Kommentar über die Klima-Bewegung Ein Signal

Wer dachte, die Corona-Pandemie hätte die Klimabewegung geschwächt, sieht sich nach den Demonstrationen vom Freitag getäuscht, kommentiert unser Autor Simon Wilke.
26.09.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Ein Signal
Von Simon Wilke

Gekommen sind etwa 3000 Klimademonstranten, so gerade die Menge, die die Aktivisten von Fridays for Future in Bremen erwartet hatten. In Berlin waren es nach Angaben der Polizei rund 10.000, in Hamburg gut 6000 Menschen, die auf die Straße gingen. Bedeuten diese Zahlen einen Schuss vor den Bug für die Klimabewegung, die im vergangenen Jahr bundesweit immerhin Hunderttausende auf die Straßen gebracht hatte? Oder sind sie zumindest ein Zeichen ihrer Abschwächung? Schließlich hat sich politisch zuletzt einiges bewegt: die Europäische Kommission will neue, strengere Klimaziele, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bewirbt eine Charta für Klimaschutz.

Tatsächlich aber sind die Zahlen vor allem eines: ein Signal. Die Forderung „Kein Grad weiter“ ist weiter massentauglich – trotz monatelanger Auszeit, trotz Abstandsregeln und Maskenpflicht. Wer dachte, dass Diskussionen um Kurzarbeitergeld, Insolvenzen und Entlassungen den Wunsch nach mehr und schnellerem Klimaschutz vergessen machen, hat sich getäuscht. Seit Freitag ist klar: Die Debatte um das Klima wird in den kommenden Monate eher zu- als abnehmen.

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