Nach WM-Aus Füllkrug: "Ich bin wirklich fassungslos"

Das hatte sich Niclas Füllkrug anders vorgestellt. Sein WM-Traum hat gerade erst begonnen, da ist er schon wieder vorbei. Der Frust beim Werder-Stürmer sitzt tief. Seine ersten Reaktionen nach dem Aus in Katar.
02.12.2022, 09:55
Lesedauer: 2 Min
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Von mbü

Was war die Freude groß?! Es ist noch keine drei Wochen her, als dem riesigen Traum von Niclas Füllkrug tatsächlich Leben eingehaucht wurde. Auf den allerletzten Metern vor der WM in Katar hatte der Profi des SV Werder Bremen noch das Ticket für das Turnier im Wüstenstaat gelöst, was lautstark im und um das Wohninvest Weserstadion herum gefeiert worden war. Doch beinahe so schnell wie das Abenteuer begonnen hatte, endete es nun auch. Und vor allem viel zu schnell, wie Füllkrug fand.

„Es war mega schön für mich, dabei gewesen zu sein. Aber ich habe es mir auch anders vorgestellt, das muss ich ganz ehrlich sagen“, erklärte der Stürmer, der bei drei Jokereinsätzen zwei Tore erzielte und einen weiteren Treffer vorbereitete. „Für mich ist es das größte Fußball-Ereignis, das ich miterleben durfte. Ich bin wirklich fassungslos, dass es heißt Koffer packen und nach Hause fahren. Es ist viel zu schade, dass wir das so hergeschenkt haben.“

Auch beim 4:2-Erfolg gegen Costa Rica schwächelte die deutsche Nationalelf phasenweise, geriet nach einer eigenen Führung zwischenzeitlich mit 1:2 in Rückstand. Genauso war es auch schon gegen Japan im ersten Gruppenspiel passiert, damals gelang jedoch keine Wende mehr. „Wenn man die gesamte Gruppenphase sieht, ist es schon eigenes Unvermögen, das muss man einfach ganz realistisch so einschätzen“, kritisierte Füllkrug, der die Schuld am Vorrunden-Aus auch nicht bei den Spaniern suchen wollte, die im Parallelspiel gegen Japan eine entscheidende Niederlage kassiert hatten und so keine Schützenhilfe leisteten.

Wenn ich auf irgendjemanden sauer bin, dann auf uns
Füllkrug über WM-Aus

Der Angreifer weiter: „Ich glaube, dass diese Mannschaft – und wir sind eine Mannschaft, das kann ich als einer, der neu dazugekommen ist, bestätigen – mit dieser Qualität hätte nichts anbrennen lassen dürfen.“

Im Vorfeld der Partie gegen Costa Rica war vielerorts erwartet worden, dass Niclas Füllkrug nach seinen vorher guten Leistungen in der Startelf auftauchen würde, am Ende war dem bekanntlich nicht so. Groll gegen Coach Hansi Flick hegte er deshalb aber nicht. „Der Trainer hat ganz normal mit mir geredet, er kommuniziert sehr offen und sehr gut; das freut mich“, erklärte er. „Alles andere ist seine Entscheidung. Ich versuche, immer Gas zu geben. Es ist auch nicht so einfach. Man kann nicht immer als Joker reinkommen und treffen, auch wenn es heute wieder geklappt hat.“

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In knapp anderthalb Jahren steht nun die Heim-EM in Deutschland an. Das nächste große Turnier, bei dem alles besser werden soll. Besser werden muss. Kein schlechtes Ziel eigentlich für  Niclas Füllkrug, um erneut mit dem Bundesadler auf der Brust alles zu geben. Aber ob der Bremer Torjäger wirklich bei der Europameisterschaft dabei sein wird und will, ließ der 29-Jährige erst einmal offen und entgegnete den fragenden Journalisten: „Lasst mich das erst mal verdauen.“ Und wer Niclas Füllkrug an diesem Abend genau zugehört hat, der musste schnell einsehen, dass das eine ganze Weile dauern wird.  

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