Personalie Woran hakt die Füllkrug-Verlängerung bei Werder?

Niclas Füllkrug hat es ganz deutlich zum Ausdruck gebracht: Er will bei Werder bleiben. Es gab auch bereits positive Signale des Vereins. Dennoch: Fakten wurden bislang nicht geschaffen. Woran hakt es?
05.07.2022, 21:23
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Verträge verlängert, neue Spieler verpflichtet – beim SV Werder Bremen wurden in den vergangenen Wochen wirklich viele Fakten geschaffen, nur bei einer Personalie geht es nicht so richtig voran: Niclas Füllkrug.

Dessen Vertrag läuft in einem Jahr aus. Sowohl der 29-Jährige als auch Clemens Fritz als Werders Leiter Profi-Fußball haben sehr deutlich gesagt, dass sie die Zusammenarbeit gerne verlängern wollen. Es gab bereits mehrere Gesprächsrunden, aber noch kein Ergebnis. Es hakt. Die Vorstellungen der beiden Parteien liegen noch zu weit auseinander. Nicht auszudenken, was passiert, wenn es zu keiner Einigung kommt. Gibt es dann einen Wechsel?

„Wir sind in den Gesprächen“, sagt Clemens Fritz als Leiter Profifußball auf Nachfrage unserer Deichstube. Wasserstandsmeldungen will er nicht abgeben. Ohnehin würde er das Thema lieber aus der Öffentlichkeit heraushalten. Nachvollziehbar, aber im Fall Füllkrug nicht so einfach. Denn der Stürmer gehört zu den absoluten Leistungsträgern im Team, ist nicht umsonst als neuer Kapitän im Gespräch. Füllkrug hat auch schon seine Bundesliga-Qualität unter Beweis gestellt, das können gerade in der Offensive nicht viele Werder-Profis von sich behaupten.

Natürlich wird es bei der Vertragsverlängerung vor allem auch ums Geld gehen. Füllkrug gehört seit dem Weggang von Ömer Toprak zu den Topverdienern. Sein aktueller Vertrag wurde allerdings vor der Corona-Pandemie und dem Abstieg abgeschlossen. Der inzwischen mit 38 Millionen Euro verschuldete SV Werder musste sein Gehaltsbudget drastisch reduzieren und will es nach der Rückkehr in die Bundesliga nicht zu schnell wieder nach oben schrauben. Demnach dürfte das Angebot für Füllkrug wohl unter den jetzt gültigen Zahlen liegen. Die Frage ist nur, wie weit und wo der Angreifer damit im internen Ranking landet. Da geht es auch immer um Wertschätzung.

„Ich will bei Werder bleiben und meine Rolle in der Mannschaft eher weiter stärken, als dass ich mich woanders sehe“, hatte Füllkrug vor dem Start in die Vorbereitung in einem Interview mit dem „kicker“ gesagt. Seitdem hat er nicht wieder gesprochen – zumindest nicht öffentlich. Auf dem Platz sieht man ihn dagegen viel reden – nach dem Training gerne mal mit Trainer Ole Werner, bei den Spielen mit den Kollegen, wenn er Anweisungen gibt. Seine besondere Rolle ist deutlich zu erkennen. Dazu wirkt er körperlich topfit, was bei ihm natürlich auch ein besonderes Thema ist. Kurz nach seinem Wechsel 2019 von Hannover 96 an die Weser für eine Ablösesumme von 6,5 Millionen Euro hatte sich Füllkrug das Kreuzband gerissen. Erst in der vergangenen Saison war der Angreifer quasi wieder beschwerdefrei, machte fast jede Einheit mit und verpasste nur ein Spiel. Trotzdem gibt es im Verein weiterhin Zweifel, ob das dauerhaft so bleibt. Auch das kann sich in finanziell schwierigen Zeiten auf ein Angebot auswirken.

Andererseits: Nach seinen Startschwierigkeiten unter Ex-Coach Markus Anfang war Füllkrug in der vergangenen Saison kaum zu stoppen, erzielte ab dem 11. Spieltag 19 Tore und bereitete sieben weitere vor. Zusammen mit Marvin Ducksch bildet er ein starkes Sturmduo, das sich selbst „die hässlichen Vögel“ nennt. Es passt einfach. Auch mit der Familie fühlt sich Füllkrug in Bremen sehr wohl, die Heimat Hannover ist auch nicht weit weg. Eigentlich spricht alles für einen Verbleib, doch ohne Verlängerung des Vertrags könnte es gefährlich werden. Füllkrug dürfte dann ziemlich enttäuscht sein, andere Clubs werden da ihre Chance wittern. Interessenten soll es jedenfalls geben – aus dem In- und dem Ausland. Ein Füllkrug-Abgang würde Werder zwar eine Ablöse bescheren, aber könnte mit den maximal zu erwartenden vier Millionen Euro ein gleichwertiger Ersatz verpflichtet werden? Und glücklich wäre mit einem Transfer ohnehin keiner der Beteiligten. 
 

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