Tag der Logistik bei Ubimax Einblick­ in die Zukunft

Bremen. Wie sieht die Zukunft der Logistik aus? Im Bremer Unternehmen Ubimax konnten 45 Besucher dazu Einblick bekommen – im wahrsten Sinne. Denn selbst austesten konnten die Teilnehmer der Führung am europaweiten Tag der Logistik, wie smarte Brillen die Arbeit in der Branche verändern.
20.04.2018, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Tobias Denne

Bremen. Wie sieht die Zukunft der Logistik aus? Im Bremer Unternehmen Ubimax konnten 45 Besucher dazu Einblick bekommen – im wahrsten Sinne. Denn selbst austesten konnten die Teilnehmer der Führung am europaweiten Tag der Logistik, wie smarte Brillen die Arbeit in der Branche verändern. Ubimax entwickelt die Software für die sogenannten Augmented-Reality-Brillen. Übersetzt bedeutet der Begriff: Die Brillen erweitern die Realität.

Insgesamt 16 Bremer Unternehmen, wie auch Fiege Logistik, Röhling oder Dachser, öffneten am Aktionstag an diesem Donnerstag die Türen für Besucher. Ubimax hatte für sie unter anderem zwei ihrer klugen Brillen vorbereitet: Die Augmented-Reality-Brille Hololens von Microsoft, die den Mitarbeitern in Logistikunternehmen etwa beim richtigen Verpacken hilft, und die Google Glass, eine Assisted-Reality-Brille, die durch Informationen im Blickfeld etwa die Kommissionierung vereinfacht. Zwar waren die ersten Versuche der Teilnehmer mit den Brillen noch ein wenig unbeholfen, schnell aber kamen sie mit der neuen Technik klar, etwa um Kartons anzuordnen.

Einmal die Hololens auf dem Kopf, erscheint dabei plötzlich das Hologramm einer Box auf dem Glas der Brille. Das reale Äquivalent liegt auf dem Tisch daneben: Die Brille gibt also vor, wo die Box eigentlich liegen muss. Ist der Karton an der richtigen Stelle, beendet eine Bewegung der Hand den kleinen Auftrag. Der Daumen muss den Zeigefinger für die Hololens sichtbar drücken – und wie von Magie erscheint die nächste virtuelle Box auf dem Brillenglas. Fünf Boxen und die Aufgabe ist geschafft: Die Kartons sind perfekt sortiert und wären im Prinzip zum Verschicken bereit.

Für Frank Lampe, Marketingleiter von Ubimax, liegen die Vorteile der Brillen wie der Hololens auf der Hand. „Man kann das Verpacken optimieren, digitale Packlisten erstellen und schneller kommissionieren“, sagte er. Dank der zusätzlichen Informationen, die im Blickfeld auftauchen, sollen den Mitarbeitern weniger Fehler passieren. Das merkte auch Besucherin Nadja Barenburg beim Austesten. „Man wird total geführt“, sagte sie. Zwar habe sie im Vorfeld keinerlei Berührungspunkte mit der erweiterten Realität gehabt, aber die Steuerung der Brille sei sehr einfach und intuitiv gewesen. „Ich weiß genau, welcher Karton wo hinmuss.“

Aber nicht nur für das Sortieren von Kisten sind die Brillen geeignet. Laut Frank Lampe könnte auch etwa die Inspektion von Fahrzeugen mithilfe der Augmented-Realitiy-Brillen vereinfacht werden. Die Mitarbeiter könnten bei Problemen einen weiteren Experten per Videotelefonie zurate ziehen. „Der Experte sieht dann im Browser, was ich sehe und kann Tipps geben“, sagte Lampe. Ob und inwieweit eine derartige Brille für das eigene Unternehmen sinnvoll ist, das kläre Ubimax in einem vorbereitenden Gespräch. „Die Mitarbeiter müssen auch damit arbeiten können, sonst bringt das nichts.“ Eine Grenze der Technik ist derzeit für viele Firmen ihr Preis: Zwischen 1500 und 5500 Euro kostet eine Brille. Doch Lampe ist überzeugt, dass sich mittelfristig Augmented-Reality-Brillen in der Logistik etablieren. „Wir befinden uns im Übergang zum Mainstream.“

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