Wo einst wogende Kornfelder waren, versperren heute Maispflanzen die Sicht Das Landschaftsbild hat sich leicht verändert

Worpswede (jsc). Wenn früher in der hiesigen Region die
31.08.2012, 05:00
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Worpswede (jsc). Wenn früher in der hiesigen Region die

Erntefeste gefeiert wurden, schwärmte so mancher Festredner von "wogenden Kornfeldern" oder, nachdem das Korn gemäht war, von dem "Wind, der über die Stoppelfelder weht".

In den vergangenen Jahren hat sich das Landschaftsbild – jedenfalls im Spätsommer und im Frühherbst – leicht verändert. Das spüren nicht nur die Einheimischen. Auch die Touristen, die das seit Jahrhunderten landwirtschaftlich geprägte Künstlerdorf Worpswede besuchen, vermissen oft den wohltuenden Blick in die Hammeniederung. Während sie sich früher an den von den hiesigen Landwirten bearbeiteten Feldern und an den auf den grünen Weiden grasenden Kühen erfreuen konnten, fahren oder gehen sie heute kilometerweit an hohen Maispflanzen, die die Sicht auf eine gepflegte Landschaft versperren, vorbei.

Die Ursache für diesen Wandel ist bei den aus dem Boden geschossenen Biogasanlagen, die alljährlich erhebliche Mengen an Mais für die Erzeugung von erneuerbaren Energien

benötigen, zu finden. Dadurch verschwinden in den europäischen Ländern riesige Flächen für die Produktion von wertvollen Lebensmitteln. Das wirkt sich nicht zuletzt auch für die

Ernährungslage in der Dritten Welt negativ aus.

Im Gegensatz zu den im Flachland gelegenen benachbarten Moordörfern kann man in Worpswede durchaus noch Korn- beziehungsweise Stoppelfelder entdecken. Einen derartigen Anblick können die Besucherinnen und Besucher eigentlich nur noch genießen, wenn sie bei Spaziergängen vom Weyerberg oder vom Findorffberg aus ihren Blick über die Weite des Teufelsmoores schweifen lassen.

Längst vorbei ist auch die Zeit, in der Worpsweder Künstler und Künstlerinnen der ersten, zweiten und dritten Generation die harte körperliche Arbeit der Landwirte auf den Feldern mit Pinsel und Farbe auf der Leinwand festhielten. So können sich die Menschen in späteren Jahren noch vor Augen

führen, wie die Bauern und Knechte das Korn mit der Sense mähten, wie die Korngarben nach der Mahd zu Hocken zusammengestellt und später mit Muskelkraft und einer Forke auf die von Pferden gezogenen Ackerwagen "gestakt" wurden. Heute wird das Stroh dagegen vom Mähdrescher gleich zu mannshohen Ballen gepresst, die anschließend ein paar Tage "trostlos" auf dem Feld liegen bleiben. Auf den früheren Bildern ist auch zu sehen, wie die Ehefrauen, Töchter, Schulkinder und Tagelöhner bei der Heu-, Rüben- oder Kartoffelernte schuften mussten.

Auch viele professionelle

und Hobbyfotografen lichteten diese Tätigkeiten aus vergangenen Tagen oft und gerne mit der Kamera ab. Seit einigen Jahrzehnten sucht man derartige Motive jedoch vergebens. Der Fortschritt hat auch in der Landwirtschaft Einzug gehalten, und das ist gut so. Der Bauer kennt zwar auch heute keinen Achtstundentag oder eine 38-Stundenwoche, aber moderne und leistungsfähige Maschinen haben ihm und der Familie die Arbeit auf Feld, Wiese und Hof doch wesentlich erleichtert.

Ferienabschlussparty für Kids

Heute Abend startet ein Laternen- und Fackelumzug

Worpswede (jsc). Wenn an diesem Wochenende das 62. Worpsweder Erntefest gefeiert wird, ist das nicht nur ein Fest für die Erwachsenen. Der Festausschuss hat den heutigen Freitag den Kindern gewidmet und für sie ein tolles Programm mit einigen Überraschungen vorbereitet. Darin sind etliche Ideen des Fördervereins Interessengemeinschaft Erntewagen Worpswede (IGEW) mit eingeflossen.

Weil die Sommerferien heute zu Ende gehen, werden die Kids das Fest um 17.30 Uhr im und vor dem Festzelt beim Landhaus mit einer fröhlichen Ferien-Abschlussparty eröffnen. Geboten werden ihnen Kinder-Schminken, das Fertigen von Luftballonfiguren, Spiele und Musik. Auch warten ein Glücksrad, eine Hüpfburg und ein

Kinderkarussell auf sie. Zudem kann sich jedes Kind einen Preis aussuchen. Des Weiteren wird mit dem Stechvogel das neue Erntekönigspaar ermittelt. Das darf im nächsten Jahr den

Ernteumzug in einer Kutsche

anführen. Bis 19.30 Uhr ist alles frei, haben die Erntefestmacher versprochen.

Gegen 19.30 Uhr startet beim Landhaus ein großer Laternen- und Fackelumzug mit dem neuen Erntewagen des IGEW. Die Route führt von hier über das Straßentor, Im Rusch und den Sophie-Bötjer-Weg zum Parkplatz beim Hol ab Getränkemarkt. Nach einer Bonbonpause geht es über die Findorffstraße zurück zum Festplatz.

Dort erhalten alle Teilnehmer ein Eis und einen Gutschein über zehn Euro, den sie bei den Buden und Fahrgeschäften einlösen können. Zudem spendet die IGEW für jedes Kind

fünf Euro an den jeweiligen Kindergarten beziehungsweise an die Klassenkasse. Anschließend spielt DJ Uwe Wendelken im Festzelt heiße Discomusik für die Kids, und Benjamin Meyer tritt als Feuer spuckender Drache auf.

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