Nutztierhalter bekommen Unterstützung

Mehr Geld für Schutz gegen Wölfe in Niedersachsen

Die Richtlinie Wolf in Niedersachsen wird überarbeitet. Die Anschaffung und der Unterhalt von Schutzzäunen und Hütehunden soll zu 100 Prozent vom Land übernommen werden.
20.04.2018, 20:24
Lesedauer: 1 Min
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Von Doris Heimann

Niedersachsen plant eine Ausweitung der finanziellen Unterstützung für Nutztierhalter, die ihre Herden vor Wolfsrissen schützen wollen. Noch im Laufe der ersten Jahreshälfte solle die Richtlinie Wolf so überarbeitet werden, dass künftig auch Tierhalter mit kleinen Beständen und Hobby-Tierhalter Förderung für Schutzzäune und Herdenschutzhunde erhalten können, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD) der Deutschen Presse-Agentur.

Raschere Ausgleichszahlung bei Wolfsrissen ist auch möglich

Lies kündigte weitere Verbesserungen in einem zweiten Schritt an: Nutztierhalter sollen dann 100 Prozent der Kosten für die Anschaffung und den Unterhalt von Schutzzäunen und Hütehunden vom Land bekommen. Momentan gilt eine Quote von 80 Prozent bei einem Maximum von 30 000 Euro, gefördert wird allein die Anschaffung. Für den höheren Fördersatz braucht Niedersachsen aber die Genehmigung der EU-Kommission. „Dabei muss mit einem üblichen Zeitraum von einem Jahr gerechnet werden“, heißt es in einer schriftlichen Antwort des Umweltministeriums auf eine Anfrage, die die AfD-Fraktion am Freitag im Landtag stellte.

Die Halter von Schafen, Ziegen, Rindern und Pferden können auch auf eine raschere Ausgleichszahlung bei Wolfsrissen hoffen. „Wir arbeiten daran, dass es eine schnellere Begutachtung von Wolfsrissen geben kann. Entsprechend schnell soll dann auch die Entschädigung gezahlt werden“, sagte Lies. Ziel sei es, mit einem handlungsfähigen Staat mehr Akzeptanz für den Wolf zu schaffen.

Rund 150 Wölfe in den niedersächsischen Wäldern

Die AfD wollte in ihrer Anfrage zudem wissen, ob die Landesregierung plant, zukünftig auch dann Entschädigung zu zahlen, wenn ein Schutzzaun oder eine andere Präventionsmaßnahme fehlerhaft ausgeführt wurde und es deshalb zu einem Nutztierriss kommt. Dazu hieß es in der Antwort des Ministeriums, man prüfe derzeit alle Elemente der Richtlinie Wolf, auch diesen Aspekt. Möglichst praxisnahe Regelungen seien das Ziel.

Nach Angaben der Landesjägerschaft streifen derzeit rund 150 Wölfe durch niedersächsische Wälder. 2013 ließen sich 16 Nutztierschäden nachweisen, 2017 waren es 144 Fälle mit teils mehreren Tieren.

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