Bremen sucht Lösungen

Werder nach Verletzung von Bittencourt unter Druck

Leonardo Bittencourt fällt wegen einer Knieverletzung mehrere Wochen aus. Ersatz könnte schön bald kommen: Werder kündigt eine Lösung „in den nächsten Tagen“ an.
19.07.2021, 16:09
Lesedauer: 2 Min
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Von Carsten Sander
Werder nach Verletzung von Bittencourt unter Druck

Bittencourt hätte gegen im ersten Spiel gegen Hannover ziemlich sicher als linker Außenstürmer begonnen.

Andreas Gumz

Die Verletzung von Leonardo Bittencourt setzt Werder Bremen unter Druck. Weil der 27-Jährige mit einer Teilruptur des Innenbandes im rechten Knie bis zu sechs Wochen ausfällt, stehen dem Zweitligisten wenige Tage vor dem Saisonstart gegen Hannover 96 (Samstag, 20.30 Uhr) kaum noch Spieler zur Verfügung, die als Außenstürmer eingesetzt werden können. Von gelernten Kräften kann schon gar nicht die Rede sein. Und das in einem taktischen System, in dem auf starke Flügelspieler gesetzt wird. Um den Missstand zu beheben, wollen die Bremer nun von ihrer Transferlinie abweichen und auch ohne vorherigen Spielerverkauf mindestens eine Verstärkung für die offensiven Außenbahnen verpflichten. „Wir sind bestrebt, in den nächsten Tagen zum Abschluss zu kommen“, sagt Clemens Fritz, Leiter Profi-Fußball des SV Werder, auf Nachfrage unserer Deichstube.

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Eigentlich gilt bei Werder: Ohne Einnahme keine Ausgabe. Das ist der Hauptgrund, weshalb beim Umbau der Mannschaft seit Wochen Stillstand herrscht. Doch jetzt geht es nicht anders. Werder braucht dringend Qualität auf den Außen. Fritz: „Wir brüten über unseren Plänen und schauen jetzt, jemanden zu holen ohne vorher Spieler verkauft zu haben. Wir hatten auf den Außen so oder so Handlungsbedarf.“ Aber jetzt mehr denn je. Denn in Bittencourt, der sich bei der Generalprobe gegen Feyenoord Rotterdam am Samstag (1:2) verletzt hatte, fehlt nun der einzige Spieler, der sich auf den Flügeln schon einmal auf höherem Niveau beweisen konnte – dabei ist auch für ihn die Position an der Außenlinie nicht der erklärte Lieblingsplatz. Doch der Mittelfeldspieler habe die besondere Situation bei Werder bislang „super angenommen“, lobt Fritz, „er war gut drauf, hat Spielfreude ausgestrahlt. Sein Ausfall tut uns deshalb sehr weh."

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In der Vorbereitung agierten neben Bittencourt auch die jeweils 19-jährigen Eren Dinkci (rechts) und Abdenego Nankishi (links) auf den Außenbahnen. Beide fehlen derzeit aber mit muskulären Problemen, fallen gegen Hannover ebenfalls aus. Dinkci brummt zudem noch eine Rotsperre aus der Vorsaison ab, ist erst am zweiten Spieltag wieder spielberechtigt. Und da auch Nick Woltemade aktuell mit Rückenproblemen pausiert, sieht es personell absolut mau aus auf den Flügeln. Dass Werder noch bis Samstag eine Lösung auf dem Transfermarkt findet, dürfte schwierig werden. Zwar seien Vorarbeiten geleistet, aber konkret wird es wohl erst jetzt. „Manchmal können Verhandlungen etwas dauern. Wir haben unsere Top-Kandidaten, konnten aber nicht vorsorglich Angebote für drei, vier Spieler rausschicken“, so Fritz.

Bittencourt hätte gegen „96“ ziemlich sicher als linker Außenstürmer begonnen. Dort könnte sich angesichts der Personalnot nun für Johannes Eggestein eine Chance auftun. Zwar ist auch er nicht der geborene Außenstürmer, im ersten Feyenoord-Test (3:3)  avancierte er als Linksaußen aber immerhin zum zweifachen Torschützen – ein Hoffnungsschimmer.

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