„Nur Kindergarten-Prämien“ Diese Transfers zwischen Werder und Schalke sorgten für viel Aufregung

Nicht nur der Wechsel von Ailton von Werder zu Schalke 04 sorgte für Wirbel - unsere Deichstube erinnert anlässlich des Spiels am Samstag auch an drei weitere Transfer-Fälle.
17.11.2021, 12:05
Lesedauer: 3 Min
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Von Carsten Sander

Keine Frage: Ailton steht auf Platz eins der Hitliste der spektakulärsten Spielerwechsel zwischen Werder Bremen und Schalke 04. Hinter ihm folgen viele aber auch noch andere prominente Namen. Unsere Deichstube hat vor dem ersten Zweitliga-Duell zwischen Werder und Schalke am Samstag (20.30 Uhr, Weserstadion) neben Ailton drei weitere Beispiele herausgepickt, die ebenfalls für Wirbel gesorgt haben. Es geht um Mladen Krstajic, Frank Neubarth und Mesut Özil.

Mladen Krstajic:
Er sorgte anno 2004 für den Nachläufer des Ailton-Bebens. Nach dem Torjäger hatte sich Schalke-Manager Rudi Assauer auch den Bremer Top-Verteidiger geschnappt – ebenfalls ablösefrei. Und Krstajic ging mit einigem Getöse, warf Werder vor, für das Double „nur Kindergarten-Prämien“ zu zahlen. Die Stadt und die Fans würde er nicht gerne verlassen, sagte er damals, „aber wegen Werder kommt bei mir keine Wehmut auf“. Das alles saß. Krstajic vergoss keine Träne, als er ging. Er wurde auf Schalke auch deutlich glücklicher als Ailton, blieb fünf Jahre ein Königsblauer, ehe er bei Partizan Belgrad seine Karriere beendete.

Zehn Jahre ist das her, und aus Krstajic (47) ist in der Zwischenzeit ein Trainer geworden, der genauso aneckt, wie einst bei seinem Weggang aus Bremen. Als Nationaltrainer Serbiens sorgte er bei der WM 2018 für einen Skandal. Bei der 1:2-Niederlage im Gruppenspiel gegen die Schweiz hatte sich Krstajic durch den deutschen Schiedsrichter Felix Brych um einen Elfmeter betrogen gesehen und leistete sich eine verbale Entgleisung. „Ich würde ihn nach Den Haag schicken, damit man ihm den Prozess macht, so wie man uns den Prozess gemacht hat“, sagte er mit Blick auf das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, vor dem sich zahlreiche Serben für ihre Taten im Balkankrieg zu verantworten hatten. 
Trotz dieser Aussagen blieb Krstajic im Amt. Erst ein Jahr nach der WM, bei der Serbien die Gruppenphase nicht überstanden hatte, wurde er entlassen. Als Vereinstrainer bot sich zu Beginn diesen Jahres eine neue Chance, Krstajic übernahm den FK TSC Backa Topola, einen aufstrebenden Club in Serbien. Doch Anfang Oktober kam trotz Tabellenplatz vier auch dort das Aus.

Frank Neubarth:
Das war ein Ding! Als Nachfolger des extrem erfolgreichen Huub Stevens präsentierte Schalke-Manager Rudi Assauer im Sommer 2002 nicht irgendeinen Promi-Trainer, sondern Frank Neubarth. Der hatte bis dahin nur die U 23 des SV Werder in der Regionalliga trainiert und sollte nun an die durch den Triumph im Uefa-Cup 1997 sowie zwei DFB-Pokalsiege geprägte Ära Stevens anknüpfen. Es klappte nicht. Neubarth lieferte nicht die Ergebnisse, erfüllte nicht die Ansprüche. Schalke blieb für den ehemaligen Werder-Torjäger die einzige Bundesliga-Station als Trainer. Die Treppe, die er steil hinaufgegangen war, ging Neubarth danach wieder runter. Drei Jahre bei Holstein Kiel in Liga drei, zwei Jahre bei CZ Jena in Liga zwei, danach noch ein 17-monatiges Engagement als Sportlicher Leiter des VfB Oldenburg – und seit nunmehr vier Jahren trainiert der Ex-Nationalspieler den FC Verden 04 in der Landesliga, peilt aktuell den Aufstieg in die Oberliga an.

Mesut Özil:
Wenn man so will, hat Werder im Januar 2008 mit der Verpflichtung des damals gerade mal 19 Jahre alten Talents so manche Rechnung mit dem FC Schalke beglichen. Weil Özil bei den Königsblauen nicht zurecht kam, bot sich Werder die Chance, den hochveranlagten Mittelfeldspieler zu verpflichten – für rückblickend sehr bescheidene fünf Millionen Euro. Özil wurde in Bremen zum Nachfolger von Diego aufgebaut, er funktionierte prächtig bei Werder und zog nach nur zweieinhalb Jahren an der Weser weiter zu Real Madrid. Die Ablösesumme: 18 Millionen Euro. Ebenfalls bescheiden, wenn man wiederum auf die Summe blickt, die der FC Arsenal weitere drei Jahre später für den Nationalspieler hinblätterte. Es waren 47 Millionen Euro. Özil stand an der Schwelle zum Weltstar.

Mittlerweile spielt der Weltmeister von 2014 bei Fenerbahce Istanbul, der Marktwert des 33-Jährigen ist auf 3,8 Millionen Euro abgestürzt. Bei Fenerbahce erfüllt er die Erwartungen nicht. Seit seinem Wechsel im vergangenen Januar hat Özil 24 Spiele absolviert, dabei vier Tore geschossen. Doch offensichtlich wird ihm eine mangelnde Einstellung vorgeworfen. Club-Präsident Ali Koc kritisierte Özil vor wenigen Tagen deutlich: „Er muss sich auf sein Spiel fokussieren und seine Werbedeals außen vor lassen. Er muss sich Gedanken darüber machen, wie er Fenerbahce helfen kann.“
 

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