2G-Plus-Regel in Niedersachsen Hohe Nachfrage nach Nordsee-Urlaub über die Festtage

Kurzentschlossene, die über die Festtage noch verreisen wollen, haben in Niedersachsen gute Chancen, eine Unterkunft zu finden. Allerdings ist die Nachfrage regional unterschiedlich.
18.12.2021, 10:21
Lesedauer: 3 Min
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Von dpa

Wer trotz der Corona-Pandemie kurzentschlossen über die Weihnachtsfeiertage oder den Jahreswechsel in Niedersachsen urlauben möchte, findet in den Tourismusregionen meist noch freie Unterkünfte. Allerdings gibt es regional deutliche Unterschiede, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei mehreren Tourismusverbänden im Land ergab. Während im Harz Hoteliers und Gastronomen wegen der unsicheren Corona-Lage ausbleibende Buchungen melden, wird es an der Küste und auf den Ostfriesischen Inseln dagegen in den kommenden Wochen wohl voll werden.

„Wer spontan den Jahreswechsel an der Küste erleben möchte, sollte sich bald entscheiden“, teilte Sonja Janßen, Geschäftsführerin der Tourismusgesellschaft Die Nordsee mit, die mehrere Badeorte an der Nordseeküste vertritt. Zu Weihnachten und zum Jahreswechsel gebe es eine stabile Buchungslage. „Auch Buchungslücken, die aufgrund der 2G-Regelung entstanden sind, konnten wir sofort schließen“, sagte Janßen. Ende November hatten die dann verschärften 2G-Regeln den Nordsee-Touristikern noch Sorgen bereitet, da Geimpfte und Genesene damals bestehende Reisebuchungen zum Teil stornierten oder mit Buchungen für den Jahreswechsel noch abwarteten.

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Anders stellt sich die Lage im Harz da: Dort spüren Hoteliers und Gastronomen die Unsicherheit unter den Gästen angesichts der unklaren Corona-Entwicklung. Die Gäste seien sich nicht sicher, ob Sie ihren Urlaub antreten sollen, sagte Madeline Pagenkemper vom Harzer Tourismusverband. „Es gibt zahlreiche Stornierungen und relativ wenige Neubuchungen.“ Für Kurzentschlossene gebe es noch Buchungsmöglichkeiten in den kommenden Wochen. Allerdings sei die Lage auch innerhalb des Harzes regional unterschiedlich. So sei etwa Braunlage über die Festtage und den Jahreswechsel gut gebucht. Das könne an der Hochlage und Schneesicherheit liegen, sagte Pagenkemper.

Aktuell gilt in Niedersachsen die Warnstufe 2, das heißt es gilt bei Übernachtungen weitgehend die 2G-Plus-Regel. Beherbergungsbetriebe wie Hotels und Ferienhäusern dürfen nach der Corona-Verordnung nur Geimpfte und Genesene aufnehmen - zusätzlich müssen Urlauber bei der Anreise und zweimal pro Woche einen negativen Testnachweis vorlegen. Dies gilt auch in der höheren Warnstufe 3, die über Weihnachten und den Jahreswechsel landesweit gelten soll. Die Testpflicht gilt derzeit nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Zudem können Beherbergungsbetriebe auf die Testpflicht verzichten, wenn sie ihre Unterkünfte nur bis zu 70 Prozent auslasten.

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Wer über die Festtage oder zum Start ins neue Jahr einen Kurzurlaub auf den Ostfriesischen Inseln plant, wo traditionell auch viele Gäste aus Nordrhein-Westfalen anreisen, sollte nicht mehr zu viel Zeit verstreichen lassen. Einige Inseln melden bereits eine hohe Auslastung. „Wir sind mit der Buchungslage über Weihnachten und Neujahr sehr zufrieden“, sagte Göran Sell, Geschäftsführer der Marketinggesellschaft der Ostfriesischen Inseln.

Insbesondere auf den kleinen der sieben bewohnten ostfriesischen Inseln stehen die Chancen für Spontanreisende wohl noch gut: Baltrum etwa meldet, dass über Weihnachten und Neujahr noch genügend kleine und große Ferienwohnungen zu buchen sind. Auch auf Spiekeroog könnten Suchende noch fündig werden. Dort ist die Buchungslage zwar auch gut, aber: „Wir bemerken aber eine leichte Verunsicherung wegen Corona, dadurch gibt es noch Vakanzen“, teilte Mirko Schwerdtfeger von der Nordseebad Spiekeroog GmbH mit.

Die Insel Wangerooge verzeichnet zum Jahreswechsel eine Auslastung von rund 90 Prozent. Das sei noch etwas weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019, teilte Rieka Beewen von der Kurverwaltung mit. „Aufgrund der ungünstigen Lage der Wochentage ist die Anreise in diesem Jahr gestreckt und verteilt sich vom 17. bis zum 30. Dezember“, sagte die Sprecherin. „Daher dürfte es möglich sein, über die Weihnachtsfeiertage noch freie Unterkünfte zu bekommen, über Silvester selbst sieht die Lage da schon etwas anders aus.“

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Voll soll es auch auf Norderney werden. Dort sind nach Angaben des Staatsbades bereits rund 95 Prozent der Unterkünfte bei der allgemeinen Zimmervermittlung vermietet. „Wer noch unentschlossen ist, sollte sich also zeitnah um eine Unterkunft bemühen, wobei bei über 27 000 Gästebetten auch immer etwas Bewegung sein wird“, sagte Staatsbad-Sprecher Wolfgang Lübben. „Stornierungen haben uns bislang nicht erreicht und wir gehen auch nicht mehr davon aus, dass dies im großen Umfang noch kommen wird.“

Auf Norderney und Langeoog etwa sollen zudem in den nächsten Tagen kostenlos Bändchen ausgegeben werden, die als 2G-Nachweis um das Handgelenk getragen werden können. Wer beispielsweise über die Festtage nach Langeoog reisen will, soll so ein Bändchen bereits am Fähranleger in Bensersiel erhalten können. Dadurch will die Insel den Besuch von Restaurants und Veranstaltungen erleichtern. „Das Vorzeigen des Bändchen ersetzt das Vorzeigen der Impfbescheinigung, dies bedeutet auch eine Entlastung für das Personal“, teilte Inselbürgermeisterin Heike Horn (parteilos) mit.

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