Mein Werder-Moment

Der Fünf-Sekunden-Messi

Die Mitglieder der Mein-Werder-Redaktion blicken zurück auf ihren Moment der abgelaufenen Saison. Cedric Voigt lässt das Zaubertor von Maximilian Eggestein gegen Eintracht Frankfurt Revue passieren.
16.06.2019, 14:38
Lesedauer: 1 Min
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Von Cedric Voigt
Der Fünf-Sekunden-Messi
nordphoto

Spieltag! Wenn man als Online-Redakteur arbeitet, bedeutet das oft: Ab ins Büro, ran an den Live-Ticker. Das macht zwar oft Spaß, aber mit der Zeit fehlt doch der Blick aus dem Stadion, die andere Perspektive, die Atmosphäre. Am 26. Januar zeigte sich der Dienstplan tatsächlich gnädig. Und dann gastierte auch noch die Frankfurter Eintracht im Weserstadion, die mit ihrem Offensivtrio aus Ante Rebic, Luka Jovic und Sebastien Haller europaweit Schlagzeilen machte. Grund genug also, sich warm anzuziehen und sich auf den Weg an den Osterdeich zu machen, statt die Partie einmal mehr vor dem Fernseher zu verfolgen.

Dass es ein tolles Fußballspiel werden würde, deutete sich dann schon früh an: Erst war es Jovic, der mit einem akrobatischen Seitfallzieher Jiri Pavlenka prüfte, dann brachte auf der Gegenseite Martin Harnik Eintracht-Keeper Kevin Trapp ebenfalls per Seitfallzieher in arge Bedrängnis. Doch die gemeinsame Zaubershow von Frankfurt und Bremen hatte gerade erst angefangen.

Und was dann folgte, war ein heißer Kandidat auf das Werder-Tor der Saison: Maximilian Eggestein spielt den Doppelpass mit Harnik, findet sich dann aber im Sandwich zwischen Danny da Costa und David Abraham wieder. Was tun? Ganz einfach: Ein halbe Drehung, ein Hackentrick, noch eine halbe Drehung und der eiskalte Abschluss an Trapp vorbei zum 1:0 für Werder. Für fünf Sekunden schien der Geist von Lionel Messi in Eggestein gefahren zu sein. Und das Stadion? Rastete aus. Zurecht.

Ähnlich unterhaltsam ging es weiter: Rebic schlenzte unaufmerksamen Bremern noch vor der Pause den Ausgleich ins Netz, wenige Minuten nach Wiederanpfiff spielte Martin Harnik Trapp aus, um zur verdienten Führung einzuschieben. Den Schlusspunkt in einer Partie, in der Werder auch vier oder fünf Tore hätte erzielen können, setze allerdings Haller: Der imposante Prellbock im Eintracht-Sturm verwandelte einen Handelfmeter, nachdem Ludwig Augustinsson sich am Boden liegend auf dem Ball abgestützt hatte. Es war eine Partie, die ein wenig zum Sinnbild für die gesamte Spielzeit taugte: Werder begeistert, hält gegen einen Europa-League-Kandidaten komplett mit – nur das Ergebnis will am Ende nicht ganz mitspielen.

Cedric Voigt

ist für Mein Werder als Online-Redakteur und Taktik-Experte im Einsatz.


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