Spielbericht Werder Bremen schlägt Erzgebirge Aue 4:0

Für Ole Werner war das Spiel gegen Aue ein gelungener Einstand. Seine Mannschaft siegte 4:0 (2:0).
03.12.2021, 18:05
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Von csa/dco

Traumdebüt mit Traumtoren: Ole Werner hat als neuer Trainer des SV Werder einen perfekten Einstand gefeiert. Im ersten Spiel unter der Regie des 33-Jährigen kamen die Bremer am Freitagabend gegen Erzgebirge Aue zu einem überzeugenden 4:0 (2:0)-Heimsieg. Romano Schmid (7.) und Milos Veljkovic (19.) mit Treffern der Extra-Klasse sowie Marvin Ducksch (53.) und Niclas Füllkrug (57.) sorgten für den höchsten Bremer Erfolg der laufenden Saison und setzten einen Schlusspunkt unter die Bremer Chaos-Wochen mit vier Trainern in vier Spielen.

„Es war ein guter Einstand, vom Ergebnis her sicherlich perfekt“, freute sich Werner nach der Partie, verwies aber in nüchternem Tonfall auch auf „Dinge, die wir noch verbessern müssen“.  

 Dass bei Werder zuletzt vieles durcheinandergeraten war, wusste natürlich auch der neue Coach. Er wolle deshalb in seinem ersten Spiel auf Bewährtes setzen, hatte er im Vorfeld angekündigt – und das sah dann so aus: Gegen den Tabellen-15. aus Aue schickte Werner in Ömer Toprak, Marco Friedl, Anthony Jung, Milos Veljkovic, Felix Agu und Christian Groß sechs Defensivspieler auf den Platz. Dazu in Leo Bittencourt und Romano Schmid zwei offensive Mittelfeldakteure plus die Doppelspitze mit Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug. Ilia Gruev, unter Werner-Vorgänger Markus Anfang die Entdeckung der bisherigen Saison, blieb nach acht Startelf-Einsätzen in Folge erstmals wieder auf der Bank.

Werners Auserwählte formierten sich auf dem Platz zumeist in einem 3-5-2-System – Bekanntes und Bewährtes eben, nachdem Interimscoach Christian Brand am Spieltag zuvor noch erfolglos mit einer Viererkette und einer Doppel-6 experimentiert hatte und 1:2 verlor.

Der neue Coach kehrte nicht nur zur erprobten Grundformation zurück, sondern holte auch Romano Schmid und Milos Veljkovic zurück in die Startelf. Nach 19 Minuten war schon klar: Werner hatte damit in seinem ersten Spiel für Werder gleich zwei goldene Händchen bewiesen. Denn sowohl Schmid als auch Veljkovic erlebten persönliche Sternstunden.

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 Den Anfang machte Schmid, als er nach nur sieben Minuten Maß nahm und aus 20 Metern perfekt in den Winkel traf. Für den 21-Jährigen war es in seiner zweiten Werder-Saison das lang ersehnte erste Pflichtspieltor für Bremen. Und wer Schmids Schuss schon schön fand, wurde zwölf Minuten später durch Veljkovic noch mehr verwöhnt. Nach einer Kopfballablage von Füllkrug gelang dem Serben ein Treffer der Marke „Tor des Monats“. Hinter seinem Rücken und im Fallen bugsierte Veljkovic den Ball mit der Hacke ins Netz – für eine derart hohe Fußball-Kunst gibt es den Begriff „Scorpion-Kick“. Veljkovic, eigentlich für das Verhindern von Toren ausgebildet, verdiente sich den Applaus und die Begeisterung der lediglich 15 024 Zuschauer im Wohninvest Weserstadion.
27 000 Fans, alle mit Dauerkarte ausgestattet, hätten trotz der neuen Anti-Corona-Maßnahmen im deutschen Profi-Sport kommen dürfen, doch viele blieben dem Spiel fern. Unter anderem fehlten die Ultra-Gruppen „Infamous Youth“ und „Wanderers“ – es war eine Reaktion auf die „veränderten Rahmenbedingungen“, wie es in einem Statement hieß.

Sie verpassten eine Partie, in der Werder erstmals seit dem 3:0 gegen Heidenheim am 1. Oktober wieder eine Zwei-Tore-Führung gelang. Wenn Bittencourt frei vor Aue-Keeper Martin Männel die Nerven bewahrt hätte, wäre es zur Pause sogar ein Drei-Tore-Vorsprung gewesen. Er traf jedoch nur den Pfosten (32.). Insgesamt hatte Werder in der gegnerischen Hälfte überraschend viel Raum, machte aber noch zu wenig daraus. Werner hatte seinem Team in der Halbzeitpause also noch einiges mitzuteilen, wie es gegen einen schwachen Gegner noch besser gehen kann. Stichwort: Präzision vor des Gegners Tor.

Genau das zeigte dann das Bremer Sturmduo. Nach starkem Pressing, Balleroberung und kluger Vorlage von Füllkrug erhöhte Ducksch mühelos auf 3:0 – das Spiel war damit nach nur 53 Minuten entschieden. Weitere vier Minuten später stand es sogar 4:0 – Agu hatte aufgelegt, Füllkrug aus kurzer Distanz getroffen. Aue blieb da längst nur noch die Rolle des staunenden Beobachters. „Wenn Werder Lust auf Fußball bekommt, dann haben sie eine brutale Qualität“, sagte Torhüter Männel.

Und Ole Werner? Der äußerte sich hinterher deutlich zurückhaltender. „Die Jungs haben in den letzten Wochen viel erlebt, deshalb freut es mich für sie. Jetzt werden wir weiter hart arbeiten“, sagte der 33-Jährige, der nach dem 4:0 noch einen Abseitstreffer der Gäste sowie einen Schuss aus großer Distanz von Aues Nazarov, den Werder-Keeper Jiri Pavlenka gerade noch an die Latte lenkte, gesehen hatte. Nach dem Abpfiff gingen Werners Gedanken bereits in Richtung Regensburg-Spiel am kommenden Freitag: „Sicher ist die Brust jetzt etwas breiter und wir hoffen, dass wir nachlegen können.“ Mit nun 23 Punkten auf dem Konto wird Werder zum Tabellendritten reisen.   

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