Werder unterliegt Wolfsburg mit 1:2

Hinten fehlerhaft, vorne zu harmlos

Das Ergebnis war knapp, doch die Niederlage war hochverdient: Werder Bremen konnte beim 1:2 gegen den VfL Wolfsburg zumeist nicht mithalten.
20.03.2021, 17:35
Lesedauer: 3 Min
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Von Björn Knips
Hinten fehlerhaft, vorne zu harmlos

Kevin Möhwalds Tor reichte für Werder nicht zum Punktgewinn.

nordphoto/gumzmedia

Nach dem FC Bayern München war auch der VfL Wolfsburg eine Nummer zu groß für den SV Werder Bremen. Die Grün-Weißen kassierten am Sonnabendnachmittag eine zwar knappe, aber hochverdiente 1:2 (1:2)-Heimniederlage gegen den Tabellendritten. Dabei hatte sich Werder mit einem Eigentor von Josh Sargent (9.) selbst auf die Verliererstraße gebracht. Wout Weghorst gelang mit seinem fünften Tor im vierten Spiel gegen Bremen das 2:0 (42.). Für die Gastgeber reichte es nur zum Anschlusstreffer von Kevin Möhwald (45.), ansonsten gab es kaum Torchancen. So harmlos könnte es im Abstiegskampf doch noch einmal eng werden, wenngleich es ja nicht immer gegen ein Topteam wie Wolfsburg geht.

Werder-Coach Florian Kohfeldt hatte im Vergleich zum Bayern-Spiel vor einer Woche wie erwartet Marco Friedl (nach Sperre) und Milos Veljkovic (nach Pause) zurück in die Dreierkette geholt, dafür mussten Niklas Moisander und Christian Groß auf die Bank. Dort saß auch Niclas Füllkrug – trotz seines Tores als Joker beim 1:3 gegen den Rekordmeister. Obwohl er inzwischen wieder fit ist, kommt Füllkrug in der Startelf immer noch nicht an den Stürmern Josh Sargent und Milot Rashica vorbei.

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„Wir müssen gegen den Ball aggressiver sein als gegen die Bayern und zielstrebig nach vorne spielen. Wir haben was vor heute“, frohlockte Kohfeldt direkt vor dem Spiel. Doch seine Spieler erhörten ihn nicht wirklich. Die Bremer standen zwar wesentlich höher als zuletzt, agierten auch etwas offensiver, waren aber wieder einmal zu weit weg vom Gegner. Das sollte sich schon nach acht Minuten rächen. Rashica hatte in der eigenen Hälfte einen unnötigen Freistoß verursacht. Den schlug Maximilian Arnold gekonnt in die Mitte, wo Teamkollege Maxence Lacroix unbedrängt an den Ball kam, ihn aber nur touchierte. Und das wurde Sargent zum Verhängnis, von dessen Kopf die Kugel über Keeper Jiri Pavlenka hinweg ins Tor segelte. Ein Eigentor zum Auftakt – das tat weh.

Möhwald mit guten Ideen

Und es wurde auch nicht besser. Werder fand überhaupt kein Mittel, um mal gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen. Die Angreifer Sargent und Rashica konnten sich ebenso wenig durchsetzen wie Maximilian Eggestein und Romano Schmid als Achter. Auch Ludwig Augustinsson und Theodor Gebre Selassie entwickelten kaum Druck über die Außen. Lediglich Kevin Möhwald fiel da als alleiniger Sechser wenigstens ein bisschen mit Ballgewinnen und guten Ideen positiv auf.

Aber nur bis zur 42. Minute! Da riskierte ausgerechnet Möhwald nach einem allerdings schlechten Pass von Gebre Selassie zu viel, um den Ball an Xaver Schlager vorbeizubekommen. Die Kugel ging nicht weit vom Werder-Strafraum entfernt in die falsche Richtung, wo dann Wout Weghorst allein vor Pavlenka das 2:0 erzielte (42.). Ein mehr als ärgerlicher Treffer aus Bremer Sicht – und die Aussichten waren mehr als dürftig. Denn bis dahin hatten die Grün-Weißen nur einen harmlosen Schuss von Sargent zustande gebracht (40.). Doch es kam anders – und das sogar noch vor der Pause. Nach einer Freistoß-Hereingabe von Augustinsson landete der Ball bei Möhwald, der eiskalt zum 1:2 vollstreckte (45.). Die Wolfsburger waren erzürnt, wollten im Vorfeld ein Handspiel von Gebre Selassie gesehen haben, doch der Video-Assistent bestätigte die Entscheidung von Schiedsrichter Robert Schröder.

Füllkrug und Bittencourt eingewechselt

Werder war tatsächlich wieder da, aber nur auf der Anzeigetafel. Denn auf dem Platz dominierten auch nach der Pause die Gäste, hatten Chancen durch Josip Brekalo (50.) und Weghorst (54.), der Veljkovic fast zum nächsten Eigentor zwang. Kohfeldt reagierte, brachte in der 58. Minute Leonardo Bittencourt und Niclas Füllkrug für Schmid und Sargent, der sich Sekunden zuvor noch die fünfte Gelbe Karte eingehandelt hatte und in zwei Wochen gegen Stuttgart gesperrt sein wird.

Chancen hatten trotzdem nur die Wolfsburger, immerhin zeigte sich Pavlenka gegen Weghorst und Kevin Mbabu von seiner guten Seite (62.). Genauso wie Abwehrchef Ömer Toprak, der mehrfach Schlimmeres verhinderte. Die Kollegen, die für die Offensive zuständig waren, enttäuschten dagegen umso mehr. Es wirkte zuweilen so, als würden sie zum ersten Mal zusammenspielen. Kaum ein wichtiger Pass kam an, vom Ausgleich waren die Bremer meilenweit entfernt. Und wenn sie sich doch mal dem Tor näherten, dann traf Füllkrug den Ball im Strafraum nicht richtig (77.).

Kohfeldt griff erneut ein, schickte Yuya Osako und Davie Selke für Möhwald und Rashica aufs Feld. Rashica musste also raus, dem der Coach eigentlich das erste Saisontor prophezeit hatte. Doch die „Rakete“ blieb einmal mehr am Boden, agierte völlig unglücklich und damit auch ungefährlich. Selke machte es jedoch nicht besser, als er kurz vor Schluss aus dem Gewühl heraus viel zu unentschlossen den Ball VfL-Keeper Koen Casteels genau in die Arme schoss. Das war es. Werder muss nun zwei Wochen warten, erst dann gegen den VfB Stuttgart weitergeht.

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