Reitturnier

Spektakel mit Gänsehautmomenten

Der Showabend der Verden International hat nicht nur Reiter begeistert. Wegen der Trockenheit und der Gefahr von Bränden wurde erstmals auf das gewohnte große Feuerwerk verzichtet.
05.08.2018, 11:12
Lesedauer: 3 Min
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Spektakel mit Gänsehautmomenten
Von Ivonne Wüsthof
Spektakel mit Gänsehautmomenten

Akrobatik und Grazie: Beim Showtanz Passion und Liberty war beides zu sehen.

Michael Braunschädel

Eine Woche lang hat sich beim Turnier Verden International wieder einmal alles um hochklassigen Reitsport und atemberaubende Leistungen gedreht. Neben den zahlreichen Prüfungen denen sich Reiter und Pferd gemeinsam stellen müssen, gehört auch der traditionelle Showabend im Stadion zu den Höhepunkten der Veranstaltung. So war es nicht verwunderlich, dass auch in diesem Jahr wieder eindrucksvolle Darbietungen von Mensch und Pferd für den einen oder anderen Gänsehautmoment sorgten.

Schon weit vor dem Beginn des Showabends fanden sich die ersten Freunde des Reitsports im Verdener Stadion ein, um sich die besten Plätze auf den Rängen zu sichern. Pünktlich um 20 Uhr ging es los, als die Marchingband der Freiwilligen Feuerwehr Verden nach einer kurzen Anmoderation den Abend eröffnete. Vor über 40 Jahren als Fanfarenchor gegründet, tritt die FMC Showband seit 1992 als moderne Marchingband nach amerikanischem Vorbild auf und gehören seit vielen Jahren mit ihrem musikalischen Repertoire zu den festen Programmpunkten des Showabends der Verden International.

Gleiches gilt auch für die Islandpferde vom Müllers Hoff in Favel, die das Publikum im Anschluss einen ersten Vorgeschmack auf die eindrucksvolle Reitkunst dieser über 1000 Jahre alten Rasse gaben. Mit präzisen Bewegungen und einer absolut harmonischen Beziehung zwischen Pferd und Mensch flogen die Gespanne nahezu über die Bahn und sorgten für begeisterten Applaus, der von den Tribühnen hallte.

Besonderer Wettkampf

Erstmalig in diesem Jahr fand an diesem Abend ein Wettkampf der ganz besonderen Art statt. Ein „Jump and Run“ wie es im Vorfeld angekündigt wurde, bei dem es in erster Linie um Schnelligkeit, akkurate Bewegungsabläufe und natürlich auch im Teamarbeit ging. Gemeinsam mussten sich fünf Top-Springreiter und ebenso viele Nachwuchsreiter einem Parcour stellen, der mit Pferd und Golf-Caddy bezwungen werden musste. Die Regeln waren simpel: Im Sprung über fünf Hindernisse mussten die Youngsters ihre Fähigkeiten als Reiter präsentieren um dann gemeinsam mit dem zugeteilten Profi im Caddy ebenfalls fünf Zielpunkte auf dem Parcours abzufahren. Das schnellste Team gewann.

Den Anfang machte das Duo Sabine Oehlrich und Profi-Springreiter Tobias Meyer, die am Ende mit 69 Sekunden den vierten Platz belegten. Gemeinsam mit dem italienischen Reiter Michael Christofoletti sicherte sich Sina Wesemann vom RV Alte Aller den dritten Platz. Ihre Schwester Lea, die mit Springreiter und Derbysieger Toni Haßmann an den Start ging, landete bei diesem Wettkampf auf dem zweiten Platz. Für Ole Winkelmann und Alexa Stais reichte es trotz ihres großen Ehrgeizes nur für den fünften Platz, was in erster Linie jedoch dem sturen Willen von Winkelmanns Pferd geschuldet war, das seine eigenen Pläne hatte und damit zur Belustigung der zahlreichen Zuschauer beitrug. Am Ende ging das Duo Yasmin Dittrich und Hilmar Meyer mit der Bestzeit von 62 Sekunden als Sieger des Wettkampfes hervor und zeigte damit, wie wichtig der Teamgeist zwischen Menschen und Tier für einen erfolgreichen Wettkampf ist.

Ebenso unterhaltsam wie eindrucksvoll waren auch die zahlreichen Schaubilder, die unterschiedliche Disziplinen der Reitkunst mit kurzweiligen Geschichtserzählungen vereinten. So überzeugte der Reitclub Hagen-Grinden in gewohnter Manier mit einem erstklassigen Schaubild nicht nur die jüngsten Besucher, die gespannt das Geschehen verfolgten. Ganz im Stil des Animationsfilms „Die Monster AG“ boten die 40 Mitwirkenden und 16 Pferde eine Darbietung an, die bei so manchen Besuchern Kindheitserinnerungen wiederbelebten. In aufwändigen Kostümen, einer detailreichen Kulisse und mitreißenden Tanzeinlagen zeigten die Sportler, was zu Pferde alles möglich ist – fernab vom normalen Reitsport.

Elegante Huftiere

Jedoch sollten an diesem Abend nicht nur die eleganten Einhufer mit spektakulären und facettenreichen Performances trumpfen. Die Rettungshundestaffel des DRK Emtinghausen-Bahlum gab einen Einblick in ihre Arbeit und demonstrierte, wie sie beispielsweise verunglückte Reiter durch ihre Rettungshunde aufspüren und bergen können. Um Zeit und Schnelligkeit ging es auch bei den Flying Dogs aus Schwarme, die schon häufiger das Verdener Publikum begeistern konnten. Ob Jagd nach fliegenden Frisbees oder Salti und Sprünge, bei denen die Trainerinnen als Sprungbrett genutzt werden – für die Vierbeiner „Remmidemmi“, „Heckmeck“ und Co war kein Trick unmöglich.

Rund zweieinhalb Stunden dauerte das tierische Spektakel, das eigentlich wie gewohnt mit einem Feuerwerk sein Finale finden sollte. Doch aufgrund der Trockenheit und damit einhergehenden Brandgefahr sowie aus Rücksicht auf die Tiere, sahen die Veranstalter in diesem Jahr hiervon ab. Die Verdener nahmen es gelassen hin, denn immerhin durften sie auch ohne Feuerwerk einen grandiosen Abend erleben.

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