Vielfältiges Kunsthandwerk Bunte Kreativität im Bremer Norden

Vor zehn Jahren hat sich die Kunsthandwerker-Gruppe Bremen-Norder-Kreativisten gegründet. Inzwischen sind sie in einem Verein organisiert, haben ihr Engagement ausgebaut und sind auch in Corona-Zeiten aktiv.
06.05.2021, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ulrike Schumacher

Bremen-Nord. Es gibt einen Spruch, der könnte auch zu den Bremen-Norder-Kreativisten wunderbar passen: Jeder fängt mal klein an. So war es nämlich, als eine Gruppe sehr engagierter Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker 2012 zur ersten Ausstellung eingeladen hatte. Die Bilanz: acht Aussteller und sechs Besucher. Christine Tenzler, die Vorsitzende des Vereins, kann heute darüber schmunzeln. Vor allem auch, weil sich die Bilanz nach einiger Zeit gewaltig geändert hat. „Klein, aber oho“, könnte man nun sagen.

Zur Weihnachtsausstellung im Jahr 2019 waren über das Wochenende verteilt rund 2000 Besucher gekommen. Eine Erfolgswelle, auf der die Bremen-Norder-Kreativisten zu schwimmen schienen. Wenn nicht Corona dazwischengekommen wäre. Jetzt hoffen die Kunsthandwerkerinnen und -handwerker darauf, bald wieder durchstarten zu können.

Begonnen hatte alles vor zehn Jahren. 2011 gründete ein Kreis kreativer Nordbremer Männer und Frauen eine Interessengemeinschaft. Vier Mitglieder zählte die Gruppe damals. „Heute sind wir 23 Mitglieder und inzwischen ein Verein“, erzählt Ulli Mangels, der sich zusammen mit seiner Frau Petra Mangels im Vorstand und in der Gruppe engagiert – er mit Holzkunst, sie mit Kreationen aus Glas.

Kontinuierlich hatte die Gemeinschaft ihr Engagement ausgebaut, berichtet Christine Tenzler, die unter dem Motto „Schaf und Co“ Handpuppen, Gartendeko, Handytaschen und vieles mehr entwirft. Schon ein Jahr nach der ersten Ausstellung konnten die Bremen-Norder-Kreativisten die Schönebecker Schlosskate für ihre Ausstellungen nutzen. „Und 2016 entstand dann der Kontakt zur Vegesacker Schützenhalle“, blickt die Vorsitzende zurück. „Sie ist unser zweites Zuhause geworden.“ Zweimal im Jahr hatten sie dort eine Ausstellung auf die Beine gestellt, bei der neben den Vereinsmitgliedern auch andere Kunsthandwerker ausstellen konnten.

2017 waren es schon 52 Aussteller. „Dabei achten wir auf die Qualität der hergestellten Dinge“, sagt Christine Tenzler. „Und wir achten ebenso auf ein wechselndes Programm und darauf, dass jedes Gewerk nur einmal vertreten ist“, berichtet Petra Mangels, die neuerdings die Ausstellungen organisiert – aber wegen der Pandemie nicht wirklich zum Zuge kommt. Deswegen die Hände in den Schoß zu legen und abzuwarten, komme aber nicht infrage, berichtet Ulli Mangels von einem trotzdem regen Vereinsleben.

Im vergangenen Jahr habe es eine Masken-Aktion gegeben, bei der die Mitglieder „449 Schnuties“ genäht und gespendet haben. Außerdem steht einmal im Monat eine Vereinssitzung per E-Mail auf dem Plan. „Wir sind ständig in Kontakt“, sagt Christine Tenzler. „Wir sprechen uns gegenseitig Mut zu und tauschen uns bei Fragen zu unserem kreativen Schaffen aus. Wir sind auch in der Corona-Zeit eine Gemeinschaft.“ Gleichwohl wäre ihnen die persönliche Begegnung lieber. „Das fröhliche miteinander schnattern ist so nicht möglich.“

Besonders fehle der Gruppe das Zusammentreffen mit anderen Ausstellern und den Besuchern, fügt Petra Mangels hinzu. „Allein schon wegen der Gespräche, die sich dabei ergeben. Das ist einen gute Gelegenheit zum Netzwerken.“ Und nicht zuletzt, ergänzt ihr Mann, hätten die Kunsthandwerkerinnen und -handwerker „ja auch Werke in petto, die sie zeigen möchten“. So hoffen die Bremen-Norder-Kreativisten, möglichst rasch an den Erfolg von Ende 2019 anknüpfen zu können. Das Corona-Hygiene-Konzept habe der Verein schon in der Schublade. „Schließlich haben wir Ziele“, sagt Ulli Mangels. „Wir sind erst zufrieden, wenn die Bayern zu unseren Ausstellungen anreisen.“ So weit nach den Sternen greifen möchte Christine Tenzler gar nicht. Ihr wären auch Besucher aus Stuttgart recht. „Oder aus Hannover.“

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Zur Sache

Vielfältiges Kunsthandwerk

In dem Verein ist ganz unterschiedliches Kunsthandwerk vertreten. Die Mitglieder fertigen Hüte, Taschen oder Spitzenkarten an, kochen Marmeladen und Chutneys, schleudern Honig, brennen Liköre, stricken Socken oder bauen Wichtelhäuser. Auch eine Upcyclingkünstlerin ist dabei. Jedes Vereinsmitglied hat bei Ausstellungen einen Anspruch auf einen Standplatz, sagt die Vorsitzende. Neue Mitglieder sind willkommen. Um sich gegenseitig besser kennenzulernen, gibt es eine sechsmonatige Probezeit. Im Internet präsentieren die Bremen-Norder-Kreativisten sich und ihr jeweiliges Kunsthandwerk auf einer fröhlich-bunten Homepage (www.bremen-norder-kreativisten.de). Auch auf Facebook sind sie aktiv. Interessenten können über die Internetseite Kontakt aufnehmen.

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