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Kulturpreis Landkreis Oldenburg
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„In meiner Arbeit will ich echt sein“

Jacqueline Schultz 21.09.2019 0 Kommentare

Neunter Kunstpreisträger im Landkreis Oldenburg: Wolf E. Schultz in seiner Ausstellungsremise auf dem Klostergelände in Hude.
Neunter Kunstpreisträger im Landkreis Oldenburg: Wolf E. Schultz in seiner Ausstellungsremise auf dem Klostergelände in Hude. (Janina Rahn)

Das Urteil der Jury, die Anfang September tagte, fiel einstimmig aus: Der neunte Kunst- und Kulturpreis des Landkreises Oldenburg geht an Wolf E. Schultz für sein künstlerisches (Lebens-)Werk. Mit der Auszeichnung verbunden ist ein Preisgeld in Höhe von 2500 Euro. „Als mir am Telefon die gute Nachricht überbracht wurde, habe ich mich außerordentlich gefreut. Es ist eine schöne Anerkennung und Wertschätzung meiner langjährigen Schaffenszeit im Landkreis. Vielen Dank an die Jury und an alle, die mich vorgeschlagen haben“, kommentierte Schultz die Auszeichnung.

Die Jury zeigte sich in vielfacher Hinsicht überzeugt vom Schaffen des 79-Jährigen. „Mit der Gründung des Skulpturenufers und der Initiierung eines Bildhauer-Symposiums in den 1990er-Jahren gibt Wolf E. Schultz der bildenden Kunst einen festen Platz in der Gemeinde Hude“, heißt es in der Begründung. Sein Bildwerk und sein unermüdlicher Einsatz für die Kunst würden weit über die Grenzen des Landkreises Oldenburg hinausstrahlen. Dabei engagiere er sich seit Jahrzehnten nicht nur dafür, seine eigene, sondern auch die Kunst anderer sichtbar zu machen, betonten die Juroren.

Die feierliche Preisverleihung, verbunden mit einem kulturellen Rahmenprogramm und der Eröffnung einer Skulpturen-Ausstellung des Künstlers, findet am Donnerstag, 5. Dezember, ab 18 Uhr im Kreishaus Wildeshausen statt. Zu sehen sind die Arbeiten dann bis zum 31. Januar. „Ich nenne diese Ausstellung ‚Oldenburger Unterwelten‘, da ich ausschließlich große Mooreichenteile zeige, die mehrere Jahrhunderte im Untergrund des Oldenburger Landes verborgen waren“, kündigt Schultz an. Immer wieder erhalte er Hinweise von Landwirten, wenn durch das Pflügen Mooreiche ans Licht kam. „Viele haben sich gefreut, wenn sie gesehen haben, was daraus geworden ist“, erklärt der Künstler.

„In Landschaft verliebt“

Seit rund 35 Jahren liegt der Lebens- und Schaffensmittelpunkt von Wolf E. Schultz im Landkreis. "In die Landschaft habe ich mich gleich verliebt – damals wie heute begeistern mich die großen freistehenden Bäume in der faszinierenden Landschaft“, sagt Schultz, der 1940 in Swinemünde geboren wurde und Anfang der 1980er-Jahre sein Atelier von Hamburg nach Hude verlegte. Aber auch der Hasbruch ist für ihn Inspiration und Materialquelle zugleich. Regelmäßig unternimmt er mit seiner Kamera ausgerüstet Streifzüge durch den über 600 Hektar großen Eichen- und Hainbuchenwald und schwärmt von der Kraft des Ortes. Einige Skulpturen tauchen überraschend im Wald auf, die der Künstler direkt in alte Baumstämme gehauen hat. Auch das Huder Ortsbild ist vielfach von Werken des Künstlers geprägt. So entwickelte Schultz einen der ersten Skulpturenwege in Deutschland. Auch initiierte er das Bildhauer-Symposium, das er seit vielen Jahren künstlerisch leitet. Im vergangenen Jahr fand bereits das neunte Mal dieses Event unter freiem Himmel statt, welches immer wieder Bildhauer aus der ganzen Welt in den Landkreis zieht.

Gleich zu Beginn seiner Zeit in Hude spendete Schultz zusammen mit der Kimmer Bauerschaft einen artesischen Brunnen, der nachhaltig ohne Pumpe, rein mit natürlichem Druck, funktioniert. Als ein Denkmal für den Frieden sprudelt er noch heute. 1993 gründete Schultz das Skulpturenhaus, in der er in einer Dauerausstellung seine gesammelte Werke präsentiert. Vor vier Jahren ist Schultz mit seinen Arbeiten in den Klosterbezirk gezogen. In der alten Remise sind nun in regelmäßigen Abständen Themenausstellungen mit Arbeiten aus seiner fast 50-jährigen Schaffenszeit zu sehen. Von Werken aus Privatbesitz, bis hin zu neuen Skulpturen, die der heute 79-Jährige noch immer bearbeitet. Aktuell läuft die Ausstellung „WES like Jazz“. Ab Sonnabend, 19. Oktober, wird bis Mai 2020 die neue Themenausstellung „Wachstum“ zu sehen sein.

Vor zwei Jahren erst wurde das 25-jährige Bestehen des Skulpturenufers am Huder Bach gefeiert. Kleine Pfade führen dort zu Kunstwerken aus Stahl, Stein und Holz, erst kürzlich wurde das Gelände durch eine Kunstinstallation mit 30 gepflanzten Eiben erweitert. Unter anderem wurde dieser besondere Ort auch Schauplatz für den Bestseller „Ostfriesenschwur“ von Klaus-Peter Wolf.

Ins Material gearbeitete Lebensgefühle

Die Arbeiten von Schultz sind unmittelbar ins Material gearbeitete Lebensgefühle. „In meiner Arbeit will ich echt sein, bei mir selbst sein, das heißt authentisch sein – ohne Gedanken an den Markt oder andere Fremdbestimmungen“, erklärt er. Seit 1970 wurden seine Werke in über 100 Einzel- beziehungsweise Gruppenausstellungen in Galerien, Museen und Kunstvereinen präsentiert. Bisher entstanden über 1200 Skulpturen und Plastiken aus Holz, Stein, Bronze, Stahl, Aluminium und Kupfer. Freie und figurative Formen bestimmen seine Werke genauso wie Ironie, Witz und Gesellschaftskritik. Rund 800 Arbeiten stehen im privaten und öffentlichen Raum im In- und Ausland.

Seit 2001 zeichnet der Landkreis Oldenburg jährlich Kunst- und Kulturschaffende aus der Region aus und wertschätzt damit ihre Arbeit. Da das kreative Schaffen im Landkreis Oldenburg bunt und vielfältig ist, wird der Preis in wechselnden Sparten verliehen. Dieses Jahr war die Auszeichnung der Kategorie Bildende Kunst gewidmet.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...