Gerüchte um Liverpool-Talent

Grujic: Einer für Werder?

Als Leihspieler bei Hertha BSC konnte Marko Grujic in der vergangenen Saison überzeugen. Nun machen Gerüchte die Runde, dass Werder den Mittelfeldspieler ausleihen möchte. Es wäre nicht der erste Kontakt.
23.05.2019, 18:11
Lesedauer: 3 Min
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Von Cedric Voigt
Grujic: Einer für Werder?
dpa

Die Saison ist noch keine Woche abgepfiffen, schon kursieren die ersten Gerüchte im Netz, wen Werder denn zur neuen Saison verpflichten könnte. Aus dem Fan-Forum „Worum“ hat es ein Hinweis zu Marko Grujic bis auf das Portal „Transfermarkt.de“ geschafft. Der 23-Jährige hatte vergangene Saison bei Hertha BSC als Leihgabe des FC Liverpool im defensiven Mittelfeld überzeugt, ein neues Leihgeschäft an die Weser sei nun eine Option.

Der Name Grujic ist den Bremer Kaderplanern nicht unbekannt: Nach Mein-Werder-Informationen war der Serbe bereits im Vorjahr ein Thema. Dass der Deal nicht zustande kam, lag einerseits daran, dass der FC Liverpool auf eine Ein-Jahres-Leihe ohne Kaufoption bestand – für Werder zu wenig für einen Spieler, der sich noch nicht auf höchstem Niveau bewiesen hatte. Andererseits war die personelle Situation eine andere: Philipp Bargfrede galt nach einer nahezu verletzungsfreien Saison als gesetzt, Ole Käuper sollte an die erste Mannschaft herangeführt werden. Und in Konkurrenz mit Maximilian Eggestein im zentralen Mittelfeld sollte Grujic nicht treten, schließlich lag dem Verein mehr daran, ein eigenes Top-Talent zu fördern als einen Leihspieler, der ein Jahr später eine Lücke auf seiner Position hinterlassen könnte.

Seitdem hat sich auf der Sechs einiges getan: Käuper verletzte sich im Pokalspiel gegen Worms, verlor den Anschluss an die Profis und soll nach einem erfolglosen halben Jahr in Aue erneut verliehen werden. Bargfrede fällt nach einer Knie-OP noch Monate aus. Und Last-Minute-Zugang Nuri Sahin überzeugte zwar fußballerisch, hatte aber gegen schnell umschaltende Gegner vereinzelt Probleme in der Konterabsicherung.

In der Liga begehrt

Werder möchte also noch einen defensiven Mittelfeldspieler dazunehmen – muss aber auf das Geld schauen. Mit dem ablösefreien Wechsel von Max Kruse öffnet sich eine Baustelle in der Offensive. Zwei Spieler sollen her, um den Abgang des Kapitäns aufzufangen – bereits Top-Kandidat Michael Gregoritsch vom FC Augsburg würde wohl eine Ablöse im zweistelligen Millionenbereich kosten.

Doch die Liste der Grujic-Interessenten ist nach einer starken Debütsaison bei der Hertha nicht kleiner geworden: Die Berliner wollen die Ausleihe des Mittelfeld-Allrounders gern verlängern. Eine Option, der sich der Spieler der „Sport Bild“ gegenüber aufgeschlossen zeigte: „Wenn sich Liverpool für eine weitere Ausleihe entscheidet, kann ich mir weitere Jahre bei Hertha gut vorstellen“, hatte Grujic zuletzt erklärt. Die „Bild“ zitierte am Donnerstagnachmittag zu einem möglichen Werder-Wechsel einen Berater des Spielers: „Das bleiben auch nur Gerüchte“.

Auch Eintracht Frankfurt soll eine Verpflichtung in Erwägung ziehen. Die Hessen können damit punkten, in der Qualifikation zur Europa League anzutreten. Eintracht-Manager Fredi Bobic besitzt zudem beste Kontakte zu Grujics Beraterfirma, die auch Ante Rebic, Luka Jovic, Mijat Gacinovic und Filip Kostic vertritt. Bei Werder hat Grujic-Landsmann Milos Veljkovic denselben Berater, erste Geschäftsbeziehungen nach Bremen existieren also bereits. Zudem gilt Liverpool-Coach Jürgen Klopp als großer Freund des Werder-Fußballs unter Florian Kohfeldt, während zumindest in Berlin aufgrund des Trainerwechsels von Pal Dardai zu Ante Covic offen ist, wie in der Hauptstadt in der kommenden Saison gespielt wird. Eine Entscheidung über Grujics Zukunft dürfte erst nach dem 1. Juni fallen: Bis zum Champions-League-Finale gegen die Tottenham Hotspurs liegt die Kaderplanung der „Reds“ auf Eis.

Wuchtig und technisch gut

Spielerisch konnte Grujic bei der Hertha einige Elemente einbringen, die im Werder-Mittelfeld in dieser Saison selten zu sehen waren: Der 1,91 Meter große Schlaks bringt nicht nur eine gewisse Kopfballstärke mit, auch technisch besitzt Grujic starke Anlagen. In Berlin agierte der Mittelfeldmann oft als Teil einer Doppel-Sechs und nutzte die Absicherung neben sich häufig für vorstoßende Dribblings. Grujics Ballführung wirkt mitunter etwas lässig, der serbische Nationalspieler treibt den Ball gerne mit dem Außenrist voran und spielt auch seine Pässe gern ähnlich, oft mit ein wenig Effet. Dabei wählt Grujic allerdings selten viel Risiko und bricht wenig aussichtsreiche Versuche gegen einen gut gestaffelten Verteidigerblock lieber ab, als mutig durch enge Räume zu spielen.

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