Nordrhein-Westfalen

Vier Festnahmen in Hagen nach Anschlagsgefahr auf Synagoge

Dem massiven Polizeieinsatz an der Hagener Synagoge ging die Gefahr eines Anschlags voraus. Mittlerweile gibt es vier Festnahmen, darunter ein 16-Jähriger aus Hagen. Spezialkräfte sind weiterhin im Einsatz.
16.09.2021, 10:26
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von dpa

Zum jüdischen Feiertag Jom Kippur hat nach offiziellen Angaben die Gefahr eines Angriffs auf die Synagoge im nordrhein-westfälischen Hagen bestanden.

Dies sagte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) bei einer Vereidigungsfeier junger Polizisten in Köln. "Ihre Kolleginnen und Kollegen haben das vermutlich verhindert." Die Polizei Hagen schrieb bei Twitter, es habe insgesamt vier Festnahmen gegeben. Aus nordrhein-westfälischen Sicherheitskreisen verlautete, der Generalbundesanwalt sei eingeschaltet worden.

16-Jähriger plante Sprengstoffanschlag

Nach Angaben der Polizei ist unter den Festgenommenen auch ein 16-Jähriger. Nach Informationen von "Spiegel" und "Bild" soll ein 16-jähriger Syrer einen Sprengstoffanschlag vorbereitet haben.

Eine Polizeisprecherin sagte, es liefen Durchsuchungen, um mögliche Beweismittel zu sichern. Der Einsatz dauerte am späten Vormittag an. Einem dpa-Fotografen zufolge waren in der Nähe der Wohnung des 16-Jährigen weiterhin zahlreiche Spezialkräfte im Einsatz.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen eines möglichen Anschlags auf die Synagoge in Hagen von einer "sehr ernsten Bedrohungslage" gesprochen. Der Vorfall wecke entsetzliche Erinnerungen an den Anschlag auf die Synagoge in Halle vor zwei Jahren, sagte die SPD-Politikerin laut einer Mitteilung ihres Ministeriums. "Es ist unerträglich, dass Jüdinnen und Juden erneut einer so schrecklichen Bedrohungslage ausgesetzt sind und den Beginn ihres höchsten Festes Jom Kippur nicht friedlich gemeinsam feiern konnten."

Generalstaatsanwaltschaft ermittelt

"Spiegel" und "Bild" zufolge hatten die Sicherheitsbehörden einen Hinweis eines ausländischen Geheimdienstes erhalten. Der Partnerdienst habe vor einem mutmaßlichen Islamisten in Deutschland gewarnt, der sich im Internet verdächtig verhalten habe. Die Ermittlungen hätten zu dem 16-Jährigen geführt, der in Hagen in einer Wohnung mit seinem Vater lebe, berichtete der "Spiegel".

Dem Magazin zufolge ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf gegen den Jugendlichen wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Auf dpa-Anfrage wollte ein Sprecher der Behörde zunächst nur bestätigen, dass die bei der Behörde angesiedelte "Zentralstelle Terrorismusverfolgung Nordrhein-Westfalen" in die Ermittlungen eingebunden ist. "Nähere Angaben können zum jetzigen Zeitpunkt nicht gemacht werden", so der Sprecher.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+