Kommentar über die EU-Kommission Unnötig

Ausgerechnet Jean-Claude Juncker, der Präsident, der von Transparenz spricht, nahm bei der Beförderung von Martin Selmayr eine Abkürzung. Für Kritiker ist die Affäre ein gefundenes Fressen, schreibt Mirjam Moll.
27.03.2018, 23:07
Lesedauer: 1 Min
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Unnötig
Von Mirjam Moll

Die Kommission hat sich durch Junckers Alleingang nur allzu leicht angreifbar gemacht. Ausgerechnet jener Präsident, der von Transparenz spricht und eine politische Behörde führen will, nahm eine Abkürzung. Dass er nun seinen zwar für Personalien zuständigen Kommissar Günther Oettinger zur Anhörung vorschickt, während er diesen de facto übergangen hat, macht es nicht besser. Juncker hätte gut daran getan, sich selbst dem Ausschuss zu stellen. Immerhin war er es auch, der die Personalentscheidung verkündete. So aber erweckt Juncker den Eindruck, die lästigen Fragen gar nicht erst an sich heranlassen zu wollen.

Die bisherige Fehlkommunikation der Sprecher der Behörde machte die Situation nicht besser. Im Gegenteil. Doch Juncker fühlt sich sicher genug, um seinen früheren Kabinettschef Selmayr sogar mit der Drohung seines eigenen Rücktritts zu schützen. Mit seinem halbherzigen Dementi hat er dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. Für die Kritiker der EU, die Brüssel als reine Bevormundung und Bürokratenclub sehen, ist die Affäre ein geradezu gefundenes Fressen. Dabei täte die Kommission gut daran, das Image der Gemeinschaft aufzupolieren.

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