz. Das Projekt läuft von Juni 2020 bis Juni 2023. Die Fördersumme deckt 60 Prozent der Projektkosten.

Lokale Wirtschaft unterstützen

„Das Projekt ist sehr innovativ und wird dem Einzelhandel in der Innenstadt sicherlich guttun„, sagt Monika Scherf, die Leiterin des Amtes für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg, das auch in Verden eine Geschäftsstelle mit rund 60 Mitarbeitern hat. Sie durfte der Stadt den Förderbescheid zukommenlassen. “In Zeiten der Corona-Krise ist es wichtiger denn je, dass wir an die lokale Wirtschaft denken und die Händler vor Ort unterstützen“, betont sie.

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