Chaos in Washinton

Stimmen zum Sturm auf das US-Kapitol

Mit großer Bestürzung haben Politiker weltweit auf die Szenen rund um das US-Kapitol in Washington reagiert. Kritik gibt es auch am US-Präsidenten Donald Trump.
06.01.2021, 22:34
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von dpa / sei

Es sind Szenen, die man sich so nicht vorstellen konnte: Mehrere Hundert Menschen haben am Mittwoch das US-Kapitol in Washington gestürmt. Politiker weltweit reagierten bestürzt auf die Bilder.

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat die dramatischen Ereignisse rund um das Kapitol in Washington scharf verurteilt. „Zu dieser Stunde wird unsere Demokratie beispiellos angegriffen“, sagte Biden. „Ich bin wirklich schockiert und traurig, dass unsere Nation - so lange Leuchtfeuer und Hoffnung für Demokratie - an so einem dunklen Moment angekommen ist.“

Die Gewalt müsse enden, sagte Biden. „Das Kapitol zu stürmen, Fenster einzuschlagen, Büros zu besetzen, den Senat der Vereinigten Staaten zu besetzen, durch die Schreibtische des Repräsentantenhauses im Kapitol zu stöbern und die Sicherheit ordnungsgemäß gewählter Beamter zu bedrohen, ist kein Protest“, sagte Biden. „Es ist Aufruhr.“

Außenminister Heiko Maas (SPD) hat besorgt auf die turbulenten Geschehnisse rund um das US-Kapitol in Washington reagiert. Maas schrieb am Mittwochabend auf Twitter: „Trump und seine Unterstützer sollten endlich die Entscheidung der amerikanischen Wähler*Innen akzeptieren und aufhören, die Demokratie mit Füßen zu treten.“

Die Feinde der Demokratie würden sich über die „unfassbaren Bilder“ aus Washington freuen. Aus aufrührerischen Worten würden gewaltsame Taten - auf den Stufen des Reichstages, und nun im Capitol. „Die Verachtung demokratischer Institutionen hat verheerende Auswirkungen.“

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) twitterte: „Die Demokratie ist stärker! Und wichtiger als jeder einzelne, auch wenn er Präsident ist!“

Die Bremer Bundestagsabgeordnete Elisabeth Motschmann spricht von einer Grenze, die überschritten wurde:„Gerade erreichen uns befremdliche Nachrichten aus Washington DC: Trump Anhänger stürmen das US-Kapitol. Demonstranten dringen in den Sitzungssaal des Senats ein. Hier wird eine rote Linie überschritten„. Trump hetze seine Anhänger auf, kritisierte Motschmann. “Er ist und bleibt ein schlechter Verlierer. Er kann seine Niederlage nicht akzeptieren. Er beschädigt Amerikas Demokratie. Dieses Verhalten ist eine Schande.“

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat angesichts der eskalierenden Proteste von Anhängern des US-Präsidenten Donald Trump von „schockierenden Szenen in Washington, D.C.“ gesprochen. „Das Ergebnis dieser demokratischen Wahl muss respektiert werden“, schrieb der Norweger am Mittwoch auf Twitter.

Der britische Regierungschef Boris Johnson hat die Unruhen rund um das Kapitol in Washington scharf verurteilt. „Schändliche Szenen im US-Kongress“, twitterte Johnson am Mittwochabend. „Die Vereinigten Staaten stehen in aller Welt für Demokratie, und nun ist entscheidend, dass es zu einer friedlichen und geordneten Machtübertragung kommt.“

Johnson hatte immer seine „guten Beziehungen“ zum abgewählten US-Präsidenten Donald Trump betont, der seinerseits den Premierminister als „britischen Trump“ bezeichnet hatte. Johnson wird vorgeworfen, dass er Trumps Festhalten an der Macht nicht kritisiert hatte.

Bei einem Ansturm Hunderter Trump-Anhänger auf das Kapitol waren am Mittwoch auch Menschen in das Parlamentsgebäude eingedrungen, wie TV-Bilder zeigten.

Bei den Geschehnissen rund um das US-Kapitol in Washington waren Demonstranten in die Senatskammer des Parlamentsgebäudes eingedrungen. US-Präsident Donald Trump hatte in einer Rede über angeblichen Betrug bei der US-Präsidentenwahl seine Anhänger dazu aufgerufen, zum Kapitol zu ziehen, das den Senat und das Abgeordnetenhaus beherbergt.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+