Die schwierige mentale Situation für den SV Blau-Weiß Bornreihe vor dem Kellerduell in Gifhorn Im Kopf teils noch ein Landesligist

Bornreihe. Wenn sich der Fußball-Tross des SV Blau-Weiß Bornreihe am Sonntagmorgen um 8.30 Uhr auf den Weg macht zum Oberliga-Kellerduell beim MTV Gifhorn (Anstoß ist um 14 Uhr), dann ist das mit etwa 200 Kilometern eine der längeren Anfahrten zu einem Punktspiel.
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Von Thomas Müller

Bornreihe. Wenn sich der Fußball-Tross des SV Blau-Weiß Bornreihe am Sonntagmorgen um 8.30 Uhr auf den Weg macht zum Oberliga-Kellerduell beim MTV Gifhorn (Anstoß ist um 14 Uhr), dann ist das mit etwa 200 Kilometern eine der längeren Anfahrten zu einem Punktspiel. Wobei sie in Oyten sogar noch einen Zwischenstopp einlegen, um dort zusammen mit der aus Bremen kommenden Spielerfraktion gemeinsam zu frühstücken.

Bei der folgenden Autobahn-Etappe dürfte sich die Platzbelegung im Reisebus wieder wie gewohnt gestalten: Ganz vorn und im Kontakt zum Fahrer Manager Gerd Stelljes, dahinter das Trainergespann Andre Lütjen/Bernd Böschen, dann die Spieler. Während einige sich zum Kartenspielen zusammentun, setzen sich andere Kopfhörer auf, um bei Musik zu entspannen. Wieder andere sind in Gedanken längst beim Spiel. „Ja, die gehen in sich“, hat Andre Lütjen beo-bachtet, der vor allem hofft, dass sich alle „im Kopf von der Tabellensituation lösen“.

Auch oder gerade weil es die Partie des Letzten beim Vorletzten ist. Und weil Bornreihe selbst im Erfolgsfall nicht am Konkurrenten vorbeiziehen kann. „Das ist egal“, sagt der Coach. Und von einem Schicksalsspiel würde er ebenso wenig sprechen, schließlich seien das gegenwärtig ja eigentlich alle Partien für die „Moorteufel“. Von solchen Gedanken müsse man sich lösen, so Lütjen. Wobei offenbar nicht alle Akteure ihre mentalen Hausaufgaben, die vor dem physischen Einsatz stehen, erledigt haben. Lütjen: „Bei einigen ist immer noch der Landesliga-Fußball im Kopf verankert.“

Der Lernprozess beim Oberliga-Neuling sei noch längst nicht abgeschlossen. Und so sehen Lütjen und Böschen beinahe jede Woche wieder die gleichen Fehler: „Wir stehen zu breit, rücken im Mittelfeld nicht nach, sind beim Pressing nicht mit dem Kopf bei der Sache.“ Die gegnerische Strafe, etwa in Form von Pässen in die Abwehr-Schnittstellen, erfolge dann meist umgehend.

Bei dem von Lütjen angesprochenen Lernprozess sind sie bei Mitaufsteiger Gifhorn, Meister der Landesliga Braunschweig, offenbar ein gutes Stück weiter. Lütjen: „Gifhorn hat zu Saisonbeginn auch viele Gegentore kassiert, in letzter Zeit aber nur wenige.“ Vor allem hat der MTV schon drei Siege eingefahren: auswärts gegen TuS Bersenbrück (1:0) und VfL Oldenburg (2:1), daheim sogar ein 2:0 über den Tabellenvierten VfL Osnabrück II – und sich dabei als Minimalist entpuppt, wie die Torbilanz von 6:23 bei zehn Punkten beweist. Bornreihe hat in den 14 Spielen fast dreimal so viele Tore erzielt, nämlich 17, aber auch 44 kassiert. Die mageren sechs Zähler auf dem Punktekonto überraschen da nicht.

Die Qualitätsunterschiede in der Oberliga will Lütjen auch gar nicht wegdiskutieren: „Bei uns muss schon alles perfekt zusammenlaufen, damit wir was holen können.“ Das funktioniere halt nur bei absoluter Fitness der Akteure, die „120 Prozent“ geben müssten. Genau das scheint bei einigen nicht der Fall zu sein. Die erste Elf möchte Lütjen da so ziemlich ausklammern. Aber man brauche ja eher 20 Spieler. Auch die Trainingsbeteiligung – private Gründe hin oder her – lasse bei einigen wenigen zu wünschen übrig. Nicht bei allen sehe er die Bereitschaft, genügend Zeit zu investieren: „Die sind einfach zu blauäugig.“ Dass das Konsequenzen haben wird, liegt auf der Hand: Lütjen kündigte an, dass Bornreihe sich noch vor der Winterpause von zwei oder drei Spielern trennen werde. Namen wollte er noch nicht preisgeben.

Einige Ausfälle fürs Gifhorn-Spiel stehen schon fest: Tinjo Brünjes, Ömer Aktas, Till Augsburg (alle verletzungsbedingt) und Hendrik Lütjen (drei Wochen Sperre nach Roter Karte). Der Einsatz von Denis Ölge ist ungewiss. Dafür scheint Alexander Huhn nach zuletzt 73 Einsatzminuten fit für einen Dauereinsatz zu sein.

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