Rente

Physiotherapeut Holger Berger verlässt Werder 

Vertrauensperson, Kummerkasten, Skat-Koryphäe: Holger Berger war nicht nur Physiotherapeut bei Werder. Nun geht der 66-Jährige in Rente.
19.07.2021, 18:27
Lesedauer: 1 Min
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Von Daniel Cottäus
Physiotherapeut Holger Berger verlässt Werder 

Holger Berger (links) mit Tim Borowski und Marco Bode auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2014.

Andreas Gumz

Seine offizielle Bezeichnung bei Werder Bremen lautete Physiotherapeut, doch Holger Berger war für den Verein und dessen Fußballprofis stets mehr als das: Vertrauensperson, Kummerkasten, Skat-Koryphäe oder auch der Mann, der den Spielern einst schon mal drei Stunden vor dem Anpfiff Rinderfilets mit Sauce Bearnaise organisierte. Damit ist nun Schluss. Seit diesem Monat ist Berger, 66, offiziell in Rente, sein Comeback deswegen aber keinesfalls ausgeschlossen.

„Ich bin seit dem 1. Juli berentet, kann mir aber durchaus vorstellen, nochmal zu Werder zurückzukommen. Aber ich mache es davon abhängig, wie sich die Pandemie entwickelt“, sagte Berger gegenüber der "Bild"-Zeitung. Bereits im vergangenen Jahr, seit Ausbruch der Corona-Pandemie, war der Physiotherapeut nur noch selten am Weserstadion gesichtet worden. Als Vorsichtsmaßnahme ließ Werder seine "Institution", wie Sportchef Frank Baumann Berger einst beschrieb, lieber zu Hause. Der Kult-Masseur mit dem Medizinkoffer, seit 1985 im Verein, ist Raucher und zählt auch wegen seines Alters zur Risikogruppe. Inzwischen ist Berger zwar zweifach geimpft, die Arbeitsbedingungen haben sich aber immer noch nicht so weit verbessert, dass eine Rückkehr für ihn Sinn ergeben hätte. „Das Behandeln mit Maske fällt jüngeren Kollegen sicherlich leichter als mir“, sagt er.

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Bei Werder, so viel ist klar, vermissen sie Berger sehr. Clemens Fritz, heute Leiter Profi-Fußball und früher während seiner aktiven Zeit selbst regelmäßig Gast auf Bergers Pritsche, sagt: "Er hatte immer ein offenes Ohr für die Spieler und hat es gerade den Neuen immer leicht gemacht." Beim Blick zurück muss der 40-Jährige sogar etwas rätseln: "Ich weiß gar nicht, in wie vielen Trainingslagern er mit uns war. Im Parkhotel hat er jedenfalls quasi gewohnt, so oft wie er dort mit der Mannschaft Quartier bezogen hat."

Geht es nach Werder, dann können für Berger in Zukunft gerne weitere Reisen und Übernachtungen mit dem Team dazukommen. Fritz: "Wenn sich die Corona-Lage beruhigt hat, ist es nicht ausgeschlossen, dass er punktuell nochmal zurückkommt."

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