Beschlüsse für Bremen-Nord

Geld fließt in die Stadtteile

Die Koalition hat sich auf Vorhaben verständigt, die im Doppelhaushalt finanziert werden. In Bremen-Nord profitieren unter anderem das Seebad, kleine Quartiere, der Denkort und der Blumenthaler Ortskern
19.06.2020, 07:01
Lesedauer: 3 Min
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Geld fließt in die Stadtteile
Von Michael Brandt

Bremen-Nord. Am Donnerstag haben die Finanzpolitiker der Fraktionen von SPD, Grünen und Linken erklärt, welche Projekte und Vorhaben sie im Doppelhaushalt 2020/2021 finanzieren wollen. Dabei werden zahlreiche Projekte in Bremen-Nord berücksichtigt. Die SPD-Abgeordnete aus Blumenthal, Ute Reimers-Bruns, erklärt, welche das sind.

Sommerbad Grambker See: Das Bad in Grambke wird von Ehrenamtlichen und Vereinen getragen. Sie stecken in einer doppelt schwierigen Situation. Zum einen hat die Coronakrise auch hier den Saisonstart verhagelt, zum anderen ist die finanzielle Zukunft des Projektes ungewiss. Ein anonymer Sponsor hatte 40 000 Euro gegeben, um unter anderem die Miete zu übernehmen. Das Geld ist Ende des Jahres aufgebraucht. Jetzt haben die Koalitionäre laut Reimers-Bruns entschieden, dass das Bad 15 000 Euro für Spielgeräte bekommt. „Da schlägt das sozialdemokratische Herz, wenn wir den Einsatz von Ehrenamtlichen weiter unterstützen können.“ Die grundsätzliche Finanzierungsfrage ist damit nicht beantwortet.

Lebendige Quartiere: Bekannt war bereits, dass die Kaspar-Ohm-Straße in Hammersbeck und das Alwin-Lonke-Quartier in Grambke in das Programm „Lebendige Quartiere“ aufgenommen werden sollen. Mit dem Programm soll in kleineren Vierteln, die bisher durchs Raster gefalllen sind, die sozialen Strukturen gestärkt und der Zusammenhalt gefördert werden. Jetzt steht eine erste Finanzierungszusage. 175 000 Euro sollen jährlich für „Lebendige Quartiere“ reserviert werden.

Bildungszentrum: Für Blumenthal wird ein Quartiersbildungszentrum geplant. 20 000 Euro Planungsmittel habe die Finanzpolitik bereitgestellt, so Reimers-Bruns. Ob das Quartiersbildungszentrum auf dem BWK-Campus entsteht und um welche Inhalte es genau geht, das soll in den kommenden zwei Jahren erarbeitet werden.

Obdachlosenbetreuung in Vegesack: Bisher gab es für den sogenannten Szenetreff am Aumunder Heerweg, zwischen der Kirche und dem Jugendfreizeitheim, keine öffentliche Förderung. Die Innere Mission hat die Fläche angemietet und finanziert auch die Sozialarbeiterin, die sich dort mit 30 Stunden in der Woche um die Menschen kümmert. Im Winter war über die Aufstellung eines beheizbaren Containers diskutiert worden, allerdings zunächst ohne Ergebnis. Laut Ute Reimers-Bruns sollen jetzt 45 000 Euro in diesem und im nächsten Jahr für die Obdachlosenbetreuung eingesetzt werden.

Grohner Düne: Die Stelle des Quartiersmanagers in der Grohner Düne haben sich bisher die Stadt und die Eigentümerin der Wohnanlage, Grand City Property (GCP), geteilt. Zuletzt hat aber GCP laut Reimers-Bruns dieses Angebot reduziert. Die Finanzpolitiker haben sich nun darauf geeinigt, dass Bremen eine volle Stelle finanziert, mit 25 000 Euro mehr pro Jahr.

Umweltwächter: Nachdem in Blumenthal bereits vor Jahren mit dem Projekt gestartet worden ist, kümmern sich längst in allen drei Nordbremer Stadtteilen Umweltwächter um die Sauberkeit in Straßen und öffentlichen Anlagen. Den Einsatz steuert als Träger das Arbeit und Lernzentrum in Grohn. Um diesen Job besser machen zu können, werden zwei zusätzliche, gebrauchte Transportfahrzeuge finanziert. 2020 gibt es dafür einmalig 50 000 Euro.

Sozialpädagogen für Kitas: Alles Kitas, die in einem Problemgebiet liegen, haben künftig einen Anspruch auf einen festen Sozialpädagogen. Gemessen wird das am sogenannten Sozialindex des Einzugsgebiets. Was bisher in vielen Fällen schon so gehandhabt worden ist, wird jetzt als Regel festgeschrieben. Laut Ute Reimers-Bruns betrifft diese Zusage zum Beispiel das Kinder- und Familienzentrum Kapitän-Dallmann-Straße im Blumenthaler Kern.

Schulsozialarbeit: In Rönnebeck und Farge-Rekum müssen die Grundschulen ihre Arbeit noch über Jahre an zwei Standorten organisieren. Deshalb soll jetzt pro Grundschule die Stelle eines Schulsozialarbeiters finanziert werden.

Denkort Bunker Valentin: Die Koalition will die Bildungsarbeit des Denkorts Bunker Valentin weiter stärken. Der Denkort hat bereits vor längerer Zeit eine pädagogische Kraft beantragt, die Zusage darüber ist auch bereits im Koalitionsvertrag festgehalten. Mit dem Beschluss der Koalition sollen, kündigt Ute Reimers-Bruns an, 1,5 Stellen geschaffen werden. In 2021 sind dafür 87 000 Euro vorgesehen. 28 000 Euro sind zudem eingeplant, damit Schulen den Denkort besuchen können. „Der Denkort konnte bisher immer nur einen Bruchteil der Anfragen von Schulen abdecken. Das soll sich ändern.“

Spielhäuser: Die vier Nordbremer Spielhäuser am Pürschweg, an der Lüssumer Heide, im Fockengrund und das Hermann-Wegner-Spielhaus an der Grohner Düne bekommen ein aufgestocktes Budget. Es wird jeweils um 10 000 Euro pro Jahr für Honorare und Sachmittel aufgestockt.

Hebammenzentrum: Blumenthal soll ein Hebammenzentrum bekommen (Bremerhaven ebenfalls). Dafür werden Planungsmittel in 2021 bereitgestellt. Das Hebammenzentrum soll als Anlaufstelle für alle Fragen in der Schwangerschaft und nach der Geburt dienen, soll Kurse und Betreuung organsieren. „Das ist eine sinnvolle Entscheidung, weil Blumenthal ein wachsender Stadtteil ist“, sagt Reimers-Bruns.

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