Werder auf Trainersuche Wer wird Schaafs Nachfolger?

Bremen. 14 Jahre ist es her, seit Werder Bremen zuletzt einen neuen Trainer für seine Bundesliga-Mannschaft suchen musste. Viel Übung hat der Verein darin also nicht. Sportchef Thomas Eichin muss nun ein neues Profil erarbeiten.
16.05.2013, 05:00
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Wer wird Schaafs Nachfolger?
Von Marc Hagedorn

Bremen. 14 Jahre ist es her, seit Werder Bremen zuletzt einen neuen Trainer für seine Bundesliga-Mannschaft suchen musste. Viel Übung hat der Verein darin also nicht. Im Unterschied zu dem Mann, der sich nun um einen Nachfolger für Thomas Schaaf kümmert: Sportchef Thomas Eichin hat in seiner Zeit als Geschäftsführer des Eishockey-Bundesligisten Kölner Haie in elf Jahren mit neun Trainern gearbeitet.

Jetzt sagt er zur Schaaf-Nachfolge: "Wir wollen einen Neuanfang. Es wird ein Trainer von außen kommen, er muss eine Philosophie haben." Ab sofort läuft damit die Trainersuche. Es dauerte auch nur wenige Stunden, da waren die ersten Namen in der Welt. Holger Stanislawski etwa, der gerade mit dem 1.FC Köln den Aufstieg in die Bundesliga verpasst hat, sagte: "Ich gehe definitiv nicht nach Bremen." Werder hatte in Person von Klaus Filbry, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, schon vor zwei Tagen gegenüber dieser Zeitung erklärt, dass Mehmet Scholl "definitiv" kein Thema sei.

Wer also kommt infrage?

Option 1: Ein großer Name

Thomas Schaaf: weg. Klaus Allofs: weg. Pizarro, Mertesacker, Wiese, Naldo, Frings – alle weg. Der Klub hat zuletzt viele Gesichter verloren, die bundesweit mit dem Namen Werder Bremen in Zusammenhang gebracht wurden. Namen mit Strahlkraft findet man inzwischen nicht mehr. Aus markenstrategischen Überlegungen könnte ein großer Name sinnvoll sein. Von Stefan Effenberg ist bekannt, dass er vehement ins Bundesligageschäft drängt. "Effe" war auf Schalke Thema, und er hat prominente Fürsprecher (Horst Heldt, Oliver Kahn). Fraglich allerdings, ob der polarisierende Ex-Bayern-Kapitän in Bremen vermittelbar wäre. Einen großen Namen trägt auch Bernd Schuster. Bevor sich Allofs in Wolfsburg für Dieter Hecking entschied, galt der ehemalige Trainer von Real Madrid als Topkandidat. Werder-Ikone Uli Borowka sagte gegenüber dem TV-Sender Sport1: "Bernd Schuster würde mit seiner ruhigen Art und Erfahrung gut nach Bremen passen."

Option 2: Ein junges Gesicht

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Neuanfang, eine eigene Philosophie – dieses Anforderungsprofil erfüllen einige Trainer, die zuletzt auf sich aufmerksam gemacht haben und verfügbar wären: Mike Büskens hat die SpVgg Greuther Fürth mit durchdachtem Fußball in die erste Liga geführt – musste dann aber vor wenigen Monaten gehen. Ralph Hasenhüttl sorgt beim VfR Aalen für Furore. Er hat den Klub in die zweite Liga geführt und dort gehalten. Seine Zukunft ist ungewiss, weil Aalens finanzielle Lage unsicher ist. Ein dritter Name: Heiko Vogel hat sich beim FC Bayern hochgearbeitet, dann Thorsten Fink in Ingolstadt und beim FC Basel assistiert. Nach Finks Weggang holte Vogel mit Basel das Double. Im Oktober 2012 wurde er überraschend entlassen.

Option 3: Ein alter Haudegen

Reichlich Bundesligaerfahrung haben Typen wie Huub Stevens oder Markus Babbel. Allerdings waren sie auf ihren letzten Stationen umstritten – und ob sie das glaubwürdige Gesicht für einen Neuaufbau abgeben würden?

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