Debakel am Böllenfalltor Hilf- und wehrlos: Werder geht in Darmstadt unter

Beim SV Darmstadt 98 hat die Mannschaft von Trainer Markus Anfang am Sonntag eine deutliche 0:3 (0:1)-Niederlage kassiert, bei der sich die Bremer über weite Strecken hilf- und wehrlos präsentierten.
17.10.2021, 15:30
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Von Daniel Cottäus

Es sollte der zweite Sieg in Folge und damit der Auftakt einer Erfolgsserie werden, herausgekommen ist für den SV Werder Bremen am Sonntagmittag allerdings ein Debakel. Beim SV Darmstadt 98 kassierte die Mannschaft von Trainer Markus Anfang eine deutliche 0:3 (0:1)-Niederlage, bei der sich die Bremer über weite Strecken hilf- und wehrlos präsentierten. Die Tore für die Gastgeber erzielten Fabian Holland (44.) und Luca Pfeiffer (65./71.). Für Werder war es am zehnten Spieltag die vierte Saisonniederlage in der 2. Bundesliga, durch die der Verein auf den zehnten Tabellenplatz abgerutscht ist und den Anschluss nach oben vorerst verloren hat.

Im Vergleich zum 3:0-Heimsieg gegen Heidenheim hatte Anfang nur eine Änderung in seiner Startelf vorgenommen: Niklas Schmidt kehrte in die erste Elf zurück, Romano Schmid musste dafür auf die Bank. Bevor die Partie am Böllenfalltor angepfiffen wurde, war es allerdings der Trainer selbst, der im Mittelpunkt stand. Mit einem gellenden Pfeifkonzert wurde Anfang von den Heim-Fans empfangen, die ihm seinen Wechsel vor der Saison aus Darmstadt nach Bremen noch immer nicht verziehen haben. Auch auf dem Platz sollte es in der Folge hitzig zur Sache gehen: Nach 14 Minuten hatten sich sowohl die Bremer Lars Lukas Mai (7.) und Marco Friedl (11.) als auch Darmstadts Tobias Kempe (14.) bereits die Gelbe Karte von Schiedsrichter Florian Lechner abgeholt. Beide Mannschaften lieferten sich ein zähes Ringen um den Ball – fußballerisch bot die Partie dementsprechend wenig Aufsehenerregendes.

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Während Werder im ersten Durchgang in der Offensive überhaupt nicht stattfand und zudem sehr fehleranfällig agierte, erarbeitete sich Darmstadt nach und nach immerhin so etwas wie ein spielerisches Übergewicht. Ohne dabei zu glänzen näherten sich die Hausherren dem gegnerischen Tor Stück für Stück an. Nachdem Ilia Gruev zweimal in höchster Not geklärt (23./27.) und Torhüter Michael Zetterer einen zu unplatzierten Kopfball von Phillip Tietz pariert hatte (28.), war es Darmstadts Kapitän Fabian Holland, der für das dicke Ausrufezeichen der ersten Hälfte sorgte. Per herrlichem Distanzschuss aus spitzem Winkel brachte der 31-Jährige die „Lilien“ mit 1:0 in Führung (45.). Werders Innenverteidiger Mai, der in der vergangenen Saison noch für Darmstadt aufgelaufen war, hatte den Ball zuvor per Kopf nicht richtig klären können. Es war ein Gegentor, das vielleicht nicht unbedingt in der Luft gelegen hatte, das aufgrund der erschreckenden Bremer Passivität und Unentschlossenheit aber doch irgendwie folgerichtig war,

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Anfang reagierte in der Pause, brachte Felix Agu (für Mitchell Weiser) und Romano Schmid (für Eren Dinkci) in die Partie – und hatte seine Flügelzange damit komplett erneuert. Werders Spiel taten die frischen Kräfte gut. Vor allem Schmid sorgte umgehend für Belebung und verzeichnete in der 59. Minute die erste richtig dicke Chance für seine Mannschaft. Den wuchtigen Schuss des Österreichers wehrte Darmstadt-Keeper Marcel Schuhen spektakulär zur Ecke ab. Werder wurde jetzt mutiger, suchte vermehrt den Weg nach vorne – und kassierte mitten in diese Phase hinein einen wuchtigen Nackenschlag. Der an diesem Tag ohnehin indisponierte Ex-Darmstädter Nicolai Rapp leistete sich in der 65. Minute einen Total-Blackout und bediente mit seinem Rückpass „Lilien“-Stürmer Luca Pfeiffer, der allein vor dem Tor keine Mühe mehr hatte, Zetterer zu überwinden – 2:0. Ein Gegentor als Wirkungstreffer, denn in der Folge ging bei Werder nichts mehr.

Es dauerte nur sechs Minuten, da hatte Pfeiffer mit seinem zweiten Treffer des Tages endgültig alles klar gemacht. Dieses Mal hatte sich der Stürmer bei einem Freistoß am langen Pfosten davongeschlichen und den Ball volley zum 3:0 über die Linie gedrückt (71.). In der Schlussphase rannte Werder zwar noch einmal an und kam auch zu Chancen – die beste davon vergab Ducksch per Kopf in der 74. Minute –, eine Korrektur des Ergebnisses gelang der Mannschaft aber nicht mehr, was zu diesem völlig verkorksten Nachmittag am Böllenfalltor passte. Die späte Einwechslung von Leonardo Bittencourt (kam in der 84. Minute für Ducksch), der nach überstandener Knieverletzung sein Saisondebüt feierte, musste da schon als Lichtblick herhalten.

In der 2. Bundesliga geht es für die Bremer nun am kommenden Sonntag, 24, Oktober, mit dem Auswärtsspiel beim SV Sandhausen weiter.

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