Französischer Krimi-Klassiker in Villa

Acht Frauen und eine Leiche

Ein französischer Krimiklassiker steht im Familienzentrum Villa auf dem Programm. Die Theatergruppe Proszenium bringt dort "Die acht Frauen" auf die Bühne. Premiere ist am Freitag, 3. Juni.
17.05.2016, 00:00
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Acht Frauen und eine Leiche
Von Christina Steinacker
Acht Frauen und eine Leiche

Der Hausherr ist tot – und eine der Frauen muss seine Mörderin sein. In dem Stück „Die acht Frauen“, das die Gruppe Proszenium zeigt, geht es aber nicht nur um die Lösung des Falls, sondern darum, dass die Anwesenden nach und nach ihre großen Lebenslügen beichten.

Ingo Moellers

Ein französischer Krimiklassiker steht im Familienzentrum Villa auf dem Programm. Die Theatergruppe Proszenium bringt dort "Die acht Frauen" auf die Bühne. Premiere ist am Freitag, 3. Juni.

Die Geschichte klingt ein bisschen nach Miss Marple. Oder nach dem typischen Derrick-Fall. Eine große Familie kommt zusammen, in einem schönen Haus, alle freuen sich über das Wiedersehen. Und dann das: Eines der Familienmitglieder segnet das Zeitliche – und zwar mit Fremdeinwirkung. Sprich: Es war Mord. In diesem Fall ist es der Hausherr persönlich, und die Geschichte ein spannender Krimi-Stoff, der vor 14 Jahren bereits groß für das französische Kino verfilmt wurde. In Delmenhorst bringt ihn nun die Theatergruppe Proszenium auf die Bühne.

Die Kriminalkomödie „Die acht Frauen“ basiert auf dem Bühnenstück des französischen Autors Robert Thomas, das unter dem Titel „Huit Femmes“ 1958 erstmals aufgeführt wurde. 2002 brachte François Ozon es auf die Kinoleinwand – und setzte dabei auf große Namen der Filmbranche: Catherine Deneuve spielte mit, Isabelle Huppert und Fanny Ardant.

„Wir hatten eigentlich immer angestrebt, alle unsere Schauspieler ins Stück zu bekommen“, schildert Ines Paetzoldt, wie es zu der Wahl kam. Nun gab es aber ja das Kurz-Stück-Festival in der Divarena, an dem die Proszenium-Männer mit der Inszenierung „Auf hoher See“ teilnahmen, „und daher hatten wir uns entschieden, diesmal einfach zu splitten“, erzählt die Sprecherin der Amateurschauspieler. So spielen nun nur Frauen im nächsten Stück mit – und zwar acht, wie der Titel schon verrät. Es bot für das Altersschema in der Gruppe gut passende Rollen. So ist die jüngste Darstellerin um die 20 Jahre alt und die älteste über 60. Zu besetzen gab es die Rollen der Hausherrin, ihrer Mutter und Schwester, der beiden Töchter sowie der Hausdame, des Hausmädchens und der Schwester des Verstorbenen.

Geschichte spielt in Fünfzigerjahren

Der einzige Herr im Haus taucht auf der Bühne nicht auf, sondern es hängt nur ein Bild von ihm an der Wand. Er wohnt mit Frau und Töchtern ein bisschen außerhalb von Paris, dort spielt die Geschichte, in den Fünfzigerjahren. Die „gut situierte Familie“, erzählt Ines Paetzoldt, will Weihnachten zusammen feiern. Die Verwandten rücken an und auch die älteste Tochter, die in London lebt. „Alle freuen sich, alle sind in Festtagsstimmung“, schildert die 49-Jährige, „und dann passiert es: Der Herr des Hauses liegt tot in seinem Zimmer.“ Wer war’s? Alle verdächtigen sich gegenseitig, und es kommen dabei Lebenslügen ans Licht. „Jede Frau hat ein bis zwei Geheimnisse.“ Hinzu kommt noch, dass das Haus durch Schneefall quasi von der Welt abgeschnitten ist. „Alles ist sehr beklemmend und beängstigend“, sagt Paetzoldt, die selbst Augustine spielt – die neurotische Schwester des Hausherrn.

Ein ganz klassisches Krimi-Stück sei das, und durch zahlreichen Lügen habe es auch eine komische Seite. „Natürlich kopieren wir aber nicht den Film“, fügt Paetzoldt hinzu, „bei uns wird zwar auch gesungen, aber sehr reduziert.“ Gecoacht hat die Schauspielerinnen dafür Sabine von Rothkirch, Spielleiterin ist Petra Wahed-Harms. „Am Ende gibt’s dann eine erstaunliche Auflösung“, verspricht Paetzoldt all denen, die die Filmvorlage noch nicht kennen.

Premiere hat die 14. Produktion des Theatervereins Proszenium, der inzwischen über 100 (aktive sowie passive) Mitglieder zählt, am Freitag, 3. Juni, im Familienzentrum Villa an der Oldenburger Straße. Danach gibt es „Die acht Frauen“ noch fünf weitere Male zu sehen: Am 4. und 5. Juni sowie am 10., 11. und 12. Juni. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Karten gibt es bei Photo Waßer in Delmenhorst, Bremer Straße 78-84, sie können außerdem unter der Telefonnummer 0 15 73 / 5 56 41 27 oder im Internet unter www.proszenium-delmenhorst.de reserviert werden.

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