Wollepark in Delmenhorst Vier Meilensteine im Wollepark

Es dauert zwar länger, als es sich manche wünschen, aber langsam biegt die Stadt Delmenhorst bei ihren Bemühungen, den Wollepark umzugestalten, auf die Zielgerade ein. Einige Projekte kommen entscheidend voran.
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Vier Meilensteine im Wollepark
Von Andreas D. Becker

Delmenhorst. Es war ein langer Weg, den Wollepark umzubauen und neu zu gestalten. Geduld war gefragt. Doch nun scheint die Stadt langsam auf die Zielgerade einzubiegen, um das Quartier nachhaltig auf neue Beine zu stellen. Ein Überblick über die vier aktuellen Meilensteine.

Am Wollepark 11 und 12

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Besitzer von ihren Plänen, die beiden leeren Gebäude zu sanieren, abrücken würden. Das war allen Beobachtern klar. Nun scheint der Zeitpunkt gekommen. „Wir sind nach der neuesten Begehung mit der Stadt zu dem Schluss gekommen, dass die Häuser nicht mehr sanierungsfähig sind. Das wäre ein Fass ohne Boden, das wäre nicht wirtschaftlich“, sagt Matthias Volkmer als Sprecher und Verwalter der Eigentümergemeinschaft. Was insofern überrascht, weil viele Beobachter den Zustand der Immobilien schon so bewertet hatten, als sie vor ziemlich genau zwei Jahren geräumt und schließlich verschlossen wurden.

Nachdem die Stadtwerke im Laufe des Jahres 2017 sowohl die Gas- als auch die Wasserversorgung der Blöcke gekappt hatten, wurde bundesweit über den Wollepark berichtet. Was maßgeblich dazu beitrug, dass der Ruf des Quartiers noch einmal deutlich schlechter wurde. Nachdem die Gebäude versiegelt wurden, hatte Volkmer noch erklärt, dass er die Eigentümer zur Sanierung überreden wollte. Schon das gestaltete sich als schwierig, wenn es nicht gar von Beginn an aussichtslos war. Die eh schon heruntergekommenen Gebäude haben in den vergangenen zwei Jahren Leerstand weiter gelitten. „Wir verhandeln nun mit der Stadt, ob wir verkaufen können“, sagt Volkmer. Doch die Stadt, das ist bekannt, will nur einschlagen, wenn sie die Gebäude komplett bekommt.

Westfalenstraße 8

Der jüngste Abriss ist vollzogen, das seit rund zehn Jahren leer stehende Haus inklusive des Kiosks ist dem Erdboden gleich gemacht. An der Stelle soll eine neue Kindertagesstätte entstehen. Das hat die Politik bereits beschlossen, und auch die Verwaltung hat sich dieser Meinung angeschlossen. Allerdings gibt es ein Problem: Das Grundstück ist nicht groß genug. Die Pläne können nur umgesetzt werden, wenn auch das Nachbarschafstzentrum Wollepark mit abgerissen wird. „Aus städtebaulicher Sicht ist eine komplette Neuordnung des Bereichs Westfalenstraße 6 und 8 zuzüglich der Fläche des ehemaligen Kurbades sinnvoll“, erklärt der Pressesprecher der Stadt, Timo Frers, auf Nachfrage. Das geht aber eben nur, wenn für das Nachbarschaftsbüro eine Übergangslösung gefunden wird. Frers: „Durch die enge Zusammenarbeit mit der Diakonie im Quartier und regelmäßigen gemeinsamen Arbeitskreisen ist die Diakonie informiert und zum Teil in die Überlegungen zur Neuordnung eingebunden.“

Am Wollepark 13 und 14

Die Stadt meldet: Entmietung. Haus Nummer 13 stand sowieso schon jahrelang leer und verfiel, aber im Haus zur Straße, in der 14, lebten noch viele Menschen. Die Stadt hat sie bei der Suche nach einer neuen Unterkunft eng begleitet, Hilfe hat sie dabei laut Medienberichten vom Bauverein erhalten. Nun ist es geschafft, dass alle Wohnungen leer stehen. Die Verwaltung beginnt gerade, den Abriss der Gebäude vorzubereiten. Der könnte dann im kommenden Jahr beginnen.

Ende vergangenen Jahres hatte die Stadt die beiden Immobilien kaufen können, für 950 000 Euro plus Nebenkosten. Eigentlich wollte die Stadt nur den Verkehrswert von 700 000 Euro zahlen. Doch da spielte der frühere Eigentümer nicht mit. Er bekam schließlich vor der Baulandkammer des Landgerichts Hannover Recht. Wenn die beiden Wohnblöcke weg sind, möchte die Stadt den Eingangsbereich zur Parkanlage aufwerten und ein deutlich sichtbareres Entree schaffen. Dafür soll unter anderem die alte Brücke über die Delme, deren Fundament noch zu sehen ist, rekonstruiert werden. Der Wollepark als Naherholungsgebiet soll auf diese Weise deutlich aufgewertet werden.

Der Park

Dass das Geld kommen würde, war schon länger klar. Doch jetzt liegt der Fördermittelbescheid der N-Bank vor. 495 000 Euro gibt es in den kommenden vier Jahren, um den Park, dieses verborgene Kleinod mitten im Quartier, aufzuwerten und so wieder ins Bewusstsein aller Delmenhorster zu holen. 50 000 Euro muss die Stadt selbst bezahlen. Das Projekt der Stadt heißt, wie berichtet, „Spiel-Raum“, damit sollen „interaktive Integrationsangebote“ für den Wollepark geschaffen werden. „Ziel des Investitionspaktes ist es, die gesellschaftliche Integration und den sozialen Zusammenhalt allgemein in der Stadt und speziell im Wollepark zu stärken und die Lebensqualität zu verbessern“, erklärt Timo Frers. Zu Beginn steht der Bau einer Calisthenics-Anlage für das sogenannte Hood-Training auf dem Programm, wie sie bereits in den Graftanlagen und im Bremer Quartier Osterholz-Tenever erprobt wurde. In den kommenden Jahren wird dann unter anderem das Wegesystem barrierefrei gestaltet und der Zugang zum See verbessert.

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