Costa Rica und Werder Bremen Thomas Eichins vergeblicher Versuch mit Bryan Ruiz

Er tritt an diesem Donnerstag mit der Nationalmannschaft Costa Ricas gegen die Deutschen an. Vor einigen Jahren wäre der Stürmer fast schon einmal bei Werder Bremen gelandet.
30.11.2022, 17:03
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Thomas Eichin wundert sich erst mal: „Wahnsinn, der spielt noch?“ Gemeint ist Bryan Ruiz, der 2014 beinahe mal beim SV Werder Bremen gelandet wäre. Nun will der inzwischen 37-Jährige am Donnerstag mit Costa Rica die deutsche Nationalmannschaft aus der WM in Katar schießen. „Er wird noch wissen, wo das Tor steht“, sagt Eichin im Gespräch mit unserer Deichstube und lacht. Vor acht Jahren fand er es als Sportchef des SV Werder Bremen allerdings nicht so lustig, dass er Ruiz nicht verpflichten konnte. Der Aufsichtsrat hatte kein grün-weißes Licht gegeben, weil das Budget für die Saison schon ausgereizt war.

„Ich wollte den Spieler unbedingt haben, er hätte uns vorne echt geholfen“, erinnert sich Eichin, der seit 2020 als Leiter Nachwuchs und Frauen bei Bayer 04 Leverkusen arbeitet. Ruiz hatte bei der WM 2014 in Brasilien für Furore gesorgt und war mit Costa Rica erst im Viertelfinale im Elfmeterschießen an den Niederlanden gescheitert. „Wir sind extra nach London geflogen, um ihn uns noch mal anzuschauen“, erzählt Eichin. Ruiz spielte beim Zweitligisten FC Fulham, stand dort aber auf dem Abstellgleis. Die Londoner wollten den Spielmacher loswerden, Eichin ihn unbedingt haben. Angeblich soll er damals eine Ablösesumme von vier Millionen Euro geboten haben. Das fanden einige Mitglieder des Aufsichtsrats nicht okay. Es gab Streit. „Finanziell waren das nicht ganz so einfache Zeiten bei Werder. Das wusste ich und habe es auch akzeptiert. Deswegen war ich nicht böse, dass der Transfer finanziell nicht geklappt hat“, gibt sich Eichin in der Rückschau milde. Sportlich hätte Werder den Offensivmann gut gebrauchen können. Ohne Ruiz ging nicht viel, was Ende Oktober in der Entlassung von Trainer Robin Dutt mündete.

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Und wie ging es bei Ruiz weiter? Der ließ sich im Januar 2015 an die PSV Eindhoven verleihen und wechselte wenige Monate später zu Sporting Lissabon. Nach drei durchaus erfolgreichen Jahren in Portugal spielte Ruiz zwei Jahre beim FC Santos in Brasilien, um dann in seine Heimat zu LD Alajuelense zurückzukehren. Dort wird der inzwischen 37-Jährige am 17. Dezember sein Abschiedsspiel bestreiten – einen Tag vor dem WM-Finale, ein kurioser Termin. Es dürfte ein großes Fest werden, denn Ruiz ist eine Fußball-Legende in Costa Rica. 147 Mal hat er für sein Land gespielt, zuletzt war er in der Nationalmannschaft aber nur noch Ersatz. Beim 0:7 gegen Spanien wurde er nach einer Stunde eingewechselt, gegen Japan (1:0) kam er gar nicht zum Einsatz. „Es ist für mich nicht die einfachste Rolle, wenn du normalerweise von Beginn an spielst. Aber ich habe das vor ein paar Monaten schon akzeptiert“, sagte Ruiz und erklärte:  „Der Trainer wollte mich dabei haben.“

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